Nicholas Kaldor - LinkFang.de





Nicholas Kaldor


Nicholas Kaldor, Baron Kaldor (Káldor Miklós; * 12. März 1908 in Budapest; † 30. September 1986 in Papworth Everard, Cambridgeshire) war ein ungarischer Ökonom. Er galt als Keynesianer.

Leben

Kaldor war der Sohn eines Rechtsanwaltes. Nach seinem erfolgreichen Besuch eines Gymnasiums in Budapest ging Kaldor nach Berlin, um dort zu studieren. 1927 wechselte er an die London School of Economics and Political Science. Später war er Professor an der University of Cambridge. Er wurde 1963 in die British Academy, 1977 in die American Academy of Arts and Sciences und 1979 in die Ungarische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Außerdem erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Dijon (1962) und der Goethe-Universität Frankfurt am Main (1982).[1]

Im Alter von 78 Jahren starb Nicholas Kaldor 1986 in Cambridge.

Werk

Die Konsumfunktion

Kaldor nahm an, dass die Arbeiter einen höheren Teil ihres Einkommens konsumieren würden als die Bezieher von Gewinn- oder Profiteinkommen. Der Konsum hängt also nicht einfach wie in einfacheren keynesianischen Modellen vom Einkommen Y insgesamt ab, sondern auch von der Aufteilung des Einkommens in Lohneinkommen L und Profiteinkommen P (engl. "profit").

            Gesamtwirtschaftliches Einkommen Y:[math]Y = L + P[/math]

wobei L die Löhne und P die Profite (Gewinne) sind.

            Konsum C: [math]C = c_l \cdot L + c_p \cdot P[/math]
            wobei [math]c_l \gt c_p,[/math]
            

[math]c_l[/math] und [math]c_p[/math] sind die konstanten Konsumneigungen der Lohn- und Profiteinkommensbezieher.

Harrod-Domar-Modell

In diesem Wachstumsmodell wächst die Wirtschaft mit der befriedigenden oder gewünschten Rate, wenn die gesamtwirtschaftliche Sparquote s gleich dieser Wachstumsrate g multipliziert mit dem bei Domar technisch gegebenen Kapitalkoeffizienten v = K/Y ist. Der Kapitalkoeffizient v gibt an, welcher Kapitalstock K technisch erforderlich ist, um eine bestimmte Produktion Y zu erzielen.

Es wäre natürlich Zufall, wenn s gerade diesen Wert hätte. Die Konsumfunktion von Kaldor erlaubt nun zumindest theoretisch eine Lösung dieses Problems (wobei andere Theorien andere Lösungen vorschlagen), da durch Veränderung der Einkommensverteilung auf Löhne und Gewinne die gesamtwirtschaftliche Konsumquote c, die sich mit der gesamtwirtschaftlichen Sparquote s zu 1 ergänzt, verändert werden kann. Ist die Sparquote zu niedrig, muss der Anteil der Gewinne am Gesamteinkommen erhöht, ist sie zu hoch, muss dieser Anteil vermindert werden.

Die technische Fortschrittsfunktion

Ein weiterer Beitrag Kaldors zur Wachstumstheorie ist die Funktion technischen Fortschritts, die technische Fortschrittsfunktion. Sie stellt eine Beziehung her zwischen der Steigerungsrate der Arbeitsproduktivität in Abhängigkeit von der Steigerungsrate der Kapitalintensität. Die Kapitalintensität ist dabei der Kapitalstock (Fabriken, Gebäude usw.) im Verhältnis zur Anzahl der Beschäftigten.

Kaldor-Hicks-Kriterium

Zusammen mit John Richard Hicks veröffentlichte er 1939 das Kaldor-Hicks-Kriterium, mit dem die Effizienz von Kompensationszahlungen bei Wohlfahrtsvergleichen beschrieben wird.

Werke (Auswahl)

  • The essential Kaldor. - London : Duckworth, 1989. - ISBN 0-7156-2282-X
  • Wege zum Wohlstand : Wirtschaftsfragen und Wiederaufbaupläne. - Köln : Staufen-Verl., 1948

Literatur

  • Allen, R.G.D.: Macro-Economic Theory : A Mathematical Treatment. - London, Melbourne, Toronto : Macmillan, 1968.
  • Peuker, Axel: Die Theorien des Nicholas Lord Kaldor : ein Beitrag zum postkeynesianischen Paradigma. - Marburg : Metropolis-Verl., 1997. -ISBN 3-89518-039-4
  • Targetti, Ferdinando: Nicholas Kaldor : the economics and politics of capitalism as a dynamic system. - Oxford : Clarendon, 1992. - ISBN 0-19-828348-2

Einzelnachweise

  1. Nicholas Kaldor 1908–1986. In: Proceedings of the British Academy. 73, 1987, S. 517–566.

Weblinks


Kategorien: Ehrendoktor der Goethe-Universität Frankfurt am Main | Mitglied des House of Lords | Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften | Mitglied der British Academy | Gestorben 1986 | Geboren 1908 | Hochschullehrer (Cambridge) | Ökonom (20. Jahrhundert) | Politiker (20. Jahrhundert) | Ungar | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Nicholas Kaldor (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.