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Neyetalsperre


Neyetalsperre
Staumauer der Neyetalsperre mit Schieberhäusern und Stausee}
Lage: Oberbergischer Kreis
Zuflüsse: Neye
Größere Orte in der Nähe: Wipperfürth
}
Daten zum Bauwerk
Bauzeit: 1907–1909
Höhe über Talsohle: 25 m
Höhe über Gründungssohle: 31 m
Bauwerksvolumen: 55.000 m³
Kronenlänge: 260 m
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) 303,20 m
Wasseroberfläche 68 ha
Speicherraum 6 Mio. m³
Einzugsgebiet 11,85 km²

Die Neyetalsperre liegt im Norden der Stadt Wipperfürth bei der Ortschaft Neye im Oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen.

Beschreibung

Die Talsperre ist in den Jahren 1905 bis 1908[1] als Trinkwassertalsperre von der Stadt Remscheid gebaut worden. Dabei wurden mehrere Steinwerkzeuge aus der Steinzeit gefunden.

Das Fassungsvermögen beträgt sechs Millionen Kubikmeter. Gestaut wird der Bach Neye. Die Staumauer ist eine gekrümmte Gewichtsstaumauer aus Bruchsteinmauerwerk nach dem Intze-Prinzip.

Der Stausee lässt sich in etwa drei Stunden umwandern. Die Wege laufen unmittelbar am Wasser entlang und führen ausschließlich durch den Wald. Der kürzeste Weg um die Talsperre zu umrunden ist zirka elf Kilometer lang und ist bei Joggern und Walkern sehr beliebt. Ganz in der Nähe liegen die größere Bevertalsperre und die kleine Schevelinger- oder Silbertalsperre. Von der Silbertalsperre führt ein unterirdischer Stollen zur Neyetalsperre und von dort zur Bevertalsperre, bekannt als Bever-Block. Die als Trinkwassertalsperre erbaute und langjährig genutzte Talsperre wird seit 2004 als Brauchwassertalsperre betrieben. Nur bei akuter Wasserknappheit soll ihr wieder Trinkwasser entnommen werden.

Heute ist die EWR GmbH, die Energietochter der Stadtwerke Remscheid GmbH, Eigentümer der Neyetalsperre, die Betriebsführung obliegt dem Wupperverband.

Geschichte

Mit zunehmendem Bedarf an Trinkwasser und aufgrund der niederschlagsarmen Jahre 1901 und 1904 suchten die Wasserwerksbetreiber nach Erweiterung ihrer Wassergewinnungsanlage. Da das Neyetal schwach besiedelt war und Proben eine gute Wasserqualität bescheinigten, entschloss man sich für den Bau einer Talsperre mit gekrümmter Gewichtssteinmauer nahe dem Ort Wipperfürth. Nach umfangreichen Planungs- und geologischen Vorarbeiten sowie den Genehmigungsverfahren wurde im April 1907 mit der Verlegung der 14,9 km langen Druckrohrleitung begonnen, noch im August 1907 startet der Mauerbau, ausführendes Bauunternehmen war die Firma Ernst Jüngst in Hagen. Am 23. November 1908 begann der Probestau. Die endgültige Abnahme der Sperrmauer erfolgte am 11. Februar 1909 in Gegenwart des Regierungspräsidenten von Düsseldorf bei drei Viertel der Stauhöhe.[2] In den Jahren 1964 bis 1969 wurde die Staumauer mit einer Kronenlänge von 260 m komplett saniert.

Am 18. März 2015 flossen mehr als 1,7 Millionen Liter Gülle von dem Halverner Hof Kotten über den Zufluss Neye II in die Talsperre und sammelte sich in 18 bis 25 Metern Tiefe in einer Blase vor der Staumauer an. Insgesamt wurden 100 Millionen Liter Wasser verunreinigt. Um eine größere ökologische Katastrophe zu verhindern wurden täglich 2 Millionen Liter verunreinigtes Wasser aus der Gülleblase abgesaugt und über eine Rohrleitung zum Klärwerk Hückeswagen gepumpt. Uferrandzonen und Teile der Neyetalsperre sind ökologisch geschädigt.[3]

Siehe auch

Quellen

  1. Broschüre Wupperverband: Bever-Talsperre mit Beverblock.
  2. Auszug aus einer Presseinformation der EWR GmbH und des Wupperverbands vom 21. November 2008.
  3. Der Gülle-Gau an der Neye: Überblick. Radio Berg, abgerufen am 24. Mai 2015.

Weblinks

 Commons: Neyetalsperre  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Bogengewichtsmauer | Staumauer in Nordrhein-Westfalen | Stausee in Nordrhein-Westfalen | Gewässer im Oberbergischen Kreis | Bauwerk in Wipperfürth | Stausee in Europa | Erbaut in den 1900er Jahren

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Neyetalsperre (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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