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Neuweilnau


Neuweilnau
Gemeinde Weilrod
Höhe: 347 m ü. NHN
Fläche: 3,44 km² [LAGIS]
Einwohner: 160 (Mai 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 47 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Eingemeindet nach: Weilnau
Postleitzahl: 61276
Vorwahl: 06083

Lage von Neuweilnau in Weilrod

Neuweilnau ist ein Ortsteil der Gemeinde Weilrod im Hochtaunuskreis, Hessen.

Geographische Lage

Neuweilnau liegt im östlichen Hintertaunus oberhalb des Weiltals, im Naturpark Taunus. Die Gemarkung liegt in einer Höhenlage von 320 Meter bis 500 Meter über NN.
Nachbarorte sind Cratzenbach (nordwestlich), Altweilnau (östlich) und Riedelbach (südwestlich).

Geschichte

Neuweilnau kann ein genaues Entstehungsdatum vorweisen. Das hat der Ort seinem Gründer zu verdanken: Heinrich von Weilnau. Denn der hatte durch Erbauseinandersetzungen in der Familie der Grafen von Diez 1302 die Zusage bekommen, eine neue Burg in der Art der alten Burg Weilnau auf dem Rödelnberg jenseits der Weil spätestens bis Sommer 1303 hingestellt zu bekommen. Bauen musste die Burg damals sein Verwandter Graf Gerhard von Diez. Im Gegenzug verzichtete Heinrich von Weilnau auf seinen Anteil an der Altweilnauer Burg. So entstanden aus der ehemaligen Herrschaft Weilnau die Orte Altweilnau und Neuweilnau. Bereits 1326 kamen Burg und Herrschaft Neuweilnau an die Grafen von Nassau. Von der alten Burganlage, deren Bergfried 1709 abgerissen wurde, ist heute wenig erhalten. Anfang des 16. Jahrhunderts sorgten die Schlossherren für den kontinuierlichen Ausbau zum Renaissance-Schlösschen. Aus seinen Zeiten als Residenzsitz des Grafen Philipp III. von Nassau stammen noch einige herausragende Fachwerkgebäude, wie etwa das Preveniushaus von 1650. Das Fachwerkhaus Nr. 24 hat fränkische Erker und Schnitzereien. Heute ist das Schloss, das über dem Dorf thront, Dienstsitz des Forstamtes Weilrod und begehrte Örtlichkeit für verträumte standesamtliche Trauungen in höfischem Ambiente.

Die Planungen für eine Weiltalsperre in den 1950er und 1960er Jahren hätten dazu geführt, dass der Ort direkt an diesem See gelegen wäre. Die Planungen wurden 1969 eingestellt.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich die Gemeinden Neuweilnau sowie weitere Gemeinden am 1. Dezember 1970 auf freiwilliger Basis zur Gemeinde Weilnau zusammen, bevor diese Gemeinde am 1. August 1972 mit mehreren bis dahin selbstständigen Gemeinden durch ein Landesgesetz zur Gemeinde Weilrod zusammengeschlossen wurde.[2][3]

Sehenswerte Gebäude

Pfarrkirche

Die evangelische Pfarrkirche als kleiner barocker Saalbau mit einer schlichten Ausstattung stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Schloss Neuweilnau

Von der 1302 erbauten Burg sind nur noch Teile der Ringmauer und ein runder Turmstumpf erhalten. Das heutige Schloss Neuweilnau wurde im 1506–1513 durch Ludwig I von Nassau-Weilburg erbaut, 1564–1566 durch Graf Albrecht von Nassau-Weilburg erweitert. Der schlichte typisch Nassauer Renaissancebau hat ein malerisches Torgebäude von 1565/66 mit Zwerchhäusern und Fachwerkgalerie an der Hofseite. Bestens erhalten ist das Kellergewölbe im Schloss.

Park Dreieich

Erreicht man Neuweilnau vom oberen Weiltal her, so fällt am Ortseingang links ein mittelalterlich anmutender Turm ins Auge. Dieser Turm ist Teil des in Privatbesitz befindlichen Parks Dreieich. Auch wenn das Aussehen anderes vermuten lässt, ist der Turm erst Ende des 19. Jahrhunderts erbaut worden. Der damalige Eigentümer, der Frankfurter Industrielle Paul Fevre (später Paul Faber) ließ den Turm im romantisierenden Stil der damaligen Zeit als Ruine errichten. Unterhalb des Turms wurde ein 80 Meter langer Tunnel angelegt, der sich in der Mitte zu einer kleinen Grotte mit Sitzgelegenheiten erweitert. Eine "Kapelle", die nie als Gotteshaus sondern immer nur als Aussichtspunkt gedacht war und das eigentliche Herrenhaus ergänzen den 15.000 Quadratmeter großen Park, der der Öffentlichkeit nicht offensteht[4].

Quellen

  • Ortschronik: Neuweilnau im Taunus

Weblinks

 Commons: Neuweilnau  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Der Ortsteil im Internetauftritt der Gemeinde Weilrod , abgerufen im Juli 2016.
  2. Gesetz zur Neugliederung des Obertaunuskreises und des Landkreises Usingen vom 11. Juli 1972 In: GVBl. I 1972, 227
  3. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 276
  4. Taunus Zeitung vom 12. August 2009, Seite 16

Kategorien: Ort im Hochtaunuskreis | Ehemalige Gemeinde (Hochtaunuskreis) | Weilrod

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Neuweilnau (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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