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Neuried (Baden)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: OrtenaukreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 150 m ü. NHN
Fläche: 57,85 km²
Einwohner: 9352 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 162 Einwohner je km²
Postleitzahl: 77743
Vorwahlen: 07807, in Schutterzell 07808Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: OG, BH, KEL, LR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 151
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 21
77743 Neuried
Webpräsenz: www.neuried.net
Bürgermeister: Jochen Fischer
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Neuried ist eine Gemeinde im Ortenaukreis in Baden-Württemberg.

Geographie

Geographische Lage

Neuried liegt in der Oberrheinischen Tiefebene direkt am Rhein und damit an der deutsch-französischen Grenze, ziemlich genau in der Mitte zwischen Kehl und Lahr, nur wenige Kilometer südlich von Straßburg.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Stadt Kehl, im Osten an Schutterwald und Hohberg, im Süden an Friesenheim und Meißenheim und im Westen an die elsässischen Gemeinden Plobsheim und Eschau.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Neuried besteht aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Altenheim, Dundenheim, Ichenheim, Müllen und Schutterzell. Diese bilden heute die Ortsteile der Gemeinde und zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender.

Zum Ortsteil Altenheim gehören das Dorf Altenheim, das Gehöft Rohrburg(er Mühle) und die Wohnplätze Altenheimer Mühle und Rheinwärterhaus. Zum Ortsteil Dundenheim gehören das Dorf Dundenheim und das Gehöft Dundenheimer Mühle. Zum Ortsteil Ichenheim gehören das Dorf Ichenheim, das Gehöft Ottenweierhof und der Wohnplatz Einzelwohnhaus. Zum Ortsteil Müllen gehört das Dorf Müllen. Zum Ortsteil Schutterzell gehören das Dorf Schutterzell und das Gehöft Mühle. Im Ortsteil Altenheim lag das abgegangene Schloss Waseneck. Im Ortsteil Dundenheim liegen die Wüstungen Rode und Zellhof. Im Ortsteil Ichenheim liegt die abgegangene Burg Blankenmoos und die Wüstung Trudenheim.[2]

Geschichte

Neuried entstand im Zuge der baden-württembergischen Gemeindereform am 1. Januar 1973 durch einen freiwilligen Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden Altenheim, Dundenheim, Ichenheim und Müllen. Bereits am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Schutterzell nach Ichenheim eingemeindet. Die Ortsteile Altenheim und Müllen gehörten bis 1973 zum Landkreis Kehl, während Dundenheim, Ichenheim und Schutterzell zum Landkreis Lahr gehörten. Mit Auflösung dieser beiden Kreise kamen alle Teile der heutigen Gemeinde zum neuen Ortenaukreis.

Wappen der Ortsteile

Religionen

Neben je zwei evangelischen und römisch-katholischen Kirchengemeinden sind auch die Neuapostolische Kirche, die Zeugen Jehovas und die Siebenten-Tags-Adventisten in Neuried vertreten.

Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Die Kirche im Ortsteil Altenheim wurde von Friedrich Weinbrenner selbst entworfen und im Jahre 1813 gebaut (und nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wiederhergestellt). Die heute Friedenskirche genannte Kirche zählt zu den schönsten klassizistischen Kirchen in Baden. Zwischen ihren stiltypischen glatten und schmuckarmen Fassaden und der Umgebung feingliedriger Fachwerkhäuser entspinnt sich ein spannungsvoller Kontrast. Die Kirche wurde von 2004 bis 2006 innen umfassend saniert und erhielt eine neue Orgel aus der Orgelbauwerkstatt Göckel nach Plänen von Markus Artur Fuchs und Christoph Manuel Beysser.
  • Im Ortsteil Ichenheim wurde St. Nikolaus 1822 von dem Weinbrenner-Schüler Hans Voß erbaut. Sie gehört zu den am meisten der formalen Reduktion verpflichteten Kirchenbauten des badischen Klassizismus. Wie die Altenheimer Kirche profitiert sie von der monumentalen Wirkung klar gezeichneter Baukörper.
  • Auch St. Johannes im Ortsteil Dundenheim, 1823 bis 1824 errichtet, stammt von Hans Voß. Der ursprüngliche Hochaltar wurde 1880 durch ein Exemplar von Franz Josef Simmler ersetzt. Bereits 1860 fertigte der hiesige Schreiber Markus Weißenegger einen Mutter-Gottes-Altar für die Kirche, dem 1864 ein Josefsaltar gefolgt war.[3]
  • Schutterzell hat eine der seltenen Simultankirchen, die sowohl für den katholischen als auch den evangelischen Gottesdienst genutzt werden.
  • Altenheim verfügt über den Museumsbunker Emilie. Er war ein Teil des Westwalls und hatte die Bezeichnung "Regelbau 11". Er wurde im Jahre 1938 erbaut zur Bewachung des Hinterlandes, um einen Angriff auf Offenburg her zu unterbinden. Im Bunker konnten 27 Soldaten in zwei Mannschaftsräumen Dienst tun. Der Bunker verfügte zudem über zwei Gasschleusen, eine Eingangsverteidigung und einen separat begehbaren Kampfraum. Die Bewaffnung bestand aus 2 MG 34 auf Lafette und 2 MG bei den Soldaten in Schützengräben um den Bunker. Die Deckenstärke beträgt 2 Meter. Der Bunker war als Wohnhaus getarnt, indem während der Kriegszeit eine Frau, "Emilie", Unterschlupf fand. Nach dem Krieg mit Beton verfüllt, wurde der Bunker 1990 von den neuen Besitzern wieder geleert und als Motorradclubhaus genutzt. Seit End 2009 dient er als Museum.[4]
  • Eines der bekanntesten Highlights befindet sich im Gewerbegebiet in Ichenheim Richtung Rhein. Es ist bekannt unter dem Namen "Molino ". Eine Location mit Parkanlage im spanischen Stil, dass über die Grenzen hinaus zum Wahrzeichen der Gemeinde gewachsen ist. Auf diesem Gelände finden vorrangig Hochzeitsfeiern, Workshops und Seminare statt. Das Einzugsgebiet der Gäste geht mittlerweile bis 350km weit. Auch nutzen viele Schweizer und Franzosen diese Location für ihr persönliches Event.

Naherholung

Seit 2014 gibt es im Norden von Altenheim den 2,5 km langen Auenwildnispfades durch die Rheinauen.[5]

Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 brachte bei einer Wahlbeteiligung von 54,19 % folgendes Ergebnis:

3
5
8
8
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
34,1 %
10,9 %
19,2 %
35,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,3 %p
-0,2 %p
+3,5 %p
+0,9 %p
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Bürgermeister

  • 1997–2013: Gerhard Borchert (FDP)
  • 2013 bis heute: Jochen Fischer (parteilos)

Wirtschaft und Infrastruktur

Immer noch eine große Rolle spielt die Landwirtschaft und hier insbesondere der Tabakanbau. Mit etwa 470 ha Fläche ist Neuried die größte Tabakanbaugemeinde Deutschlands. Die Gemeinde verfügt über etwa 1000 Arbeitsplätze am Ort, das heißt, die Mehrzahl der Erwerbstätigen pendelt in die umliegenden Städte Offenburg, Kehl und Lahr/Schwarzwald.

Bildung

Neuried besitzt fünf evangelische (drei davon in Altenheim, jeweils einer in Ichenheim und Dundenheim) und zwei katholische (Ichenheim und Schutterzell) Kindergärten. Im Ortsteil Altenheim gibt es mit der Johann-Henrich-Büttner-Schule eine Grund- und Hauptschule, im Ortsteil Ichenheim eine Haupt- und Realschule mit Werkrealschule sowie jeweils eine Grundschule in den Ortsteilen Ichenheim und Dundenheim. Ab dem Schuljahr 2014/2015 werden in Dundenheim keine Grundschüler mehr neu eingeschult[6], die Grundschule in Dundenheim wird 2018 geschlossen. Gymnasien befinden sich in den nahe gelegenen Kreisstädten Offenburg, Lahr/Schwarzwald und Kehl.

Geothermie

2014 soll eine erste Bohrung für ein Geothermie-Nutzungs-Projekt in der Gemeinde gesetzt werden. Diese wurde aufgrund einer laufenden Klage der Stadt Kehl.[7] gegen das Tiefengeothermiewerk und eines Bürgerprotests auf 2016 verschoben. Eine eventuelle Nutzung diente der Ergänzung des 2007 gestarteten Biomasse-Kraftwerkes als Hybridkraftwerk.[8] Im Juli desselben Jahres hat sich eine Bürgerinitiative von Bürgerinnen und Bürgern der betroffenen Gemeinden Kehl, Neuried, Schutterwald und Willstätt gegen die Tiefengeothermiebohrungen gebildet. [9]

Verkehr

Die Orte der heutigen Gemeinde wurden bis 1959 durch die Mittelbadische Eisenbahn versorgt. Heute besitzt Neuried keinen Anschluss an das deutsche Schienennetz. Die Gemeinde wird durch Buslinien der regionalen Verkehrsbetriebe mit Lahr, Offenburg und Kehl verbunden. Die Gemeindeteile Altenheim, Dundenheim und Ichenheim werden von der Bundesstraße 36 durchquert.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Erwin Baur (1875–1933), deutscher Genetiker
  • Klaus Wurth (1861–1948), deutscher Theologe und Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche in Baden

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2., S. 365–368
  3. Joseph Sauer: Die kirchliche Kunst der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert in Baden in: Freiburger Diözesan-Archiv 57 (1930), S. 86 (Digitalisat ).
  4. Info-Prospekt der Einrichtung, Info-Prospekt der Vereinigung "Befestigungen B-W"
  5. Kleiner Wald, große Wildnis in Badische Zeitung, 25. August 2014
  6. Amtsblatt der Gemeinde Neuried Woche 07/2014 (14. Februar 2014)
  7. Klage der Stadt kehl
  8. badische-zeitung.de, Lokales, Ortenau, Neuried, 18. Februar 2011 bzw. Badische Zeitung analog, 26. Februar 2011, BZ-Thema, Hagen Späth: Energie aus der Tiefe (27. Februar 2011)
  9. Webpräsenz der BI gegen Tiefengeothermie

Weblinks

 Commons: Neuried (Baden)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Neuried (Baden) | Gemeinde in Baden-Württemberg

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Neuried (Baden) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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