Neumark (Vogtland) - LinkFang.de





Neumark (Vogtland)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: VogtlandkreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 373 m ü. NHN
Fläche: 17,35 km²
Einwohner: 2988 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 172 Einwohner je km²
Postleitzahl: 08496
Vorwahl: 037600
Kfz-Kennzeichen: V, AE, OVL, PL, RC
Gemeindeschlüssel: 14 5 23 280
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 3
08496 Neumark
Webpräsenz: www.neumark-vogtland.de
Bürgermeister: Ralf Fester (FDP)
}

Die sächsische Gemeinde Neumark befindet sich im Vogtlandkreis.

Geografie

Geografische Lage

Neumark liegt im Bereich der großen Kreisstadt Plauen in einem offenen Landschaftsgebiet des mittelvogtländischen Kuppenlandes, umgeben von sanften Tälern und zahlreich bewaldeten Hügeln in einer Höhenlage von 373 m. Ein Viertel der landwirtschaftlichen Nutzfläche wird für die Forstwirtschaft verwendet und der restliche Teil dient der Acker- und Grünlandwirtschaft. In der unmittelbaren Umgebung fließen zahlreiche Bäche und Flüsse. Nicht weit von Neumark befinden sich die Pleißenquelle sowie Weiße Elster, Zwickauer Mulde und Göltzsch. Im Ort selbst vereinen sich der Oberneumarker- und der Schönbacher Bach.

Ausdehnung des Gemeindegebiets

Von der Topografie her gesehen ist Neumark ein "Grenzort". Denn nördlich befindet sich das Erzgebirgsvorland und im Süden grenzt das Vogtland an, mit der Stadt Plauen als der Hauptstadt dieser Region. In nur 15 Kilometern Entfernung befindet sich die alte Bergarbeiterstadt Zwickau.

Geologie

Der Ort befindet sich auf einem aus Granit, Grauwacke, Tonschiefer und Diabasen bestehenden Untergrund, der mit fruchtbarer Braunerde bedeckt ist und den Anbau von Kartoffeln, Mais, Weizen sowie anderen anspruchsvollen Kulturen ermöglicht. Zahlreiche stillgelegte Steinbrüche in der Region um Neumark deuten noch heute darauf hin, dass der Grünstein Diabas intensiv abgebaut wurde.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Heinsdorfergrund und Reichenbach im Vogtlandkreis, Fraureuth und Lichtentanne im Landkreis Zwickau sowie Mohlsdorf-Teichwolframsdorf im thüringischen Landkreis Greiz.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde gliedert sich in Neumark (mit Oberneumark und Unterneumark), Reuth und Schönbach.

Klima

Die Vegetationsperiode vor Ort beträgt 200 bis 210 Tage bei einer Jahresmitteltemperatur von 9 °C. Die Hauptwindrichtung ist Westen.

Geschichte

Neumark wurde 1225 erstmals als novum forum (=Neuer Markt) urkundlich erwähnt. Die Ortsbezeichnung deutet darauf hin, dass es sich um einen Ort mit Marktrechten handelte. Die ersten Siedler kamen aus Franken, Thüringen und Bayern. Sie rodeten den vorhandenen Wald und gewannen dadurch Acker- und Weideland. Die ursprüngliche Siedlungsform der langgestreckten und ehemals selbstständigen Dörfer Unter- und Oberneumark entsprachen einem Waldhufendorf. Im Ort gab es eine Burg. Diese wurde jedoch während des Vogtländischen Krieges durch Truppen Kaiser Karl IV. zerstört. Mit Hilfe des sächsischen Kaufmanns Martin Römer wurde in späterer Zeit der Bau eines Schlosses geplant und ausgeführt. Die Herren von Römer besaßen dann das erbaute Schloss bis zur Bodenreform im Jahr 1945.

Neumark bemühte sich schon in früher Zeit darum eine Stadt zu werden wie man an einem Gemeinde- und Marktbrief aus dem Jahr 1530 erkennen kann, der Neumark Marktgerechtigkeit bescheinigt. Die Herren von Römer setzten sich für eine Erneuerung des Marktrechtes ein, wie einer kurfürstlichen Urkunde aus dem Jahr 1669 entnommen werden kann. Die Familie von Römer hatte einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Gemeinde. Unter anderem stiftete sie der Neumarker Kirche den Altar, das Abendmahlgeschirr und drei Buntglasfenster. Sidonie von Römer zahlte für die Rittergutskinder das Schulgeld und 1886 beteiligte sich die Familie von Römer finanziell am Bau des Bahnhofstunnels. Mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz ab 1846 gewann die Textilindustrie in Neumark zunehmend an Bedeutung. Vor 1900 gab es bereits fünf Textilfabriken, die etwa 1.000 Arbeitskräfte beschäftigten. Trotz dieser Entwicklung wurde Neumark nie das Stadtrecht zugesprochen.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1971: 2764
  • 1998: 3386
  • 1999: 3399
  • 2000: 3357
  • 2001: 3323
  • 2002: 3300
  • 2003: 3291
  • 2004: 3314
  • 2007: 3253
  • 2008: 3244
  • 2012: 3013
  • 2013: 3002
Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen

Gedenkstätten

Eine Grabstätte mit Gedenkstein auf dem Ortsfriedhof erinnert an sieben unbekannte KZ-Häftlinge, die im Januar 1945 bei einem Evakuierungstransport aus dem KZ Auschwitz erfroren aus dem Zug geworfen und hier bestattet wurden.

Politik

Gemeinderat und Bürgermeister

Der Gemeinderat besteht aus 14 Gemeinderäten. Die Kommunalwahlen von 1994 bis 2009 hatten folgende Ergebnisse:

Parteien und Wählergemeinschaften 2009[2] 2004[3] 1999[4] 1994[5]
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
FDP Freie Demokratische Partei 56,1 9 41,1 6 44,2 8 44,7 8
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,2 4 30,0 4 25,8 4 20,1 3
Die Linke Die Linke [1] 9,4 1 13,1 2 9,5 1 11,9 2
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 5,3 0 6,2 1 10,4 2 13,3 2
NABU Naturschutzbund Ortsgruppe „Waschteich-Reuth“ -- -- 9,5 1 10,0 1 -- --
IG BuE Interessengemeinschaft Bildung und Erziehung -- -- -- -- -- 10,0 1
Sonstige -- -- 0,1 0 -- -- -- --
Gesamt 100 14 100 14 100 14 100 16
Wahlbeteiligung in % 53,0 53,7 64,1 78,7

[1] Bis einschließlich 2004 PDS

Gemeinderatswahl 2014[6]
Wahlbeteiligung: 56,3 % (2009: 53,0 %)
 %
50
40
30
20
10
0
42,9 %
44,3 %
12,8 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-13,2 %p
+15,1 %p
+7,5 %p
-9,4 %p
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Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Der Bürgermeister ist Ralf Fester (FDP).

Städtepartnerschaften

  • seit 1990 mit Roetgen in der Städteregion Aachen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Der älteste Teil des Ortes ist der zentrale Markt. Dieser ist von alten Bauerngehöften umgeben, einige davon sind in eindrucksvollem Fachwerk gebaut. Von hier gelangt man über einen Durchgang zum Kirchplatz sowie zum Pfarrhaus und der Kirche von Neumark. Direkt am Markt befindet sich auch das Rathaus und die Gemeindeverwaltung. In nur wenigen Gehminuten Entfernung erreicht man auch das ehemalige Rittergut, das alte Schloss mit dem im englischen Stil im Jahr 1872 angelegten Park.

Zu den Sehenswürdigkeiten von Neumark gehören auch das Schulmuseum in der Grundschule (Oberneumarker Straße) sowie die Heimatstube von 1620.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

Am Ortsausgang befindet sich das monumentale Gebäude des Unternehmens BayWa, das 1970 als Kraftfuttermischwerk (Futtermittel & Silage) entstand. Im Gewerbegebiet gibt es einen Standort von SGB-SMIT, ein Paketzentrum der Deutschen Post sowie mehrere kleinere Betriebe.

Außerdem befindet sich in Neumark ein Wartungs- und Reparaturzentrum der Vogtlandbahn.

Verkehr

Neumark liegt an der Bundesstraße 173.

Die Bahnstation Neumark(Sachs) an der Bahnstrecke Leipzig–Hof wird von der Vogtlandbahn bedient. Neumark liegt in der Nähe des Bogendreiecks Werdau, wodurch die Sachsen-Franken-Magistrale und die Bahnstrecke Leipzig–Hof verbunden werden. Die nächsten größeren Bahnhöfe sind in Werdau und Reichenbach im Vogtland.

Bis 1997 bestand eine Reisezugverbindung von Neumark nach Greiz (Bahnstrecke Neumark–Greiz).

Persönlichkeiten

Literatur

  • Erich Börner: Neumark – Geschichte eines Städtleins. Hrsg. von Erich Börner. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1991, ISBN 3-89264-599-X.
  • Richard Steche: Neumark. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 11. Heft: Amtshauptmannschaft Plauen. C. C. Meinhold, Dresden 1888, S. 44.

Weblinks

 Commons: Neumark (Vogtland)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Topographia Superioris Saxoniae: Neuenmarckt – Quellen und Volltexte
  • Neumark im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ergebnis der Wahl zum Gemeinderat am 7. Juni 2009. Abgerufen am 31. Januar 2011.
  3. Ergebnis der Wahl zum Gemeinderat am 13.Juni 2004. Abgerufen am 31. Januar 2011.
  4. Ergebnis der Wahl zum Gemeinderat am 13. Juni 1999. Abgerufen am 31. Januar 2011.
  5. Ergebnis der Wahl zum Gemeinderat am 12. Juni 1994. Abgerufen am 31. Januar 2011.
  6. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  7. Hans Sauer: Ein Stenograf aus Varel bei Bismarck. Ernst Ahnert, Pionier der „Redezeichenkunst“ im Oldenburger Land. In: kulturland oldenburg. Zeitschrift der Oldenburgischen Landschaft. Heft 165 (3.2015), ISSN 1862-9652 , S. 20-23 (PDF ; 3952 kB; abgerufen am 9. März 2016).
  8. slm-online.de , abgerufen am 9. März 2016.

Kategorien: Ort im Vogtlandkreis | Neumark (Vogtland) | Gemeinde in Sachsen

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