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Neumühl (Kehl)


Neumühl
Stadt Kehl
Höhe: 138 m ü. NN
Einwohner: 1400
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 77694
Vorwahl: 07851

Neumühl ist ein Stadtteil von Kehl.

Geografie

Neumühl liegt etwa zwei Kilometer östlich von Kehl an der Kinzig im historischen Hanauerland.

Geschichte

Mittelalter

Die älteste erhaltene Erwähnung von Kork stammt vom 27. November 1271. Neumühl war ein Lehen des Bischofs von Straßburg[1] an die Herren von Lichtenberg. Die Erstbelehnung erfolgte 1274.[2] Um 1330 kam es zu einer ersten Landesteilung zwischen Johann II. von Lichtenberg, aus der älteren Linie des Hauses, und Ludwig III. von Lichtenberg. Dabei fiel Neumühl in den Teil des Besitzes, der künftig von der älteren Linie verwaltet wurde.[3] In der Herrschaft Lichtenberg war es dem Amt Willstätt zugeordnet.[4]

Als 1480 mit Jakob von Lichtenberg das letzte männliche Mitglied des Hauses verstarb, ging das Erbe auf seine beiden Nichten, Anna von Lichtenberg (* 1442; † 1474) und Elisabeth von Lichtenberg über. Anna hatte 1458 den Grafen Philipp I. den Älteren von Hanau-Babenhausen (* 1417; † 1480) geheiratet, der eine kleine Sekundogenitur aus dem Bestand der Grafschaft Hanau erhalten hatte, um heiraten zu können. Durch die Heirat entstand die Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Elisabeth heiratete Simon IV. Wecker von Zweibrücken-Bitsch. Das Lichtenberger Erbe wurde zwischen ihnen geteilt. Das Amt Willstätt und damit Neumühl wurden dabei zu einem Kondominat zwischen beiden Erben.[5]

Neuzeit

Unter der Regierung von Graf Philipp III. von Hanau-Lichtenberg kam es zu einer Realteilung der gemeinsamen Kondominate: Das Amt Willstätt kam ganz zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Im Gegenzug gelangte das Amt Brumath ganz an Zweibrücken-Bitsch. Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg (1514–1590) führte nach seinem Regierungsantritt 1538 die Reformation in seiner Grafschaft konsequent durch, die nun lutherisch wurde.

Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III. 1736, fiel das Erbe – und damit auch das Amt Willstätt – an den Sohn seiner einzigen Tochter, Charlotte von Hanau-Lichtenberg, Landgraf Ludwig (IX.) von Hessen-Darmstadt. Nach einer Quelle wurde Neumühl in hessen-darmstädtischer Zeit als Teil von Kork verwaltet.[6]

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss wurde das Amt Willstätt mit dem Dorf Neumühl 1803 dem neu gebildeten Kurfürstentum Baden zugeordnet.

Zum 1. Juli 1971 wurde das bis dahin selbständige Neumühl im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg nach Kehl eingemeindet.

Politik

Im Zuge der Gemeindegebietsreform 1973 wurde Neumühl 1971 nach Kehl eingemeindet und das Amt des Ortsvorstehers geschaffen. Amtsinhaber – und damit Vorsitzender des Ortschaftsrates – ist seit 1999 Fritz Vogt. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 brachte für den Ortschaftsrat folgende Sitzverteilung:

6
4

Kultur

Zahlreiche Fachwerkhäuser zeugen heute noch von dem einstigen Bauerndorf an der Kinzig.

Zusätzlich zu den jährlichen Vereinsfesten wird in fünfjährlichem Turnus ein großes Dorffest gefeiert.

Literatur

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Wilhelm Mechler: Das Territorium der Lichtenberger rechts des Rheins. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 31–37.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Eyer, S. 56, 141.
  2. Eyer, S. 56, 145.
  3. Eyer, S. 78.
  4. Eyer, S. 239.
  5. Mechler, S. 34.
  6. Knöpp, S. 18.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Neumühl (Kehl) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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