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Neukloster


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Neukloster (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: NordwestmecklenburgVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Amt: Neukloster-Warin
Höhe: 30 m ü. NHN
Fläche: 27,49 km²
Einwohner: 3830 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 139 Einwohner je km²
Postleitzahl: 23992
Vorwahl: 038422
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 057
Adresse der Amtsverwaltung: Hauptstraße 27
23992 Neukloster
Webpräsenz: http://www.stadt-neukloster.de/
Bürgermeister: Frank Meier
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Neukloster ist eine Stadt im Osten des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Stadt ist Verwaltungssitz des Amtes Neukloster-Warin, dem weitere acht Gemeinden angehören. Der Ort ist ein Grundzentrum.[2]

Geografie

Neukloster ist etwa 45 Kilometer von Rostock und etwa 20 Kilometer von Wismar entfernt. Der Ort ist Teil der Metropolregion Hamburg. Das Gebiet um Neukloster zählt zum äußersten Nordwesten der Sternberger Seenlandschaft. Neukloster liegt am Neuklostersee, dessen Entstehung auf die Auswirkungen der letzten Eiszeit zurückzuführen ist. In der Nähe des Ortsteiles Ravensruh liegt der Selliner See.

Die Nachbarorte Neuklosters sind: Lübberstorf, Glasin, Zurow, Benz und Züsow.

Ortsteile

Zu Neukloster gehören die Ortsteile Neuhof, Nevern, Ravensruh, Sellin und Rügkamp.

Geschichte

Neukloster

Im Gebiet von Neuklosters befand sich um 1170 die Kussiner Burg. Es wird vermutet, dass sie sich in der heutigen Innenstadt befunden hat.

Das von Heinrich Borwin I. gegründete Kloster Sonnenkamp befand sich in jener Zeit noch im kleinen Örtchen Parchow in der Nähe der Burg Ilow. Das Kloster von Parchow wurde bereits nach acht Jahren nach Neukloster verlegt. Das Kloster am neuen Standort wurde bereits 1219 erstmals urkundlich erwähnt. Somit war von nun auch „Neukloster“ in den Landkarten dieser Welt verzeichnet. Die Burg verfiel mit der Zeit, jedoch das Kloster entwickelte sich zu einem kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum für die Umgebung. 1235 wird die in der Nähe gelegene Ortschaft Bryzelaz (heute Wüstung) erwähnt. Mitte des 14. Jahrhunderts waren Ländereien und Besitz am umfangreichsten. Das Kloster wurde 1555 aufgelöst, sein Besitz und Land fiel an den Landesherren von Mecklenburg, der es von nun an verwaltete.

Im Westfälischen Frieden 1648 fiel 1648 Neukloster wie auch Wismar an Schweden. Es wurde das Amt Neukloster gebildet. Die Schwedenzeit Neuklosters war geprägt durch Armut und Not. Die schwedische Herrschaft über Neukloster und Wismar endete de facto 1803, als Schweden Neukloster mit dem Malmöer Pfandvertrag gegen Zahlung von 1.250.000 Taler für 99 Jahre an das Herzogtum Mecklenburg-Schwerin verpfändete. Formal fiel Neukloster 1903 an Deutschland zurück und Schweden verzichtete auf die Einlösung des Pfandes.

Neuklosters lokale Bedeutung stieg, als man 1862 das Lehrerseminar von Ludwigslust in die Kleinstadt holte. 1864 wurde die Landesblindenanstalt in Neukloster eröffnet. Der Zuzug nach Neukloster nahm rasch zu; Handwerk und Gewerbe florierten. 1887 wurde Neukloster über die Bahnstrecke Wismar–Karow an das regionale Bahnnetz angeschlossen.

Neukloster erhielt 1938 das Stadtrecht; die Einwohnerzahlen verdoppelten sich in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg von ungefähr 2500 auf fast 5000.

In der Zeit der DDR veränderte sich das Bild Neuklosters enorm und Neukloster erhielt ein kleinstädtisches Aussehen. Durch den Zuzug wurde in Neukloster viel gebaut, die meisten der damals errichteten Häuser bestimmen heute noch das Stadtbild. Damals entstanden unter anderem ein Zeltplatz, eine Bibliothek, ein Kino, ein Altersheim, ein Stadion, Schulen, ein Kindergarten, das Gebäude der Katholischen Kirche und der Marktplatz.

Die Innenstadt wurde unter anderem im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 gründlich saniert.

Ravensruh: Gut Ravensruh wurde 1787 gegründet. Das Gutshaus stammt von 1806. Die Gutsanlage dient seit um 1995 als soziotherapeutische Suchteinrichtung.

Politik

Stadtvertretung

Die Stadtvertretung von Neukloster besteht aus 15 gewählten Bürgern. Seit der Kommunalwahl von 4. September 2011 sind die Sitze wie folgt verteilt:

CDU WFN* SPD Die Linke NPD Gesamt
6 Sitze 4 Sitze 3 Sitze 1 Sitz 1 Sitz 15 Sitze

* Wählervereinigung „Für Neukloster“

Wappen

Das Wappen wurde am 16. August 1903 von Friedrich Franz IV., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin verliehen und unter der Nr. 78 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Gespalten; vorn in Gold ein halber, hersehender schwarzer Stierkopf mit silbernen Hörnern, goldener Krone, aufgerissenem Maul, ausgeschlagener roter Zunge und abgerissenem Halsfell am Spalt; hinten in Rot ein schrägrechter silberner Äbtissinnenstab mit goldener Krümme, begleitet oben und unten von je einer silbernen Lilie.“

Das Wappen wurde 1993 von dem Wismarer Roland Bornschein neu gezeichnet.

Flagge

Die Flagge der Stadt Neukloster zeigt in zehn Längsstreifen gleicher Breite abwechselnd die Farben Gold und Rot, in einem Querstreifen längs des Flaggenstocks, der etwa ein Fünftel der Flaggenlänge einnimmt, die Farbe Schwarz und in der Mitte des von Rot und Gold längsgestreiften Feldes das Stadtwappen.

Kultur

Es existiert das Dorfkino der Kirchgemeinde als Einrichtung des Dachverbandes der kulturellen Kinos und Filmklubs, Filmkommunikation Landesverband Mecklenburg-Vorpommern und des mobilen Kinos Filmklub Güstrow mit regelmäßigem Programmkinoprogramm.

Sehenswürdigkeiten

In der Kirche Kloster Sonnenkamp, erbaut um 1219, befinden sich wertvolle Ausstattungsstücke der gotischen Zeit, so ein Marienaltar und die zweitältesten farbigen Kirchenfenster Nordeuropas. Von den Klostergebäuden sind das ehemalige Propsteigebäude und der in den 1990er Jahren wiederhergestellte Glockenturm erhalten. Im ehemaligen Amtsschreiberhaus gibt es seit einigen Jahren das vom Museumsverein Neukloster e. V. mit Unterstützung der Stadtverwaltung betriebene Heimatmuseum von Neukloster.

Sehenswert sind das Fischerhaus und der im 19. Jahrhundert erbaute, denkmalgeschützte Komplex der Sehschwachenschule und der Landesblindenanstalt.

Am Sonnenberg erinnert seit 1951 ein Ehrenmal an die Opfer des Nationalsozialismus. Die Schwedeneiche im Stadtzentrum erinnert an die Zugehörigkeit zu Schweden von 1648 bis 1803 bzw. 1903, die Nonnenfiguren vor dem Rathaus an das Kloster und der Gedenkstein auf dem Jahrhundertberg, ganz in der Nähe des Ehrenmals, an die Völkerschlacht bei Leipzig 1813.

Wirtschaft und Infrastruktur

Neukloster verfügt neben Geschäften in der Innenstadt über zwei Industrie- und Gewerbegebiete. Eines davon ist bereits voll ausgebaut und durch Firmen bebaut, das andere ist derzeit in einer Plan- und Bauphase.

Verkehrsanbindung

Neukloster ist über den gleichnamigen Autobahnanschluss an der Bundesautobahn 20 erreichbar. Die Bundesstraße 192 (WismarNeubrandenburg) führt drei Kilometer westlich an der Stadt vorbei. Die durch Neukloster führende Bahnstrecke Wismar–Karow wurde 1998 stillgelegt und infolge des Baus der Autobahn 20 zurückgebaut. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Hornstorf an der Bahnstrecke Wismar–Rostock und Blankenberg (Meckl) an der Bahnstrecke Bad Kleinen–Rostock. Die Bahnhöfe in Wismar und Blankenberg sind von Neukloster täglich mit Regionalbussen zu erreichen.

Persönlichkeiten

  • Caspar Bussing (1658–1732), Theologe, Mathematiker und Heraldiker
  • Robert Hellmuth Hesse (1816–1885), deutscher Arzt und 1848/49 Mitglied der Mecklenburgischen Abgeordnetenversammlung
  • Hans Held (1866–1942), deutscher Mediziner und Embryologe, Professor an der Universität Leipzig
  • Paul Krückmann (1866–1943), deutscher Rechtswissenschaftler, Professor an den Universitäten Greifswald und Münster/Westfalen
  • Herta Meyer-Riekenberg (1910–1984), Vorstandsmitglied der DAG, DAK, und BfA

Literatur

  • Sabine Schöfbeck, Tilo Schöfbeck, Detlef Witt: Kloster Sonnenkamp in Neukloster. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-385-4.
  • Michael Buddrus, Sigrid Fritzlar: Die Städte Mecklenburgs im Dritten Reich. Ein Handbuch zur Stadtentwicklung im Nationalsozialismus, ergänzt durch ein biographisches Lexikon der Bürgermeister, Stadträte und Ratsherren. Edition Temmen, Bremen 2011, ISBN 978-3-8378-4029-2. (Zu Neukloster: S. 319–323)

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Westmecklenburg (2011) , Regionaler Planungsverband, abgerufen am 12. Juli 2015

Weblinks

 Commons: Neukloster  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Landkreis Nordwestmecklenburg | Neukloster | Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern

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