Neuhausen (Enzkreis) - LinkFang.de





Neuhausen (Enzkreis)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: EnzkreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 482 m ü. NHN
Fläche: 29,76 km²
Einwohner: 5217 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 175 Einwohner je km²
Postleitzahl: 75242
Vorwahl: 07234
Kfz-Kennzeichen: PF
Gemeindeschlüssel: 08 2 36 044
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pforzheimer Straße 20
75242 Neuhausen
Webpräsenz: www.neuhausen-enzkreis.de
Bürgermeister: Oliver Korz
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Neuhausen ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg, etwa 12 km südöstlich der Kreisstadt Pforzheim gelegen.

Geographie

Neuhausen liegt auf der Hochfläche zwischen Nagold und Würm, dem so genannten Biet, zwischen 430 und 570 Meter N.N.

Geologie

Die Gemeinde ist hauptsächlich auf rotem Buntsandstein gelegen. Außerdem liegt ein Teil auf unterem bzw. mittlerem Muschelkalk.

Ausdehnung des Gemeindegebiets

Neuhausen und seine Ortsteile erstrecken sich auf einer Fläche von 2976 ha, davon sind 1647 ha, also 55 % Wald.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind: Bad Liebenzell, Pforzheim, Tiefenbronn, Unterreichenbach und Weil der Stadt.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Neuhausen besteht aus den ehemaligen Gemeinden Hamberg, Neuhausen, Schellbronn und Steinegg. Zu den ehemaligen Gemeinden Hamberg, Schellbronn und Steinegg gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zur ehemaligen Gemeinde Neuhausen in den Grenzen von 1972 gehören das Dorf Neuhausen und die Orte „Monbachtal, Jugenderholungsheim“, teilweise auch zu Bad Liebenzell im Landkreis Calw, „Monbachtal, Kurhotel“ ebenfalls teilweise zu Bad Liebenzell, Bahnstation Neuhausen und St. Wendel (ehem. Wehrmachtsbaracken). Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Hamberg liegt das 1568 erstmals erwähnte und abgegangene Jagdschloss Taulbronnen.[2]

Klima

In den meisten Beschreibungen der Bietdörfer findet man die Wendung, dass es sich um eine Landschaft mit rauem Klima handele. Die Hochflächenlage mag dabei eine gewisse Rolle spielen, wobei auch die jeweilige Lage des Dorfes von Bedeutung ist. Wer am Anblaser wohnt, wird es rauer haben als der, dessen Dorf in der Mulde liegt.

Die mittlere Jahrestemperatur beträgt ungefähr 10° - 10,5 °C. In den 1930er Jahren wurde noch eine Jahresmitteltemperatur von 7,5 °C erreicht.

Geschichte

Die sogenannten Bietdörfer, zu denen auch Neuhausen und seine Ortsteile gehören, sind wahrscheinlich zwischen 800 und 1000 als Waldhufendörfer gegründet worden. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte später: 1073 Schellbronn, 1150 Neuhausen und 1157 Steinegg. Hamberg wurde erst 1453 das erste Mal urkundlich erwähnt, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass Hamberg im 11. Jahrhundert auf Veranlassung eines Stain von Rechtenstein entstanden ist. Ab 1407 unterstanden sie Diether V. von Gemmingen, der mit dem dort erworbenen Besitz die Linie Hagenschieß (auch Gemmingen-Steinegg genannt) der Freiherren von Gemmingen begründete.

Zweiter Weltkrieg

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, vom 15. bis 19. April 1945, wurden die Dörfer der Gemeinde mehrmals von der Royal Air Force angegriffen. Dabei starben auch 20 Menschen, sowohl Zivilisten (6 Neuhausener und 4 Flüchtlinge), als auch Soldaten (6 deutsche und 4 französisch-marokkanische). Ein weiterer Dorfbewohner erlag Wochen später seinen Verletzungen. Zur Erinnerung an die Opfer und die Zerstörung befindet sich seit dem 5. April 2014 am Parkplatz vor dem Rathaus eine Skulptur mit Gedenktafel.

Religionen

Da die Linie Hagenschieß der Freiherren von Gemmingen - im Unterschied zu den anderen Familienlinien - nach der Reformation katholisch blieb, bildete das Biet, zu dem Neuhausen gehört, eine katholische Enklave in evangelischer Umgebung.

Räumliche Entwicklung des Gemeindegebiets

Am 1. März 1973 wurden die Gemeinden Hamberg, Neuhausen und Steinegg 1973 zur Gemeinde Neuhausen zusammenschlossen. Am 1. Januar 1975 wurde die heutige Gemeinde Neuhausen durch Vereinigung mit der Gemeinde Schellbronn neu gebildet.

Politik

Bürgermeister

  • Gerhard Gindele (1981–1997)
  • Oliver Korz (seit 1997)

Gemeinderat

In Neuhausen wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis[3]. Die Wahlbeteiligung betrug 55,9 % (2009: 55,3 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

CDU FWG SPD Bürger für das Biet
 % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze
13. Juni 2004 48,5 8 40,2 7 11,3 1 - -
7. Juni 2009 28,9 6 31,8 7 13,4 2 25,9 5
25. Mai 2014 29,8 5 33,6 6 10,6 2 26,0 5

Wappen

Das Wappen von Neuhausen
In Silber auf einem von Blau und Gold geteilten Schildfuß ein rotes Haus mit zwei Schornsteinen, zwei von den Giebeln linkshin flatternden roten Fähnlein, sechs (3:3) roten Fenstern, an der Front geschlossenem Tor und einem roten Fenster an der linken Giebelseite. (Die ehemalige Gemeinde Neuhausen führte seit 1902 ein Wappen, das in Silber auf grünem Boden ein rotes Haus enthielt. Dieses Wappen gab es in Siegeln bereits im 19. Jahrhundert.)
Das Wappen von Hamberg
In von Blau und Gold viermal geteiltem Schild eine gestürzte silberne Pflugschar. (Die Annahme, dass es sich bei der Pflugschar um eine Schäferschaufel handeln könnte, wurde vom Generallandesarchiv Karlsruhe nicht bestätigt.)
Das Wappen von Schellbronn
In Gold ein roter Brunnen, aus dessen drei Röhren silbernes Wasser fließt.
Das Wappen von Steinegg
In gespaltenem Schild vorn in Gold drei schwarze Wolfsangeln, hinten in Blau zwei goldene Balken. (Wolfsangel war früher ein Gerät zum Fangen von Wölfen und Füchsen.)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Bahnhof Monbach-Neuhausen (1912)
  • Burg Steinegg
  • Germania Neuhausen (Kriegerdenkmal) (1876)
  • Kapelle St. Wendelin Neuhausen (1693)
  • Kirche Maria-Königin Steinegg (1968)
  • Kirche St. Nikolaus Schellbronn (1752)
  • Kirche St. Sebastian Neuhausen (1475)
  • Kirche St. Wolfgang Hamberg Alt (Bau unbekannt, Restaurierung 1749, Denkmalschutz 1936)
  • Kirche St. Wolfgang Hamberg Neu (1941)
  • Kriegerdenkmal Hamberg (1928)
  • Kriegerdenkmal Schellbronn (1924)
  • Kriegerdenkmal Steinegg (1927)
  • Pfarrkirche St. Urban & Vitus Neuhausen (1523)
  • Schloßkapelle Steinegg (1730–1739)
  • Waldkapelle Hamberg (1739)

Naturdenkmäler

Die Fernwanderstrecke Ostweg (PforzheimSchaffhausen), die den Ort berührt, führt an vielen Naturdenkmälern vorbei.

In der gesamten Gemeinde sind auf den Gemarkungen der einzelnen Ortsteile die sogenannten Bildstöckle zu finden. An ihnen führt teilweise auch der Kapellenrundweg Biet vorbei.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Nachtumzug Schellbronn des Narrenbundes Schellau
  • Faschingsumzug Neuhausen des Fastnachtsvereins Hau-Hu
  • Sonnwendfeuer
  • Bietpokal
  • Most- und Schlachtfest des MV Hamberg am Roßberg
  • Leistungsschau Neuhausen
  • Weihnachtsmarkt Neuhausen
  • Lichterfest des TTC Hamberg
  • Theatertage Steinegg

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 582–584
  3. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Wahlergebnis 2014

Literatur

  • Rund um St. Wendel - Bilder von früher und heute, Eugen Bogner und Erich Schmidl, Geiger-Verlag, Horb am Neckar, ISBN 3-89570-324-9
  • Auf Spurensuche - Gemeinde Neuhausen Band I, Eugen Bogner und Erich Schmidl, Geiger-Verlag, Horb am Neckar, ISBN 3-89570-759-7
  • Auf Spurensuche - Gemeinde Neuhausen Band II, Eugen Bogner und Erich Schmidl, Geiger-Verlag, Horb am Neckar, ISBN 3-89570-900-X

Weblinks

 Commons: Neuhausen (Enzkreis)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Enzkreis | Neuhausen (Enzkreis) | Gemeinde in Baden-Württemberg

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Neuhausen (Enzkreis) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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