Neuenkirchen (Lüneburger Heide) - LinkFang.de





Neuenkirchen (Lüneburger Heide)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Landkreis HeidekreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 69 m ü. NHN
Fläche: 96,68 km²
Einwohner: 5509 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29643
Vorwahl: 05195
Kfz-Kennzeichen: HK
Gemeindeschlüssel: 03 3 58 017
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 1/3
29643 Neuenkirchen
Webpräsenz: www.gemeinde-neuenkirchen.de
Bürgermeister: Carlos Brunkhorst (CDU)
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Neuenkirchen ist eine Gemeinde im Landkreis Heidekreis, Niedersachsen. Sie liegt am Westrand der Lüneburger Heide an der Bundesstraße 71 zwischen Rotenburg (Wümme) und Soltau. Neuenkirchen ist anerkannter Luftkurort.

Geographie

Neuenkirchen liegt in einer Wald-, Heide- und Moorlandschaft in der Lüneburger Heide, von der sich große Teile unter Landschaftsschutz befinden, darunter der Stichter See.

Gemeindegliederung

Zehn Ortschaften gehören zum Gemeindegebiet von Neuenkirchen. Einwohnerzahlen (Stand: 15. Dezember 2014):

  1. Behningen 76
  2. Brochdorf 294
  3. Delmsen 733
  4. Gilmerdingen 213
  5. Grauen 334
  6. Ilhorn 189
  7. Neuenkirchen 2.661
  8. Schwalingen 363
  9. Sprengel 320
  10. Tewel 586

Gesamt 5.769 (Quelle: Nahverkehrsplan Heidekreis 2015–2019, basierend auf dem Niedersächsischen Landesamt für Statistik)

Geschichte

Neuenkirchen entwickelte sich aus dem früheren "Kerkspel Nyenkerken", wie es urkundlich erstmals erwähnt wurde. Dazu gehörten auch einige ältere Dörfer wie Delmsen, Tewel, Grauen, Ilhorn, Sprengel und Behningen.

Gründungslegende: Einst wollte man eine Kirche bauen und wählte dafür eine Stelle in Delmsen aus, die geeignet erschien. Doch die im Bau befindliche Kirche brannte drei Mal ab, und so dachten die Leute, der Teufel hauste bei dieser Stelle. Da man sich aber auf keine geeignete Stelle einigen konnte, beschloss man, ein Pferd vor einen Wagen zu spannen und auf den Wagen die Kirchglocke zu laden. Damit das Pferd nicht wieder in seinen Stall zurück-, sondern einfach wahllos durch die Gegend lief, verband man ihm die Augen. Das Pferd lief los und blieb direkt im Hahnenbach stehen. Da man die Kirche ja nicht in selbigem errichten konnte, trieben die Leute das Pferd weiter an, bis es auf einer schönen grünen Wiese mitten im Ort stehen blieb. Dort baute man ohne Zwischenfälle die Kirche, die heute noch steht, und verschaffte Neuenkirchen nicht nur einen Namen, sondern auch ein Wappen, das diese Geschichte widerspiegelt. Im Mittelalter war der Ort ein "Freibann", das bedeutete, dass die mehrheitlich freie Bauernschaft in Neuenkirchen die Gerichtsbarkeit selbst ausübte.

Neuenkirchen war 1629 von Hexenverfolgung betroffen: Die Ehefrau von Claus Boling (oder Böhling) geriet in einen Hexenprozess.[2] Im Ortsteil Behningen gab es vor 1664 eine Hexenverfolgung gegen Marie Brüggemann, Ehefrau von Christoph Brüggemann.[3] Im Ortsteil Schwalingen waren 1665–1671 in den Hexenverfolgungen drei Männer und eine Frau betroffen. Ein Mann wurde mit Landesverweis bestraft.[4] Nach 1945 erlebte Neuenkirchen ein starkes Wachstum durch Flüchtlinge und Vertriebene aus ehemals deutschen Ostgebieten, der Tschechoslowakei und aus Bessarabien.

Am 1. März 1974 wurden im Zuge der Verwaltungs- und Gebietsreform die ehemaligen selbständigen Gemeinden Behningen, Brochdorf, Delmsen, Gilmerdingen, Grauen, Ilhorn, Schwalingen, Sprengel und Tewel in die Gemeinde Neuenkirchen eingegliedert.[5]

Im Jahr 1986 wurde in der Nähe des Bahnhofes Neuenkirchen die Fernsehshow: ,,Dalli-Dalli" mit einer Liveschaltung übertragen. An diesem Tag waren über 3000 Leute dort anwesend. Für die Fernsehsendung wurde ein Sonderzug auf der Bahnstrecke: ,,Soltau (Han.) - Neuenkirchen" befördert.

Seit 1992 existiert das Kartoffelfest in Neuenkirchen, dieses findet in der Regel am dritten Samstag im September statt.

Am Morgen des 20. Oktober 2004 erschütterte ein Erdbeben die Gemeinde. Es hatte sein Epizentrum bei Neuenkirchen und erreichte eine Stärke von 4,5 auf der Richterskala[6].

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht derzeit aus 17 Mitgliedern.[7]

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit dem 20. Mai 2010 Carlos Brunkhorst[8], der der CDU angehört.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straße

Neuenkirchen liegt an der Bundesstraße 71. Es besteht außerdem eine Straße nach Bad Fallingbostel und die Landesstraße 171 von Schneverdingen nach Verden (Aller).

Eisenbahn

Die früher vorhandene, von der OHE betriebene Bahnstrecke Soltau–Neuenkirchen wurde zwischenzeitlich teilweise demontiert. Auf der Reststrecke in Neuenkirchen besteht seit dem 1. Januar 2014 eine Draisinenbahn, diese wurde am 3. Mai 2014 offiziell eröffnet.

Öffentlicher Personennahverkehr

Der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) wird durch die Buslinien 205 (Soltau - Neuenkirchen - Sprengel - Vahlzen), 105 (Schneverdingen - Neuenkirchen) und durch die Bürgerbuslinie 881 (Visselhövede - Neuenkirchen) abgewickelt.

Wirtschaft

In der Gemeinde befinden sich zwei Gewerbegebiete: Das Gebiet Siemensstraße an der Landesstraße 171 in Richtung Visselhövede sowie das Gebiet Robert-Koch-Straße an der Bundesstraße 71 in Richtung Rotenburg.

Touristische Einrichtungen

  • Naturfreibad Neuenkirchen
  • Schäferhof in Neuenkirchen
  • Sprengeler Mühle in Sprengel
  • Neuenkirchener Draisinenbahn in Neuenkirchen
  • Der Schroershof in Neuenkirchen
  • Kunststiftung Springhornhof in Neuenkirchen

Sehenswürdigkeiten

Baudenkmäler

Persönlichkeiten

  • Hawoli (* 1935, eigentlich Hans-Wolfgang Lingemann) ist ein deutscher Maler und Bildhauer.

Weblinks

 Commons: Neuenkirchen (Lüneburger Heide)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Neuenkirchen (Lüneburger Heide) – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014  (Hilfe dazu).
  2. Jürgen Hoops und Heinrich Ringe: mißbraucht & verbrannt. Die Hexenprozesse im Amt Rotenburg, Bistum Verden, zweite Auflage, Stuttgart 2011, S. 325-328.
  3. Jürgen Hoops und Heinrich Ringe: mißbraucht & verbrannt. Die Hexenprozesse im Amt Rotenburg, Bistum Verden, zweite Auflage, Stuttgart 2011, S. 325-328.
  4. Jürgen Hoops und Heinrich Ringe: mißbraucht & verbrannt. Die Hexenprozesse im Amt Rotenburg, Bistum Verden, zweite Auflage, Stuttgart 2011, S. 325-328.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 235.
  6. http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Erdbeben-Gefaehrdungsanalysen/Seismologie/Seismologie/Erdbebenauswertung/Besondere_Erdbeben/Ausgewaehlte_Erdbeben/rotenburg.html
  7. [1]
  8. http://www.gemeinde-neuenkirchen.de/staticsite/staticsite.php?menuid=58&topmenu=2&keepmenu=inactive

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Neuenkirchen (Lüneburger Heide) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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