Neuendorf (Unterfranken) - LinkFang.de





Neuendorf (Unterfranken)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-SpessartVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Lohr am Main
Höhe: 156 m ü. NHN
Fläche: 9,65 km²
Einwohner: 830 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97788
Vorwahl: 09351
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 164
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 3
97788 Neuendorf
Webpräsenz: www.neuendorf-main.de
Erster Bürgermeister: Karlheinz Albert (Freie Wähler / Dorfgemeinschaft)
}

Neuendorf ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Lohr am Main.

Geografie

Geografische Lage

Neuendorf liegt in der Region Würzburg im Vorspessart und wird nach Süden hin vom Main abgegrenzt. Es liegt zwischen den Städten Gemünden am Main und Lohr am Main. Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich mit 530 m ü. NN am Gipfel der Sohlhöhe, am Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerkes, der niedrigste liegt im Main auf 152,4 m ü. NN .

Gemeindegliederung

Es gibt zwei Ortsteile[2]:

Beide Ortsteile liegen auf der Gemarkung Neuendorf.

Nachbargemeinden

Stadt
Gemünden am Main
Stadt
Lohr am Main

Name

Etymologie

Der Name Neuendorf besteht aus den mittelhochdeutschen Wörtern niuwe, das „neu“ bedeutet, und dorf.[3] Die Bezeichnung „Neu Dorf“ wurde von der Bildung eines neuen Dorfes abgeleitet.

Frühere Schreibweisen

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1325 Nuwendorf
  • 1344 Nuewendorf
  • 1346 Niwendorf
  • 1593 Nevendorf
  • 1594 Neuendorff
  • 1625 Neuendorf

Geschichte

Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes stammt vom 27. Mai 1325. Nantenbach ist der ältere Teil der Gemeinde.

Neuendorf gehörte zum Amt Partenstein. Dieses hatte wechselnden Herren: Zunächst die Grafen von Rieneck, seit etwa 1277 die Erzbischöfe von Mainz und die Herren und Grafen von Hanau gemeinsam, ab 1684 dann nur noch das Erzbistum. Frondienste waren zeitweise an das Amt Partenstein und Hohenroth zu leisten. Als Erwerb der Einwohner dominierte die Landwirtschaft auf kargem Boden auf Buntsandstein.

Als Teil des Erzstifts Mainz fiel Neuendorf im Reichsdeputationshauptschluss 1803 an das neugebildete Fürstentum Aschaffenburg, mit welchem (nun ein Departement des Großherzogtums Frankfurt) es 1814 zu Bayern kam. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Im Jahre 1862 wurde das Bezirksamt Lohr am Main gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Neuendorf lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Neuendorf war dann eine der 26 Gemeinden im Landkreis Lohr am Main (späteres Kfz-Kennzeichen LOH). Mit Auflösung des Landkreises Lohr im Jahre 1972 kam Neuendorf in den neu gebildeten Landkreis Main-Spessart (Kfz-Kennzeichen KAR, ab 1979 MSP).

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern konnte Neuendorf seine Eigenständigkeit bewahren. Die Gemeinde wurde der Verwaltungsgemeinschaft Lohr am Main zugeordnet. Mittlerweile ist Neuendorf die Gemeinde mit der niedrigsten Einwohnerzahl im Landkreis.

Religionen

Kirchlich gehörten Neuendorf und Nantenbach früher zur römisch-katholischen Pfarrei Lohr am Main, später zu Langenprozelten. Im Jahre 1717 wurde in Neuendorf eine kleine Filialkirche erbaut, die 1928/1929 auf den heutigen Umfang erweitert wurde. Kirchenpatron ist der Heilige Sebastian. Die Pfarrei hat seit 70 Jahren einen eigenen Geistlichen. Der Anteil der Katholiken an der Dorfbevölkerung beträgt rund 90 Prozent.

Einwohnerentwicklung

  • 1961: 685 Einwohner
  • 1970: 754 Einwohner
  • 1987: 868 Einwohner
  • 1995: 945 Einwohner
  • 2000: 972 Einwohner
  • 2005: 949 Einwohner
  • 2010: 921 Einwohner
  • 2012: 838 Einwohner
  • 2013: 867 Einwohner
  • 2014: 834 Einwohner

Politik

Bürgermeister ist seit 1. Mai 2008 Karlheinz Albert (Freie Wähler Dorfgemeinschaft Neuendorf). Sein Vorgänger war Konrad Rauch (CSU/Unabhängige Bürger).

Die Vertreter des Bürgermeisters sind:

  • Zweiter Bürgermeister Bernhard Ries (Freie Wähler Dorfgemeinschaft Neuendorf)
  • Dritter Bürgermeister Oliver Ebert (CSU/Unabhängige Bürger)

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 595.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 217.000 €.

Wappen

Die Gemeinde führt seit 1981 ein eigenes Wappen.

In der Erläuterung hierzu heißt es: „Die Geschichte von Neuendorf wurde wesentlich durch die Grafen von Rieneck geprägt, an die im Gemeindewappen die Farben Rot und Gold erinnern. Die 1717 erbaute Kirche von Neuendorf ist dem heiligen Sebastian geweiht. Dieses Patrozinium wird durch die gekreuzten Pfeile als Symbol dieses Heiligen dargestellt. An die über dreihundertjährige Tradition des Fassreifenschneiders und der Holzbearbeitung in Neuendorf und Nantenbach erinnert das Schälmesser. Auf der gegenüberliegenden Mainseite von Neuendorf befindet sich die Ruine des ehemaligen Klosters Schönrain, das nach seiner Aufhebung im 16. Jahrhundert von den Grafen von Rieneck als Schloss und Verwaltungsbau benutzt wurde. Im Wappen weist der Zinnschnitt auf diese Kloster- bzw. Schlossanlage hin.

Die Ruine Schönrain liegt nicht auf Neuendorfer Gemarkung, ist aber dennoch das Wahrzeichen der Gemeinde. Im Ort verweist darauf eine Schönrainstraße und die Festhalle trägt den Namen „Schönrainhalle“.

Baudenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

Bis vor sieben Jahrzehnten war Neuendorf ein rein landwirtschaftlich orientiertes Dorf, die Kleinbauern besserten ihren Unterhalt durch Waldarbeit, Reifen schneiden, Rinden schälen, und Holztransporten zu den Ländeplätzen am Main auf. In den zwanziger Jahren fasste in Neuendorf die Heimschneiderei Fuß und sorgte für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Zwischen 1950 und 1960 ging die Landwirtschaft zurück, da sich bessere Verdienstmöglichkeiten, besonders im nahe liegenden Lohr am Main, boten. Heute hat der Ort nur noch einen Vollerwerbslandwirt. Es gab nach der amtlichen Statistik im Jahr 1999 vier landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 89 ha, davon waren 53 ha Ackerfläche und 34 ha Dauergrünfläche. Damit ist ein Strukturwandel von einer ehemals landwirtschaftlich geprägten Gemeinde hin zu einer Wohngemeinde eingetreten.

An Industrieansiedlungen ist ein metallverarbeitender (Drahtbiegeteile) Betrieb, eine Spezialfirma für Anbaugeräte an Maschinen, ein Betonwerk – hauptsächlich für Fertigdecken – sowie eine Karosseriewerkstätte zu nennen. Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 157 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 348.

Neuendorf ist eine waldreiche Gemeinde. In der 965 Hektar großen Gemarkung befinden sich 171 Hektar der etwa 700 Hektar umfassenden Waldfläche im Besitz der Gemeinde. Hierfür hat die Gemeinde 8,5 Kilometer für LKW-befahrbare Waldwege ausgebaut.

Infrastruktur

Die aus dem Jahre 1901 stammende Wasserversorgung wurde in den Jahren 1972 bis 1978 gründlich saniert. Die gemeindlichen Entwässerungseinrichtungen sind ebenfalls seit 1960 abschnittsweise saniert worden. Die Abwasseranlage konnte 1994 mit der Fertigstellung der Hauptsammelkanäle und der Kläranlage in Betrieb genommen werden. Der Friedhof wurde in den Jahren 1953 und 1970 vergrößert und vor wenigen Jahren im alten Friedhofsteil saniert. Im Jahre 1995 wurde ein neues Baugebiet „Am Thürlein“ mit 42 Bauplätzen erschlossen.

Verkehr

Durch den Neubau der Nantenbacher Kurve mit der Maintalbrücke Nantenbach im Zuge der Bahnstrecke Aschaffenburg-Würzburg sowie dem Bau der Ortsumgehung im Zuge der Bundesstraße 26 hat sich das Gesicht der Gemeinde wesentlich gewandelt. Neuendorf hatte von 1901 bis zum Jahr 1982 eine eigene Bahnstation. Heute wird die Gemeinde mit Straßenbussen des öffentlichen Verkehrsverbundes über die B 26 bedient. Die Gemeinde ist in das bayerische Dorferneuerungsprogramm aufgenommen. Bei den Dorfverschönerungsmaßnahmen wurde zuletzt die Frankenstraße im Jahr 2001/2002 neu ausgebaut. In den vergangenen Jahren konnte mit Hilfe des Straßenbauamtes Würzburg eine durchgehende Radwegverbindung entlang des Maines nach Gemünden am Main und nach Lohr a.Main gebaut werden. Ein modernes Rathaus mit Mehrzweckraum für Ortsvereine, ein neuer Kindergarten sowie der vom SV Neuendorf neu gebaute Sportplatz und das Sportheim sollen den Gemeinschaftssinn und vielfältige Aktivitäten in der Gemeinde unterstützen.

Bildung und Kultur

Die schulpflichtigen Kinder der Schuljahrgänge eins bis acht wurden bis zum Jahre 1967 im gemeindeeigenen Schulhaus in Neuendorf unterrichtet. Im Zuge der Schulneugliederung wurden ab 1967 die Jahrgänge fünf mit acht in Langenprozelten beschult, die Jahrgänge eins mit vier blieben bis 1974 in Neuendorf. Heute gehen alle Neuendorfer Kinder in die Grundschule bzw. in die weiterführenden Schulen nach Lohr am Main oder Gemünden.

Am örtlichen Kulturgeschehen beteiligen sich die Musikkapelle, die Fränkische Trachtenkapelle, das „Schönrain Echo“, der Sportverein, ein Fasenachtsverein, die Freiwillige Feuerwehr, eine Rotkreuzgemeinschaft, ein „Gemischter Chor“, der Obst- und Gartenbauverein, der ComputerClub Neuendorf, der FC Bayern München Fanclub Neuendorf und die Kolpingsfamilie. Für größere Veranstaltungen steht eine Mehrzweckhalle („Schönrainhalle“), die in den Jahren 2002/2003 grundlegend renoviert wurde, zur Verfügung.

Seit den achtziger Jahren besteht eine Partnerschaft zu Neuendorf in der Schweiz.

Weblinks

 Commons: Neuendorf  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111119/212603&attr=OBJ&val=1735
  3. 3,0 3,1 Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 157 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Neuendorf (Unterfranken) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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