Neue Einfachheit - LinkFang.de





Neue Einfachheit


Neue Einfachheit ist ein Begriff aus der Neuen Musik und beschreibt eine Stilrichtung. Eine Definition ist insofern schwierig, als der Begriff keine feste „Schule“ oder Gruppierung in der neuen Musik bezeichnet, sondern eher eine Kompositionshaltung. Zumeist wird der Begriff auch nicht von den Komponisten selbst benutzt, sondern von Musikwissenschaftlern (seit Ende der 1970er Jahre) oder Musikjournalisten geprägt, um dieses Phänomen zu beschreiben. Die Komponisten zogen hingegen andere Begrifflichkeiten vor, etwa „Neue Vielfalt“ oder „Neue Eindeutigkeit“, wie Wolfgang Rihm 1977 vorschlug.[1]

Hintergrund

Neben der atonalen Musik, der Zwölftontechnik oder dem vollständig determinierten Komponieren im Serialismus gab es immer auch Komponisten wie etwa Karl Amadeus Hartmann oder Allan Pettersson – um nur zwei zu nennen – die in ihrem Komponieren eine stärker der Tonalität verpflichtete, „einfachere“ Kompositionsweise weiterentwickelten.

Nach dem Ende des Serialismus etwa gegen Ende der 1960er Jahre war dann eine verstärkte Hinwendung zu leichter fasslicher Musik bemerkbar. Während Komponisten wie Helmut Lachenmann zu den Extremen der musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten tendierten, gab es zur gleichen Zeit Komponisten, die wieder traditionelle Elemente einbezogen. Dies bezieht sich auf alle möglichen musikalischen Parameter, diente aber dem übergeordneten Willen der „Verständlichkeit“, die sich vor allem über emotionale musikalische Gesten einstellt. Da man mit verschiedenen Mitteln „einfach“ komponieren kann, wurden mit dem Begriff sowohl Komponisten der Minimal Music als auch des Neoklassizismus bzw. der Neoromantik assoziiert. Der Grad der Anwendung von Mitteln der neuen Einfachheit, wie z. B. die Einbindung von tonalen Klängen oder tradierten Werkformen ist je nach Komponist und Werk unterschiedlich.

Als Vertreter der neuen Einfachheit gelten im weitesten Sinne neben anderen Arvo Pärt, Peter Michael Hamel, Hans-Jürgen von Bose, Wolfgang Rihm, Manfred Trojahn, Kevin Volans, Walter Zimmermann und Wolfgang von Schweinitz. Es gibt aber ebenso Werke von Rihm oder Hamel, die sich eben nicht „leicht verständlich“ mitteilen.

Einige davon haben selbst mittlerweile SchülerInnen ausgebildet, so dass heute von einer „Zweiten Neuen Einfachheit“ gesprochen wird; dazu gezählt werden u. a. Matthias Pintscher, Jörg Widmann und Rebecca Saunders.[1]

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Rainer Nonnenmann: Geliehenes Pathos. Kritische Gedanken zu einer „Zweiten Neuen Einfachheit“ am Beispiel von Matthias Pinscher. In: Die Musikforschung. Band 57, 2004, ISSN 0027-4801 , S. 215–233 ([1] Zugriff nur über Login möglich).

Kategorien: Neue Musik

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Neue Einfachheit (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.