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Neroth


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: VulkaneifelVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Gerolstein
Höhe: 470 m ü. NHN
Fläche: 7,24 km²
Einwohner: 841 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 116 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54570
Vorwahl: 06591
Kfz-Kennzeichen: DAU
Gemeindeschlüssel: 07 2 33 050
Adresse der Verbandsverwaltung: Kyllweg 1
54568 Gerolstein
Webpräsenz: www.neroth.de
Ortsbürgermeister: Egon Schommers
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Neroth ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Gerolstein an. Neroth ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographische Lage

Neroth liegt am Fuß des Nerother Kopfes (651,7 m ) zwischen Daun und Gerolstein im Naturpark Vulkaneifel. Es ist mit diesen Orten über Gemeindestraßen verbunden. Zudem hat Neroth Anteil an den Landschaftsschutzgebieten „Zwischen Ueß und Kyll“ (östlicher Gemeindeteil) und „Gerolstein und Umgebung“ (westlicher Gemeindeteil).

Geschichte

Neroth gehört, auch aufgrund seines Namens, zur mittelalterlichen Rodungsperiode, die um 1200 abgeschlossen war. Es wurde 1388 erstmals als Niederroth urkundlich erwähnt. Die dazugehörigen Siedlungsplätze Oberroth und Hundswinkel wurden wohl in der darauf folgenden Spätmittelalterliche Wüstungsperiode aufgegeben. Neroth war einst recht bedeutend, es hatte ein Hochgericht, an dem die Herren von Daun und von Ulmen Recht sprachen. Und die Nerother Burg war eine Anlage der Grafen von Luxemburg später der Kurfürsten von Trier.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Neroth, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 347
1835 527
1871 586
1905 610
1939 758
Jahr Einwohner
1950 766
1961 716
1970 874
1987 912
2005 925

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Neroth besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Die zwölf Sitze im Gemeinderat verteilen sich auf zwei Wählergruppen.[3]

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: „Zwischen einem durch Zinnenschnitt von Gold und Rot geteilten Schildhaupt und einem grünen Fünfberg, darin eine silberne Mausefalle, in Gold eine rote Waage“, als Reminiszenz an das Nerother Hochgericht.

Öffentliches Leben

Bereits seit 1910 gibt es in Neroth eine Freiwillige Feuerwehr, die – wie oftmals im ländlichen Raum in Deutschland – durch die Einbindung der Bevölkerung einen wichtigen Bestandteil des öffentlichen Lebens einnimmt. Erst in viel späteren Jahren wurden die verschiedenen in Neroth existierenden Sportvereine gegründet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Auf dem nahe gelegenen Berg Nerother Kopf befindet sich die Freudenkoppe, eine Burgruine mit in der Nähe liegender Mühlsteinhöhle. In dieser wurde in der Silvesternacht 1919/20 der Nerother Wandervogel gegründet.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Neroth

Mausefallen

Die Eifel war im 19. Jahrhundert eine Landschaft großer Armut, auch verursacht durch die Realerbteilung, die die landwirtschaftliche Erwerbsgrundlage zusehends verkleinerte. Die Landwirtschaft war äußerst karg. Gewerbliche und handwerkliche Verdienstmöglichkeiten waren gering. Neroth war unter den Dörfern der Eifel insofern keine Ausnahme. Ein Teil der eingesessenen Dorfbevölkerung betrieb daher Nebengewerbe wie den Hausierhandel mit geschnitzten Löffeln oder Korbwaren. Bei einem weiteren, kleinen Teil handelte es sich um zugezogene und ortsfest werdende jenische Hausierhändler und Flickhandwerker. So waren die Voraussetzungen für den Einstieg in die handwerkliche Produktion und in den Vertrieb eines viel verlangten Gegenstands, der Mause- und Rattenfalle, gegeben, den ein damaliger Lehrer aus Neroth für die Menschen seines Dorfes als Ausweg aus der Existenznot um die Mitte des Jahrhunderts konzipierte.

Viele der ärmeren Bewohner – jenische und nichtjenische – betrieben in der Folge einen Hausierhandel mit Drahterzeugnissen, darunter Mausefallen. Im Ergebnis verbesserte sich die Lebenssituation vieler Familien deutlich. Hergestellt wurden die Drahtwaren hauptsächlich von Frauen in Heimarbeit. Die Männer verkauften die Fallen als fahrende Händler. Dabei gelangten die „Musfallskrämer“ bis weit über die Grenzen der heutigen Bundesrepublik bis nach Polen und in die tschechische Republik. Die Hausierer benutzten zur Verständigung untereinander eine Geheimsprache, das Jenisch. Die zunehmende Industrialisierung erschwerte das Geschäft ab Beginn des 20. Jahrhunderts jedoch zusehends, bis es 1970 ganz zum Erliegen kam. Die hergestellten Drahtwaren konnten sich zu jeder Zeit mit industriellen Fertigprodukten messen oder waren sogar von höherer Qualität. Kennzeichen war der „aufgebundene Draht“. Das heißt, die Drähte wurden an Kreuzungspunkten mit einem feineren Draht umwickelt. Heute befindet sich in Neroth das Mausefallenmuseum[4] und dokumentiert die Arbeit und das einfache Leben der Mausefallenmacher.[5] Weiterhin existiert ein Buch und ein Dokumentarfilm zu diesem Thema.

Tourismus

Seit den 1960er Jahren befindet sich in Neroth ein mittelgroßer Hotelbetrieb. Durch Kontakte des Nerother Musikvereins gehören dort niederländische Touristen zu den regelmäßigen Gästen.

Seit 2009 führen etliche Kilometer der 10. Etappe des neuen Eifelsteigs von Gerolstein nach Daun durch den Ort, wobei diese ziemlich genau die Mitte der Etappe bilden. In der Folge wurde ein örtliches Restaurant mit wenigen Gästezimmern ebenfalls zu einem Hotel erweitert.

Kuriosum: Ein Luxemburger als Lehrer in Neroth im Kriegsjahre 1942

Der ehemalige Direktor des Luxemburger Nationalarchivs Paul Spang hat im Jahre 1942 eine kurze Zeit lang als Vertretungslehrer an der Volksschule in Neroth unterrichtet. Spang hatte im Juli 1941 das Abitur in seiner Heimatstadt Echternach im damals von Nazi-Deutschland besetzten Großherzogtum Luxemburg bestanden. Der Zugang zum Universitätsstudium blieb ihm aber versperrt, da hierzu ein eindeutiges Bekenntnis zum Deutschtum und eine freiwillige Meldung zum "freiwilligen" Arbeitsdienst verlangt waren, zwei Voraussetzungen, die Spang nicht erfüllte. Der Besuch der Volksschullehrerbildungsanstalt in Ettelbrück wurde ihm allerdings nicht verwehrt, und so entschloss er sich Volksschullehrer zu werden, ein Studienweg, der ihn schließlich nach Neroth führen sollte, aber nicht verhindern konnte, dass er im Oktober 1942 in den Reichsarbeitsdienst eingezogen und danach als Zwangsrekrutierter in der deutschen Wehrmacht an die Ostfront kam. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat Spang dann sein Universitätsstudium doch antreten können, wurde Professor am Echternacher Gymnasium und später Direktor des Nationalarchivs.[6]

Mit Neroth, wo er bei der Familie Felix Klaus einquartiert war, hat er positive Erinnerungen verknüpft: “In Neroth, auf historisch luxemburgischem Territorium, gab es nur eine Hakenkreuzfahne, und die lag auf dem Speicher der Schule. Hier waren alle freundlich mit mir und ich durfte sogar mit Pfarrer Schelian spazieren gehen, trotzdem dieser auf Geheiß der Gestapo das Ortsgebiet nicht verlassen durfte.”[6]

Literatur

Weblinks

 Commons: Neroth  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. 2,0 2,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. Mausefallen-Museum
  5. Museen in der Eifel bringen sich neu in Position , Artikel der Landesregierung vom 8. April 2009.
  6. 6,0 6,1 Paul Spang: Die ausgeklammerten Jahre : 10. Mai 1940 – 17. Mai 1945. Aus dem Tagebuch eines zwangsrekrutierten Luxemburgers. Éditions Saint-Paul, Luxembourg 2012, ISBN 978-2-87963-842-3, S. 29–38 (posthum erschienen).

Kategorien: Ort im Landkreis Vulkaneifel | Neroth | Gemeinde in Rheinland-Pfalz

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Neroth (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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