Nemezkaja sloboda - LinkFang.de





Nemezkaja sloboda


Die Nemezkaja sloboda (russisch Немецкая слобода, „Deutsche Vorstadt“), auch genannt Sloboda Kukui (слобода Кукуй), war ein Ausländerquartier im Nordosten Moskaus und gehört heute zum Stadtteil Lefortowo.

Geschichte

Ausländische, zuerst besonders deutsch-hanseatische Kaufleute, die den offiziellen Status „Gäste“ (russisch гости - gosti) bekamen, später Handwerker und Fachleute kamen schon seit dem 15. Jahrhundert zur Zeit Iwans III. ins Land. Deutsche Bergleute suchten nach Bodenschätzen und bauten erste Verhüttungsanlagen.
Da Russland keine eigenen Universitäten hatte, kamen auch Ärzte, Apotheker und Gelehrte aus ganz Europa. Ausländer galten damals als Nicht-Rechtgläubige, mit denen Orthodoxe nur unter strengen Sicherheitsmaßnahmen Kontakt haben durften. Als Lebensraum wurde den ausländischen Fachkräften eine besondere Örtlichkeit am anderen Ufer des Flusses Jausa etwa zwei Kilometer nordöstlich vom Zentrum Moskaus entfernt zugewiesen. Da die Mehrheit der Ausländer Deutsche waren, wurde die Ausländervorstadt Deutsche Vorstadt (Nemezkaja Sloboda) genannt. Nemzy ist auch etymologisch verwandt mit die Stummen, russisch немые: so wurden alle Ausländer bezeichnet, die das Russische nicht beherrschen, also quasi „stumm“ waren. Hier wurde die erste Apotheke Russlands eröffnet. In der Sloboda war Hochdeutsch Umgangssprache. Die Bewohner der Sloboda konnten seit deren Gründung nach ihren eigenen Sitten und Gebräuchen leben und ungestört ihren Gottesdienst abhalten.

Nach der Hofzählung 1665 gab es in der Deutschen Vorstadt 206 Höfe mit etwa 1.200 Ausländern. Im Jahre 1725 betrug ihre Zahl schon 2.500, aber anteilmäßig machten sie nur 2 % der Gesamtbevölkerung der Stadt aus.

Zur Zeit Peters I. spielte die Sloboda eine große Rolle als Zentrum des modernen Lebensstils. Auch seine erste Geliebte, Anna Mons, fand der Zar hier. Peter Müller, der Eisenhüttenbesitzer, versammelte in seinem Haus die Emissäre des Pietismus und wickelte die Geschäfte mit August Hermann Francke in Halle über sein Kontor ab.

Peter I. lernte dort als junger Prinz (seine Schwester Sofia war Regentin) Carsten Brant, einen holländischen Zimmermann, den späteren „Großvater der Russischen Flotte“ kennen. Mit ihm reparierte der spätere Zar ein Boot und träumte von einem Hafen für Russland. Dort lernte er auch den Schweizer François Le Fort kennen, den späteren Admiral der Kriegsflotte. Ebenso begann hier Peters enge Freundschaft mit Alexander Menschikow.

Siehe auch

Weblinks


Kategorien: Geschichte Moskaus | Auslandsdeutsche

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Nemezkaja sloboda (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.