Nebra (Unstrut) - LinkFang.de





Nebra (Unstrut)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: BurgenlandkreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Unstruttal
Höhe: 150 m ü. NHN
Fläche: 25,42 km²
Einwohner: 3286 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 129 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06642
Vorwahl: 034461
Kfz-Kennzeichen: BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 84 360
Adresse der
Stadtverwaltung:
Promenade 13
06642 Nebra (Unstrut)
Webpräsenz: www.stadt-nebra.de
}

Nebra (Unstrut) ist eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt. Sie gehört der Verbandsgemeinde Unstruttal im nordwestlichen Burgenlandkreis an.

Geographie

Nebra liegt zwischen Querfurt und Naumburg an der Unstrut im Westen des Burgenlandkreises.

Stadtgliederung

Ortschaft Einwohner
Nebra 2467
Reinsdorf 551
Wangen 551

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind Querfurt, Barnstädt und Steigra (alle drei SK) im Norden, Karsdorf im Osten, Bad Bibra im Süden und Kaiserpfalz im Westen.

Geschichte

Am 18. Mai 876 wurde Nebra als Neveri im „Ingelheimer Protokoll“ des Reichsklosters Fulda erstmals urkundlich erwähnt. Im 12. Jahrhundert erhielt Nebra das Stadtrecht. Das Ministerialengeschlecht „von Nebra“ hatte hier seinen Stammsitz und wurde 1205 erstmals erwähnt. Die thüringischen Schenken von Vargula hatten von 1259 bis 1341 Nebra im Lehnsbesitz und nannten sich „Schenken von Nebra“. Das Schloss Nebra ließen 1540 die Brüder von Nißmitz errichten.

Der Ort gehörte bis 1815 zum wettinischen, später kursächsischen Amt Freyburg.[2] Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam er zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Querfurt im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.[3]

Seit vielen Jahrhunderten wurde an den Unstruthängen roter Sandstein abgebaut, der allgemein als Baumaterial für Schlösser wie für Bauernhäuser verwendet wurde. Der Abbau kam erst im 20. Jahrhundert zum Erliegen.

Zwischen 1952 und 1994 war Nebra Sitz des gleichnamigen Landkreises im Bezirk Halle bzw. Land Sachsen-Anhalt. Zu einer Namensänderung kam es am 1. Januar 1998, als sich die Stadt von Nebra in Nebra (Unstrut) umbenannte.

Bei Nebra auf der Altenburg, einem Buntsandsteinsporn im Unstruttal, wurden 1962 vier Frauenstatuetten aus dem späten Jungpaläolithikum (Magdalénien) gefunden, die zu den ältesten bekannten Kunstwerken in Sachsen-Anhalt gehören. Die Figürchen sind 12.000 bis 14.000 Jahre alt.

Am 4. Juli 1999 wurde die so genannte Himmelsscheibe von Nebra zusammen mit einem Bronzeschatz von zwei Raubgräbern auf dem Mittelberg ausgegraben. Sie stammt aus der unmittelbaren Umgebung Nebras (Wangens) und gilt als die früheste bekannte Himmelsdarstellung der Menschheitsgeschichte. Sie wurde um 1600 v. Chr. vergraben, während die Herstellung auf 2100 bis 1700 v. Chr. geschätzt wird.

Am 1. Juli 2009 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Wangen nach Nebra eingemeindet,[4] am 1. September 2010 die Gemeinde Reinsdorf.[5]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat der Gemeinde Nebra wurde zuletzt am 25. Mai 2014 bei einer Wahlbeteiligung von 51,3 % neu gewählt. Das Ergebnis der Wahl und die Zusammensetzung des Gemeinderates lauten wie folgt:

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CDU 26,5 % 4
LINKE 20,6 % 3
SPD 6,6 % 1
AfD 2,6 % 1
Wählergruppen 41,9 % 7
Einzelbewerber 1,8 % -
Gesamt 16

Städtepartnerschaft

Kultur

Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Schlossruine und das Hedwig-Courths-Mahler-Archiv im Heimatmuseum Nebra mit einer Ausstellung über die Himmelsscheibe von Nebra und die Bronzezeit. Mehrere Wohnhäuser sind mit sehenswerten Renaissanceportalen geschmückt.

Am 20. Juni 2007 wurde in der Nähe des Fundortes der Himmelsscheibe bei Nebra das multimediale Besucherzentrum Arche Nebra eröffnet. Teil der Anlage ist ein 30 m hoher um 10° geneigter Aussichtsturm, der mit einem senkrechten Schnitt in zwei Teile geteilt ist. Zur Sommersonnenwende markiert er als Zeiger einer überdimensionalen Sonnenuhr die Sichtachse zum Brocken.[6]

Verkehr

Nebra liegt an der Bundesstraße 250 von Eckartsberga nach Querfurt. Die Züge der Burgenlandbahn verkehren auf der Unstrutbahn im Stundentakt nach Naumburg (Saale). Die Verbindung nach Artern wurde mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2006 durch den Freistaat Thüringen abbestellt.

Der Unstrut-Radweg führt am Westrand Nebras entlang.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Literatur

  • Ernst Pfeil: Zur Geschichte der Stadt und des Schlosses Nebra an der Unstrut. Druck und Verlag August Schneider, Sangerhausen 1929–1933.
  • Trautmann: Nebra Stadt und Schloß. In: Thüringen und der Harz. 1839, S. 134.
  • Otto Küstermann: Zur Geschichte der Stadt, des Schlosses und ehemaligen Gerichtsbezirks Nebra und seiner unmittelbaren Umgebung sowie seiner Beziehungen zum ehemals sächsischen Amte Freiburg. In: Jahresbericht des Thüringisch-Sächsischen Vereins für Erforschung des vaterländischen Altertums und Erhaltung seiner Denkmale. Halle, Band 1897, S. 40–92.

Weblinks

 Wikivoyage: Nebra (Unstrut) – Reiseführer
 Commons: Nebra (Unstrut)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Nebra in der Topographia Superioris Saxoniae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2014 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 34 f.
  3. Der Landkreis Querfurt im Gemeindeverzeichnis 1900
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  6. Besucherinformationen zum Aussichtsturm der Arche Nebra auf der Webseite der Arche Nebra

Kategorien: Ort an der Unstrut | Ehemalige Kreisstadt in Sachsen-Anhalt | Nebra (Unstrut) | Ort im Burgenlandkreis | Gemeinde in Sachsen-Anhalt

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Nebra (Unstrut) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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