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Nationalparks in den Vereinigten Staaten


Verteilung der Nationalparks in den Vereinigten Staaten (Markierungen sind als Link anklickbar)

Die Vereinigten Staaten haben eine Vielzahl von Nationalparks eingerichtet. Weitere Schutzgebiete sind nationale Denkmäler (National Monuments), historische Parks, Gedenkstätten, Erholungsgebiete, Flüsse und Küstenabschnitte. Alle Nationalparks und ein Teil der anderen Schutzgebiete werden vom National Park Service verwaltet, einer Behörde unter dem Dach des US-Innenministeriums.

Zurzeit (Stand: 2013) gibt es 59 offizielle Nationalparks mit einer Fläche von zusammen 210.000 km² (zum Vergleich: Die Fläche der alten Bundesrepublik (bis 1990) betrug 248.000 km²). Sie haben vom Kongress der Vereinigten Staaten den Schutzstatus National Park zuerkannt bekommen.

Erst in späteren Jahren wurden Naturschutz und Bildung als weitere Ziele der Gebiete eingeführt, sie stehen heute im Vordergrund. In den Nationalparks wird in der Regel eine große Vielfalt an kulturellen, geologischen oder biologischen Ressourcen unter Schutz gestellt. Jagd und Bergbau-Maßnahmen sind normalerweise nicht erlaubt. Soweit Nutzungen schon vor der Ausweisung des Parks existierten, kann ihnen Bestandsschutz gewährt werden, so operiert im Death-Valley-Nationalpark (gewidmet 1994) eine Erzmine.

Der Charakter der einzelnen Parks unterscheidet sich stark. Während die abgelegenen Parks in Alaska oder auch der Congaree-Nationalpark in den Sümpfen South Carolinas weitgehend Wildnischarakter haben, leiden Parks in der Nähe von Bevölkerungszentren zumindest in Teilgebieten unter dem Massentourismus, wie das Haupttal des Yosemite-Nationalparks in Zentralkalifornien.

Geschichte

Erste Ideen zu Bewahrung der teilweise noch unberührten Natur wurde schon 1832 vom Maler George Catlin formuliert. Er schlug vor die Großen Ebenen "durch bestimmte weitreichende Maßnahmen des Staates als einen grandiosen Park zu erhalten". Allerdings sah er die von ihm anvisierten Parks vornehmlich als ungestörte Wohngebiete für die in ihrem Lebensraum bedrohten Ureinwohner.

„Welch ein vorbildlich schönes und überaus abwechslungsreiches Gebiet könnte Amerika so bewahren und zukünftigen Generationen aller Länder präsentieren! Ein Park der Nation mit Mensch und Tier in ihrer ungezähmten und natürlichen Schönheit.“

Eine erste Popularisierung der Beachtung der Natur und des Naturschutzes geht auf Ralph Waldo Emerson und Henry David Thoreau zurück, welche in der Natur spirituelle Erbauung suchten. Thoureau erkannte, dass Schutzmaßnahmen für sie nötig waren.

Der damals in der Gegend von Yosemite lebende John Muir, den Emerson 1871 besuchte, setzte sich dann unermüdlich und vehement gegen Holzfäller, Schafzucht und für die Schaffung geschützter Gebiete ein. Er schrieb unter anderem:

„Gott hat für diese Bäume gesorgt, sie vor Sturm und Flut bewahrt, aber er kann sie nicht vor Verrückten bewahren. Nur Uncle Sam kann das.“

Einige kleine, allerdings nicht Bundesbehörden unterstehende Schutzgebiete wie das Yosemite Valley existierten bereits. Als erster Nationalpark der Vereinigten Staaten und zugleich weltweit wurde der Yellowstone-Nationalpark 1872 gegründet. Die Urkunde nennt als Zweck des Gebietes:

„als öffentlichen Park oder Vergnügungsstätte zum Nutzen und zur Freude der Bevölkerung.“[1]

Weiteren Auftrieb erhielt die Nationalparkbewegung durch die Gründung der Naturschutzorganisation Sierra Club durch Muir und andere im Jahr 1892. Washington handelte schließlich aufgrund vieler Kampagnen und Appelle, indem er der Gründung von Sequoia-, General-Grant- und Yosemite-Nationalpark, wohl auch weil er sie für „völlig wertloses Gebiet“ hielt, zustimmte. 1899 entstand dann der Mount Rainier National Park.

Einen wichtigen Verbündeten fanden die Naturschützer um Muir dann in Präsident Theodore Roosevelt. Er erweiterte das Gebiet der Staatsforste um 53 Millionen Hektar, richtete ein Netz von Wildschutzgebieten ein, und schuf 18 Nationalparks.

Dennoch existierten noch immer keine Parks östlich des Mississippi. Ihrer Gründung standen verschiedene Probleme im Wege. Die östlichen Staaten waren dichter besiedelt als der Westen, und auch die kulturell unerschlossenen Gebiete befanden sich großteils in privater Hand. Außerdem hielt man die Landschaften des Ostens wegen des Fehlens der imposanten Canyons und Berge des Westens für weniger schützenswert. 1916 kauften John D. Rockefeller, Charles William Eliot und andere 2400 Hektar der Insel Mount Desert Island vor der Küste von Maine. Das Gebiet wurde später in erweiterter Form zum Acadia National Park. Rockefeller spendete in den 1920er Jahren auch 5 Millionen Dollar für die Errichtung des Great-Smoky-Mountains-Nationalpark und Shenandoah-Nationalpark in den Appalachen.

Nationalpark Lage Ansicht
Acadia-Nationalpark
  • Maine
  • 2.563.129 Besucher (2014)
  • Fläche: 192 km²
  • gegründet 19. Januar 1929
Arches-Nationalpark
  • Utah
  • 1.284.767 Besucher (2014)
  • Fläche: 310 km²
  • gegründet 12. April 1929
Nationalpark von Amerikanisch-Samoa
Badlands-Nationalpark
  • South Dakota
  • 868.094 Besucher (2014)
  • Fläche: 982 km²
  • gegründet 29. Januar 1939
Big-Bend-Nationalpark
  • Texas
  • 314.102 Besucher (2014)
  • Fläche: 3.242 km²
  • gegründet 12. Juni 1944
Biscayne-Nationalpark
  • Florida
  • 525.745 Besucher (2014)
  • Fläche: 700 km²
  • gegründet 28. Juni 1980
Black-Canyon-of-the-Gunnison-Nationalpark
  • Colorado
  • 183.045 Besucher (2014)
  • Fläche: 124 km²
  • gegründet 21. Oktober 1999
Bryce-Canyon-Nationalpark
  • Utah
  • 1.435.741 Besucher (2014)
  • Fläche: 145 km²
  • gegründet 15. September 1928
Canyonlands-Nationalpark
  • Utah
  • 542.431 Besucher (2014)
  • Fläche: 1.366 km²
  • gegründet 12. September 1964
Capitol-Reef-Nationalpark
  • Utah
  • 786.514 Besucher (2014)
  • Fläche: 976 km²
  • gegründet 18. Dezember 1971
Carlsbad-Caverns-Nationalpark
  • New Mexico
  • 397.309 Besucher (2014)
  • Fläche: 188 km²
  • gegründet 14. Mai 1930
Channel-Islands-Nationalpark
  • Kalifornien
  • 342.161 Besucher (2014)
  • Fläche: 1.009 km²
  • gegründet 5. März 1980
Congaree-Nationalpark
Crater-Lake-Nationalpark
  • Oregon
  • 535.508 Besucher (2014)
  • Fläche: 741 km²
  • gegründet 22. Mai 1902
Cuyahoga-Valley-Nationalpark
  • Ohio
  • 2.189.849 Besucher (2014)
  • Fläche: 134 km²
  • gegründet 11. Oktober 2000
Death-Valley-Nationalpark
  • Kalifornien
  • 1.101.312 Besucher (2014)
  • Fläche: 13.451 km²
  • gegründet 31. Oktober 1994
Denali-Nationalpark
  • Alaska
  • 531.315 Besucher (2014)
  • Fläche: 19.121 km²
  • gegründet 26. Februar 1917
Dry-Tortugas-Nationalpark
  • Florida
  • 64.865 Besucher (2014)
  • Fläche: 249 km²
  • gegründet 4. Januar 1935
Everglades-Nationalpark
  • Florida
  • 1.110.901 Besucher (2014)
  • Fläche: 5.660 km²
  • gegründet 6. Dezember 1947
Gates-of-the-Arctic-Nationalpark
  • Alaska
  • 12.669 Besucher (2014)
  • Fläche: 29.405 km²
  • gegründet 2. Dezember 1980
Glacier-Nationalpark (Vereinigte Staaten)
  • Montana
  • 2.338.528 Besucher (2014)
  • Fläche: 4.100 km²
  • gegründet 11. Mai 1910
Glacier-Bay-Nationalpark
  • Alaska
  • 500.727 Besucher (2014)
  • Fläche: 13.043 km²
  • gegründet 2. Dezember 1980
Grand-Canyon-Nationalpark
  • Arizona
  • 4.756.771 Besucher (2014)
  • Fläche: 4.779 km²
  • gegründet 26. Februar 1919
Grand-Teton-Nationalpark
  • Wyoming
  • 2.791.392 Besucher (2014)
  • Fläche: 1.245 km²
  • gegründet 26. Februar 1929
Great-Basin-Nationalpark
  • Nevada
  • 107.526 Besucher (2014)
  • Fläche: 312 km²
  • gegründet 27. Oktober 1987
Great-Sand-Dunes-Nationalpark
  • Colorado
  • 271.774 Besucher (2014)
  • Fläche: 164 km²
  • gegründet 13. September 2004
Great-Smoky-Mountains-Nationalpark
Guadalupe-Mountains-Nationalpark
  • Texas
  • 166.868 Besucher (2014)
  • Fläche: 349 km²
  • gegründet 15. Oktober 1966
Haleakalā-Nationalpark
  • Hawaii
  • 1.142.040 Besucher (2014)
  • Fläche: 117 km²
  • gegründet 1. Juli 1961
Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark
  • Hawaii
  • 1.693.005 Besucher (2014)
  • Fläche: 1.309 km²
  • gegründet 1. August 1916
Hot-Springs-Nationalpark
  • Arkansas
  • 1.424.484 Besucher (2014)
  • Fläche: 20 km²
  • gegründet 4. März 1921
Isle-Royale-Nationalpark
  • Michigan
  • 14.560 Besucher (2014)
  • Fläche: 2.182 km²
  • gegründet 3. April 1940
Joshua-Tree-Nationalpark
  • Kalifornien
  • 1.589.904 Besucher (2014)
  • Fläche: 3.112 km²
  • gegründet 31. Oktober 1994
Katmai-Nationalpark
  • Alaska
  • 30.896 Besucher (2014)
  • Fläche: 14.616 km²
  • gegründet 2. Dezember 1980
Kenai-Fjords-Nationalpark
  • Alaska
  • 270.666 Besucher (2014)
  • Fläche: 2.436 km²
  • gegründet 2. Dezember 1980
Kings-Canyon-Nationalpark
  • Kalifornien
  • 502.268 Besucher (2014)
  • Fläche: 1.869 km²
  • gegründet 4. März 1940
Kobuk-Valley-Nationalpark
  • Alaska
  • 16.875 Besucher (2013)
  • Fläche: 6.758 km²
  • gegründet 4. März 1940
Lake-Clark-Nationalpark
  • Alaska
  • 16.100 Besucher (2014)
  • Fläche: 13.881 km²
  • gegründet 2. Dezember 1980
Lassen-Volcanic-Nationalpark
  • Kalifornien
  • 432.977 Besucher (2014)
  • Fläche: 430 km²
  • gegründet 9. August 1916
Mammoth-Cave-Nationalpark
  • Kentucky
  • 522.628 Besucher (2014)
  • Fläche: 210 km²
  • gegründet 1. Juli 1941
Mesa-Verde-Nationalpark
  • Colorado
  • 501.563 Besucher (2014)
  • Fläche: 210 km²
  • gegründet 29. Juni 1906
Mount-Rainier-Nationalpark
  • Washington
  • 1.264.259 Besucher (2014)
  • Fläche: 954 km²
  • gegründet 2. März 1899
North-Cascades-Nationalpark
  • Washington
  • 23.865 Besucher (2014)
  • Fläche: 2.042 km²
  • gegründet 2. Oktober 1968
Olympic-Nationalpark
  • Washington
  • 3.243.872 Besucher (2014)
  • Fläche: 3.697 km²
  • gegründet 29. Juni 1938
Petrified-Forest-Nationalpark
  • Arizona
  • 836.799 Besucher (2014)
  • Fläche: 379 km²
  • gegründet 1. Januar 1962
Pinnacles-Nationalpark
  • Kalifornien
  • 196.635 Besucher (2014)
  • Fläche: 107 km²
  • gegründet 16. Januar 1908
Redwood-Nationalpark
  • Kalifornien
  • 429.166 Besucher (2014)
  • Fläche: 315 km²
  • gegründet 2. Oktober 1968
Rocky-Mountain-Nationalpark
  • Colorado
  • 3.434.751 Besucher (2014)
  • Fläche: 1.074 km²
  • gegründet 26. Januar 1915
Saguaro-Nationalpark
  • Arizona
  • 673.572 Besucher (2014)
  • Fläche: 354 km²
  • gegründet 1. Januar 1933
Sequoia-Nationalpark
  • Kalifornien
  • 1.039.137 Besucher (2014)
  • Fläche: 1.635 km²
  • gegründet 25. September 1890
Shenandoah-Nationalpark
  • Virginia
  • 1.255.321 Besucher (2014)
  • Fläche: 802 km²
  • gegründet 26. Dezember 1935
Theodore-Roosevelt-Nationalpark
  • North Dakota
  • 559.580 Besucher (2014)
  • Fläche: 282 km²
  • gegründet 10. November 1978
Virgin-Islands-Nationalpark
Voyageurs-Nationalpark
  • Minnesota
  • 239.160 Besucher (2014)
  • Fläche: 539 km²
  • gegründet 8. April 1975
Wind-Cave-Nationalpark
  • South Dakota
  • 547.022 Besucher (2014)
  • Fläche: 115 km²
  • gegründet 9. Januar 1903
Wrangell-St.-Elias-Nationalpark
  • Alaska
  • 74.722 Besucher (2014)
  • Fläche: 44.313 km²
  • gegründet 2. Dezember 1980
Yellowstone-Nationalpark
Yosemite-Nationalpark
  • Kalifornien
  • 3.882.642 Besucher (2014)
  • Fläche: 3.074 km²
  • gegründet 1. Oktober 1890
Zion-Nationalpark
  • Utah
  • 3.189.696 Besucher (2014)
  • Fläche: 579 km²
  • gegründet 19. November 1919

Aufgelöste Nationalparks

Nationalpark gegründet aufgelöst Kommentar
Abraham-Lincoln-Nationalpark 17. Juli 1916 11. August 1939 umgewandelt in Abraham Lincoln Birthplace National Historic Site
Fort-McHenry-Nationalpark 3. März. 1925 11. August 1939 umgewandelt in Fort McHenry National Monument and Historic Shrine
Hawaii-Nationalpark 1. August 1916 13. September 1960 aufgeteilt in Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark und Haleakalā-Nationalpark
Mackinac-Nationalpark 15. April 1875 dem Staat Michigan am 2. März übereignet, Status als State Park seit dem 31. Mai 1895 jetzt Mackinac Island State Park
Platt-Nationalpark 29. Juni 1906 17. März 1976 jetzt Chickasaw National Recreation Area
Sullys-Hill-Nationalpark 27. April 1904 3. März 1931 jetzt Sullys Hill National Game Preserve

Weitere Schutzgebiete in den USA

Die National Monuments haben einen geringeren Schutzstatus als die Nationalparks und sind in der Regel kleinere bis sehr kleine Schutzgebiete.

National Historical Parks, National Historic Sites, National Memorials und Battlefields beinhalten historische Plätze, Denkmäler und Schlachtfelder. Oft sind das einzelne Gebäude oder kleinere Regionen, die eine historische Bedeutung haben.

National Recreation Areas, Seashores and Trails sind Erholungsgebiete, besondere Seen, Flüsse, Küstenabschnitte und Straßen, sowie Wanderwege. Wild and Scenic Rivers sind vor massiven Eingriffen geschützt, ihr Erholungs- und Landschaftswert soll erhalten bleiben.

National Preserves würden die Voraussetzung für eine Ausweisung als Nationalpark erfüllen, in ihnen ist aber Bergbau, die Förderung von Erdöl/-gas sowie meistens die Jagd zulässig. Wilderness Areas sind von menschlichen Eingriffen unbeeinflusst. Besucher dürfen sich nur zu Fuß oder gegebenenfalls im Kanu und per Pferd bewegen.

National Wildlife Refuges sind Naturschutzgebiete die unter der Verwaltung des United States Fish and Wildlife Service stehen. Außerdem gibt es in den USA bundesstaatliche Nationalforste (National Forest), die vom US Forest Service verwaltet werden. In ihnen sind meist nur kleine Bereiche als Schutzgebiete ausgewiesen, der größte Teil der National Forests wird kommerziell durch die Forstwirtschaft genutzt.

Sonstiges

Neben dem National Park Service, dem U.S. Fish and Wildlife Service und dem US Forest Service sind auch das Bureau of Land Management, die Verwaltungen der Indianerreservate und andere bundesstaatliche und lokale Institutionen für die Verwaltung einzelner Parks zuständig. Der bekannteste von Indianern verwaltete Park ist das Monument Valley.

Zusätzlich zu den aufgelisteten, von der Bundesregierung verwalteten, unterhalten die einzelnen Bundesstaaten als State Parks bezeichnete Naturschutzgebiete.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

 Commons: Nationalparks in den Vereinigten Staaten  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. National Park Service: About us – history : "as a public park or pleasuring ground for the benefit and enjoyment of the people"
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