Nationalpark Thayatal - LinkFang.de





Nationalpark Thayatal


Nationalpark Thayatal
Lage: Niederösterreich , Österreich
Fläche: 13,3 km²
Gründung: 2000
Karte des Nationalparks
i3i6

Der 13,3 km² große Nationalpark Thayatal liegt im niederösterreichischen Grenzgebiet zu Tschechien und schließt an den tschechischen Národní park Podyjí an. Das Thayatal mit seinen steilen Hangwäldern zählt zu den schönsten Durchbruchstälern Österreichs. Die höchste Erhebung ist der aus Gneis bestehende Umlaufberg, um den die Thaya herumfließt.

Die Grundlage für den Nationalpark ist das niederösterreichische Nationalparkgesetz. Vereinbart wurde es zwischen der Republik und dem Bundesland bereits 1997. Es orientiert sich weitgehend an den internationalen Kriterien für Nationalparks, die von der Weltnaturschutzunion IUCN herausgegeben werden. Das Thayatal wird als Kategorie-II-Gebiet bezeichnet. Eine Vergrößerung wurde bei der Gründung auf 1.7 km² bereits vorgesehen.[1]

Lage

Im Nationalpark liegen neben der Stadt Hardegg auch die gleichnamige Burg Hardegg und die Ruine Kaja. Direkt vom österreichischen Teil kann man in Hardegg über die Thayabrücke, die die Staatsgrenze bildet, in den tschechischen Nationalpark gehen oder mit dem Fahrrad fahren.

Neben der Ausrichtung zur Sonne sind auch die Form des Tales und die chemischen Eigenschaften des Untergrundgesteines für die ökologische Vielfalt verantwortlich.

Entstehung

Obwohl der Nationalpark auf tschechischer Seite wesentlich älter ist, reichen die Bemühungen um eine Unterschutzstellung auch in Österreich weit zurück.

Nachdem im Jahr 1984 bekannt wird, dass an der Thaya ein Kraftwerk auf tschechischer Seite errichtet werden soll, versuchen Bürgerinitiativen und die Stadt Hardegg erfolgreich, dies zu verhindern.

In den Jahren 1988 und 1991 werden zwei Gebiete entlang der Thaya mit Verordnung der NÖ Landesregierung unter Naturschutz gestellt. Diese beiden Gebiete sind die Vorläufer des heutigen Nationalparks.

Nachdem im Jahr 1991 der Nationalpark in Tschechien geschaffen worden ist, wird bereits 1992 in Österreich beschlossen, in der Unterschutzstellung gleichzuziehen.

Nach der Erstellung der verschiedenen Machbarkeitsstudien und der Schaffung der gesetzlichen Rahmenbedingungen erfolgt im Jahr 1997 die Unterzeichnung des Staatsvertrages zwischen den Ministern Bartenstein und Edlinger für die Republik und Landeshauptmann Pröll für das Land Niederösterreich zur Errichtung des Nationalparks.

Flora

Der kleinste Nationalpark beherbergt die Hälfte aller in Österreich vorkommenden Pflanzenarten. Die Ursache liegt darin, dass das Gebiet an der Klimagrenze zwischen dem raueren, feuchteren Hochflächenklima des mitteleuropäischen Übergangsklimas im Waldviertel und dem kontinental beeinflussten pannonischen Klima im Weinviertel liegt. Im westlichen Teil und auf den schattigen Nordhängen dominieren Buchenwaldgesellschaften, in denen neben der Rotbuche auch Bergahorn, Eibe und Bergulme zu sehen sind. In der Krautschicht wachsen Türkenbund, Seidelbast, Sauerklee, Zwiebel-Zahnwurz, Einblütiges Perlgras und als Besonderheit das Weiße Waldvögelein.

Vor allem im östlichen Teil des Gebietes sind auf den durch Sonneneinstrahlung sehr trockenen und warmen Südhängen Eichen-Hainbuchenwälder zu finden. In den umgestürzten Bäumen wächst die Larve des Hirschkäfers heran. Durch die größeren trocken-warmen Eichenwaldbestände des tschechischen Nationalparks zieht der seltene Steppeniltis.

Fauna

Zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten konnten im Thayatal ihren Lebensraum verteidigen: Fischotter, Würfelnatter, Kammmolch und der Seeadler als Wintergast profitieren von dem intakten Flussökosystem. Schwarzstorch, Äskulapnatter und Weißrückenspecht leben verborgen in den naturnahen Waldbeständen. Auch die Trockenrasen und Felsstandorte sind ein wichtiger Lebensraum für gefährdete Arten wie Östliche Smaragdeidechse, Schlingnatter, Uhu und Kolkrabe. Nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs sind im Thayatal wieder in Österreich bereits verschwundene Tierarten gesichtet worden: der Elch und die Wildkatze.

Filmographie

  • Das Tal an der Grenze: Nationalpark Thayatal, Dokumentarfilm, 50 Min., Österreich, 2000, Produktion: Lotus Film, Buch und Regie: Heinz Leger
  • Im Reich der Wildkatze: 10 Jahre Nationalpark Thayatal, Dokumentarfilm, 23 Min., Österreich, 2009, Produktion: ORF Landesstudio Niederösterreich, Regie: Sabine Daxberger

Einzelnachweise

  1. "Stiller" Beginn des Nationalparks Thayatal am 1. Jänner 2000 auf APA vom 28. Dezember 1999 abgerufen am 16. März 2010

Literatur

  • Hans Matz: Die Thaya - Ein Natur- und Kulturraum im Waldviertel.
  • Thomas Hofmann: Nationalpark Thayatal-Podyjí - Natur verbindet.

Weblinks

 Commons: Nationalpark Thayatal  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: IUCN-Schutzgebiet der Kategorie II | Geographie (Niederösterreich) | Nationalpark in Österreich | Bezirk Hollabrunn | Nationalpark in Europa

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark Thayatal (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.