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Nagaland


Nagaland ist ein indischer Bundesstaat mit einer Fläche von 16.527 Quadratkilometern und knapp zwei Millionen Einwohnern (Stand 2011). Die Hauptstadt Nagalands ist Kohima, die offizielle Landessprache ist Englisch. Benannt ist Nagaland nach der Volksgruppe der Naga.

Geografie

Nagaland grenzt an die Bundesstaaten Arunachal Pradesh (Norden), Assam (Westen) und Manipur, sowie im Osten an Myanmar und besteht aus elf administrativen Distrikten (Mon, Longleng, Mokokchung, Tuensang, Wokha, Zunheboto, Kiphire, Phek, Kohima, Dimapur, Peren). Es ist einer der Sieben Schwesterstaaten, die mit Sikkim im Nordosten Indiens die Northeastern Region bilden, deren Entwicklung von der Zentralregierung mit einem eigenen Ministerium besonders gefördert wird.

Größte Städte

(Stand: Volkszählung 2001)

Stadt Einwohner
Dimapur 107.382
Kohima 78.584
Wokha 37.696
Mokokchung 31.204
Tuensang 29.654
Zunheboto 22.809

Bevölkerung

Demografie

Sprachen in Nagaland
Sprache Prozent
Ao
  
14,2 %
Konyak
  
13,7 %
Lotha
  
9,3 %
Angami
  
7,3 %
Phom
  
6,8 %
Sema
  
5,1 %
Yimchungrü
  
5,1 %
Sangtam
  
4,7 %
Chakru
  
4,6 %
Chang
  
3,4 %
Zeliang
  
3,4 %
Bengali
  
3,3 %
Rengma
  
3,2 %
Hindi
  
3,2 %
Khezha
  
2,2 %
Khiamniungan
  
2,1 %
Nepali
  
1,9 %
Andere
  
6,4 %
Verteilung der Sprachen (Volkszählung 2001)[1]

Nach der indischen Volkszählung 2011 hat Nagaland 1.980.602 Einwohner. Damit gehört Nagaland zu den kleineren Bundesstaaten Indiens. Die Bevölkerungsdichte Nagalands beträgt 119 Einwohner pro Quadratkilometer und liegt damit deutlich unter dem gesamtindischen Durchschnitt von 382 Einwohnern pro Quadratkilometer. 29,0 Prozent der Einwohner des Bundesstaates leben in Städten. Der Urbanisierungsgrad entspricht damit dem Landesdurchschnitt von 31,2 Prozent. Als einziger Bundesstaat Indiens hat Nagaland eine negative Bevölkerungsentwicklung: Zwischen 2001 und 2011 schrumpfte die Einwohnerzahl um 0,5 Prozent. Die Alphabetisierungsquote in Nagaland liegt mit 80,1 Prozent über dem Mittelwert Indiens (74,0 Prozent).[2]

Nagaland wird überwiegend von Naga besiedelt. Dabei handelt es sich um einen Oberbegriff für eine Gruppe von indigenen Völkern des indischen Nordostens. Indische Regierungsstellen zählen sie zu den „Stammesvölkern“, denen besondere Rechte zukommen (scheduled tribes). Nach der Volkszählung 2001 machen die Naga 87,5 Prozent der Bevölkerung des Bundesstaates aus und teilen sich auf 16 verschiedene Stämme auf. Diese sind (in Größenordnung) die Konyak, Sema, Ao, Lotha, Chakhesang, Angami, Phom, Sangtam, Yimchungrü, Zeliang, Chang, Rengma, Khiamniungan, Pochury, Tikhir und Chirr. Außer den Naga werden weitere 1,6 Prozent der Einwohner Nagalands zur Stammesbevölkerung gezählt. Größtenteils handelt es sich dabei um Angehörige der Kuki.[3] Die restliche Bevölkerung besteht aus Einwanderern aus anderen Teilen Indiens.

Sprachen

In Nagaland herrscht eine enorme Sprachenvielfalt. Die verschiedenen Naga-Stämme sprechen unterschiedliche tibetobirmanische Sprachen aus der Untergruppe der Kuki-Chin-Naga-Sprachen, deren Namen meist mit denen der entsprechenden Stämme identisch sind. Eine gegenseitige Verständigung ist unter den Sprechern der unterschiedlichen Naga-Sprachen nicht möglich. Nach der Volkszählung 2001 gibt es in Nagaland 14 Naga-Sprachen, deren Sprecher jeweils mindestens ein Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, wobei keine von ihnen einen Anteil von mehr als 15 Prozent erreicht. Diese Sprachen sind (absteigend nach der Anzahl der Sprecher sortiert) Ao, Konyak, Lotha, Angami, Phom, Sema, Yimchungrü, Sangtam, Chakru, Chang, Zeliang, Rengma, Khezha und Khiamniungan.

Unter der nicht-indigenen Bevölkerung sind die indoarischen Sprachen Bengali (3,3 Prozent), Hindi (3,2 Prozent), Nepali (1,9 Prozent) und Assamesisch (0,9 Prozent) verbreitet. Als Verkehrssprache dient ein Nagamesisch genanntes Pidgin auf Grundlage des Assamesischen. Amtssprache des Bundesstaates ist Englisch.

Religionen

Religionen in Nagaland
Religion  Prozent
Christentum
  
87,9 %
Hinduismus
  
8,7 %
Islam
  
2,5 %
Andere
  
0,9 %
Verteilung der Religionen (Volkszählung 2011)[4]

Die vorherrschende Religion in Nagaland ist das Christentum. Nach der Volkszählung 2011 sind 88 Prozent der Einwohner des Bundesstaates Christen. Nagaland ist damit der indische Bundesstaat mit dem höchsten christlichen Bevölkerungsanteil und neben den ebenfalls im indischen Nordosten gelegenen Bundesstaaten Mizoram und Meghalaya einer von drei Bundesstaaten, in denen Christen die Bevölkerungsmehrheit stellen. Der hohe christliche Bevölkerungsanteil ist Folge der Christianisierung der Naga durch amerikanische Missionare ab dem späten 19. Jahrhundert. Die Mehrzahl der Christen in dem Bundesstaat sind Baptisten. Nagaland gilt als die Region mit dem weltweit höchsten baptistischen Bevölkerungsanteil. Unter der aus anderen Teilen Indiens zugewanderten Bevölkerung sind Hinduismus (8,7 Prozent) und Islam (2,5 Prozent) verbreitet.

Geschichte

Nagaland wurde am 1. Dezember 1963 ein eigener Staat. Sein Status als Teil von Indien ist seit 1956 ein Streitthema, es gibt in der Region starke Bestrebungen zur Unabhängigkeit.

Am 2. Oktober 2004 fanden in Assam und Nagaland zwei Bombenattentate statt, in welchen mindestens 57 Menschen getötet und über 100 verletzt wurden. Offiziellen Verlautbarungen zufolge waren diese Attentate auf Separatisten zurückzuführen, die der United Liberation Front of Asom und der National Democratic Front of Bodoland (NDFB) angehören sollen.

Politik

Politisches System

Die Legislative des Bundesstaates Nagaland besteht aus einem Einkammernparlament, der Nagaland Legislative Assembly. Die 60 Abgeordneten des Parlaments werden alle fünf Jahre durch Direktwahl bestimmt. Das Parlament hat seinen Sitz in Kohima. Der Chief Minister (Regierungschef) Nagaland, wird vom Parlament gewählt. An der Spitze des Bundesstaats steht jedoch der vom indischen Präsidenten ernannte Gouverneur (Governor). Seine Hauptaufgaben sind die Ernennung des Chief Ministers und dessen Beauftragung mit der Regierungsbildung. Der für Nagaland zuständige höchste Gerichtshof ist der Gauhati High Court mit Sitz in Guwahati. Eine Zweigstelle besteht in Kohima.

Nagaland stellt jeweils einen Abgeordneten in der Lok Sabha, dem Unterhaus des indischen Parlaments, und im Oberhaus, der Rajya Sabha.

Parteien

Nagaland wird seit 2003 von der Regionalpartei Naga People’s Front (NPF) regiert. Bei der Parlamentswahl im Februar 2013 gewann sie mit 38 von 60 Sitzen die absolute Mehrheit. Die wichtigste Oppositionspartei ist die Kongresspartei, die sechs Abgeordnete stellt. Weiterhin im Parlament vertreten sind die Nationalist Congress Party (NCP) mit vier Sitzen, die Bharatiya Janata Party (BJP) und die Janata Dal (United) (JD(U)) mit jeweils einem Sitz sowie sieben unabhängige Kandidaten. Als Ergebnis der Wahl wurde der NPF-Politiker Neiphiu Rio im Amt bestätigt. Nachdem Rio in die Lok Sabha eingezogen war, ersetzte ihn sein Parteikollege T. R. Zeliang am 24. Mai 2014 als Chief Minister Nagalands. Auch bei den gesamtindischen Parlamentswahlen 2004, 2009 und 2014 gewann die NPF den Wahlkreis Nagaland.

Ergebnis der Parlamentswahl 2013[5]
Partei Sitze
Naga People’s Front (NPF) 38
Indischer Nationalkongress (INC) 8
Nationalist Congress Party (NCP) 4
Bharatiya Janata Party (BJP) 1
Janata Dal (United) (JD(U)) 1
Unabhängige 7
Total 59 (60)*

*) Die Wahl in einem Wahlkreis wurde vertagt, weil einer der Kandidaten verstorben war.

Verwaltungsgliederung

Der Bundesstaat Nagaland ist in folgende elf Distrikte untergliedert (Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte nach der Volkszählung 2011):[6]

Distrikt Verwaltungssitz Fläche Einwohner
(2011)
Bev.-
dichte
Dimapur Dimapur 926 km² 379.769 410 Ew./km²
Kiphire Kiphire 1.122 km² 74.033 66 Ew./km²
Kohima Kohima 1.268 km² 270.063 213 Ew./km²
Longleng Longleng 568 km² 50.593 89 Ew./km²
Mokokchung Mokokchung 1.610 km² 193.171 120 Ew./km²
Mon Mon 1.791 km² 250.671 140 Ew./km²
Peren Peren 1.726 km² 94.954 55 Ew./km²
Phek Phek 2.016 km² 163.294 81 Ew./km²
Tuensang Tuensang 2.187 km² 196.801 90 Ew./km²
Wokha Wokha 1.630 km² 166.239 102 Ew./km²
Zunheboto Zunheboto 1.259 km² 141.014 112 Ew./km²

Einzelnachweise

  1. Census of India 2001: Statement - 3 Distribution of 10,000 Persons by Language - India, States and Union Territories - 2001 und Distribution of the 100 Non-Scheduled Languages-India/States/Union Territories .
  2. Census of India 2001: Provisional Population Tables and Annexures (Memento vom 10. Januar 2012 im Internet Archive) und Provisional Population Totals – India – Rural-Urban Distribution. (PDF; 8,1 MB)
  3. Census of India 2001: Nagaland. Data Highlights: The Scheduled Tribes. (PDF; 68 kB)
  4. Census of India 2011: Population by religious community.
  5. Election Commission of India: Statistical Report on General Election, 2013 to the Legislative Assembly of Nagaland. (PDF; 604 kB)
  6. Census of India 2011: Provisional Population Totals. Nagaland. Population and decadal growth rate by residence (PDF; 2,4 MB) und Density of population. (PDF; 360 kB)

Weblinks

 Commons: Nagaland  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Kategorien: Indischer Bundesstaat

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Nagaland (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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