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Nadja Benaissa


Nadja Benaissa (* 26. April 1982 in Frankfurt am Main) ist eine deutsche R&B- und Popsängerin. Sie wurde als Mitglied der Girlgroup No Angels bekannt.

Leben

Jugend

Nadja Benaissa kam 1982 als zweites Kind des Marokkaners Mohammed Benaissa und seiner deutschen Frau Sabina zur Welt und wuchs gemeinsam mit ihrem älteren Bruder Amin in Langen bei Frankfurt am Main auf. Sie besuchte die Dreieichschule Langen. Erstes Interesse an der Musik zeigte sie im Alter von neun Jahren, als sie mit außerschulischem Klavier- und Flötenunterricht begann. Sie sang in der fünften Klasse im Schul-Musical „Tabaluga“. Mit einer Freundin belegte sie den 2. Platz bei Jugend musiziert. Als Jugendliche nahm sie im Tanz-Ballettstudio Rodin in Langen Unterricht; des Weiteren war sie Mitglied verschiedener Rockbands. Nach öffentlichen Vorwürfen ihres Exfreundes bestätigte sie 2001 in einem stern TV-Interview, mit 14 Jahren bis zu ihrer Schwangerschaft mit 16 Jahren cracksüchtig gewesen zu sein.[1]

Am 25. Oktober 1999 brachte Benaissa eine Tochter zur Welt. Nach der Geburt hatte sie keinen Kontakt mehr zum Vater ihres Kindes. Den Besuch einer Abendrealschule brach sie als Klassenbeste ohne Abschluss ab, um an der Castingshow Popstars teilzunehmen.[2]

No Angels

Siehe Hauptartikel No Angels

Im September 2000 zählte Benaissa zu fünf Frauen, die im Rahmen der ersten Staffel des von RTL II ausgestrahlten Castingwettbewerbs Popstars als Mitglieder der Girlgroup No Angels ausgewählt wurden. Ende 2003 löste sich die Gruppe mit Erscheinen des Albums The Best of No Angels zugunsten einer längeren Pause und Solokarrieren auf. Im Januar 2007 startete Benaissa gemeinsam mit drei anderen Gründungsmitgliedern der No Angels mit dem Album Destiny ein Comeback.

Am 7. September 2010 gab sie ihren Ausstieg aus der Band bekannt.

Solokarriere

Im Gegensatz zu ihren ehemaligen Kolleginnen, die bereits im Jahr nach der Bandpause alle solo auftraten, kehrte Benaissa dem Rampenlicht einige Zeit den Rücken – nach eigenen Angaben, um sich ihrer Tochter zu widmen. Im Fernsehen war sie zwischenzeitlich als Werbeträgerin für Nike und in einer Nebenrolle in dem Film Eine unter Tausend (2004) zu sehen.

2005 wurde Benaissa als Solokünstlerin bei Universal Music (Urban) unter Vertrag genommen. Im Sommer 2005 folgte die Veröffentlichung ihrer ersten Solo-Single Es ist Liebe, die ihr eine Nominierung für die 1Live Krone in der Kategorie „Beste Künstlerin“ einbrachte. Im Spätherbst wurde sie von Simply Red für deren Deutschlandtour als Vorgruppe engagiert.[3]

Anfang 2006 erschien parallel zu ihrem Debütalbum Schritt für Schritt Benaissas zweite Single Ich hab’ dich. Mit diesem Song nahm die Sängerin für Hessen am zweiten Bundesvision Song Contest teil, bei dem sie den vierten Platz belegte.[4] Anschließend war sie im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 neben Laith Al-Deen, Mieze Katz und anderen auf dem von Premiere initiierten Fury-in-the-Slaughterhouse-Cover Won’t Forget These Days zu hören.

Vom 20. Oktober bis 14. November 2008 saß Benaissa in der Jury des Songwriter-Wettbewerbs Dein Song im KiKA.

Die Arbeiten an ihrem zweiten Soloalbum im Frühsommer 2008 legte sie zugunsten der Aufnahmen des fünften No-Angels-Albums Welcome to the Dance auf Eis. Bereits seit Januar des Jahres veröffentlichte sie von Zeit zu Zeit Demoversionen ihrer neuen Songs auf ihrem Myspace-Profil.

Benaissa arbeitete mit der freien Autorin Tinka Dippel an einer Autobiografie, die am 27. September 2010 erschienen ist. Sie wurde auch als Hörbuch veröffentlicht.[5]

Im August 2011 erhielt sie auf der Verleihung des Reminders Day Award den Preis zur Solidaritätsbekundung. An diesem Abend gab sie ihr musikalisches Bühnencomeback mit zwei Coversongs von Rio Reiser. Eigentlich kündigte sie nach ihrem Ausstieg bei den No Angels an, ein Album mit Cover-Versionen von Rio Reiser aufnehmen zu wollen, was anschließend jedoch nicht von ihr realisiert wurde.[6] Stattdessen zog sich Benaissa aus der Öffentlichkeit zurück und holt derzeit ihr Abitur nach.

Seitdem absolviert sie nur noch vereinzelt Liveauftritte. 2013 gab sie zugunsten des Charité-Festivals Actions No Words einen Live-Gig. 2015 trat sie für den guten Zweck im Berliner Kinderhospiz „Sonnenhof“ auf.[7]

Gerichtsverfahren

Am späten Abend des 11. April 2009 wurde Benaissa in Frankfurt am Main wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung festgenommen. Ihr wurde zur Last gelegt, dass sie ungeschützten Sex mit mehreren Personen gehabt hätte, ohne diese auf ihre HIV-Infektion hingewiesen zu haben. Am 21. April 2009 wurde ihr auf Antrag der zuständigen Staatsanwaltschaft Darmstadt Haftverschonung gewährt.[8] Anfang Juli 2009 hob die Staatsanwaltschaft Darmstadt den Haftbefehl gegen Benaissa wieder auf, da sie ihre Auflagen erfüllt hatte.[9]

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt wurde für ihr Verhalten während des Ermittlungsverfahrens mehrfach kritisiert. Ihr wurde vorgeworfen, Details aus einem laufenden Ermittlungsverfahren veröffentlicht und zu umfangreich über gesundheitliche Aspekte von Benaissa informiert zu haben – darunter den HIV-Status öffentlich bekannt gemacht zu haben, ohne ihre Intimsphäre oder die Unschuldsvermutung zu wahren.[10]

Wegen des Verdachts, einen Partner durch ungeschützten Sex mit dem HI-Virus infiziert zu haben und in vier Fällen mit drei weiteren Partnern, die von ihrer HIV-Infektion nichts wussten, ungeschützten sexuellen Verkehr gehabt zu haben, hatte die Staatsanwaltschaft Darmstadt im Februar 2010 Anklage gegen Benaissa wegen vollendeter gefährlicher Körperverletzung und versuchter gefährlicher Körperverletzung in vier Fällen erhoben.[11] Das Amtsgericht Darmstadt verurteilte sie im August 2010 zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und 300 Arbeitsstunden in einer Aids-Einrichtung.[12]

2010 berichtete Benaissa, dass sie trotz der Infektion ein weitgehend normales Leben führe.[13]

Diskografie

Alben

Jahr Titel Charts[14] Anmerkungen
DE
2006 Schritt für Schritt 71
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. Februar 2006[15]

Singles

Jahr Titel Charts[14] Anmerkungen
DE
2005 Es ist Liebe 64
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. September 2005
2006 Ich hab’ dich
Schritt für Schritt
36
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. Februar 2006

Weitere Veröffentlichungen

  • 2001: Liebe und Verstand (Sisters Keepers)
  • 2004: Gotta Find Somebody (Eine unter Tausend)
  • 2005: Know Your Emotion („Emotion“-Magazin-Song)
  • 2006: Won’t Forget These Days (Music Team Germany)
  • 2007: Dirty Dancing (DJ Sakin & Friends)
  • 2007: Unlock My Chains (Superlounger)
  • 2008: Mein Jahr (Fler)
  • 2008: Schnüffelma (Skit Sketch)
  • 2009: Wir sind keine Kinder mehr (Samy Deluxe)

Gastauftritte

  • 2004: Ein schöner Tag (Moses Pelham)
  • 2007: Dear Christin (Manuellsen)
  • 2012: Maisha (Thea Queen of Light)
  • 2012: Allein (Thea Queen of Light)
  • 2012: Honey and Blood (Thea Queen of Light)

Demo-Songs

  • 2008: Alles wird okay
  • 2008: Bleib stark
  • 2008: Bittersüß
  • 2008: Familie
  • 2008: Hände hoch
  • 2008: Ich geb es dir
  • 2008: Lass los
  • 2008: Nie wieder
  • 2008: Zu spät

Musikvideos

  • 2001: Liebe und Verstand (Sisters Keepers)
  • 2002: Play with Bootsy (Gastauftritt im Bootsy Collins Video)
  • 2005: Es ist Liebe
  • 2006: Ich hab’ dich
  • 2006: Won’t Forget These Days (Music Team Germany)
  • 2008: Schnüffelma (Skit Sketch)

Tourneen

Als Supportact

Auszeichnungen

Literatur

Hörbuch

Weblinks

 Commons: Nadja Benaissa  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege

  1. Nadja: „Ich habe ziemlich viel Mist gebaut“ . laut.de. 8. November 2001. Abgerufen am 27. Februar 2016.
  2. Gisela Friedrichsen: Prozess um No-Angels-Sängerin: „Ich hatte einfach tierische Angst“ . In: SPIEGEL ONLINE. 16. August 2010. Abgerufen am 27. Februar 2016.
  3. Just4Fun-Magazin: Nadja Benaissa supportet Simply Red (Memento vom 18. April 2009 im Internet Archive)
  4. hr-online.de: Bundesvision Song Contest – Vierter Platz für Nadja Benaissa (Memento vom 5. März 2006 im Webarchiv archive.is)
  5. Nadja Benaissa veröffentlicht Autobiografie (Memento vom 18. September 2010 im Webarchiv archive.is) dnews.de vom 17. September 2010
  6. Neues Album: Nadja Benaissa singt Rio-Reiser-Lieder
  7. Nadja Benaissa Seltenes Interview über ihr neues Leben!
  8. Nadja Benaissa - No-Angels-Sängerin aus U-Haft entlassen , Spiegel Online, 21. April 2009
  9. Astrid Bischof: Justiz: Haftbefehl aufgehoben: Welcome - das neue Leben der Nadja Benaissa . In: sueddeutsche.de, 17. Mai 2010. Abgerufen am 27. Februar 2016. 
  10. So zuletzt im SPIEGEL, Heft 34/2010 vom 23. August 2010.
  11. Anklageerhebung im Fall Nadja B. Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Darmstadt vom 12. Februar 2010.
  12. Nadja Benaissa: Tränen beim Urteilsspruch in WZ-newsline vom 26. August 2010 abgerufen am 27. August 2010
  13. Nadja Benaissa über ihre HIV-Infektion auf YouTube
  14. 14,0 14,1 Chartdiskografie DE
  15. Chartverfolgung / Benaissa,Nadja / Longplay (in German). musicline.de. PHONONET GmbH, Abgerufen am 5. Juli 2010
  16. Gewonnen: Szenepreis für Nadja und "One Life" . noangels-inside.de. Archiviert vom Original am 16. Juli 2012. Abgerufen am 27. Februar 2016.
  17. Ex-„No Angel“ ganz ergriffen – Nadja Benaissa auf Aids-Gala geehrt . bild.de. 28. August 2011. Abgerufen am 27. Februar 2016.


Kategorien: Teilnehmer am Bundesvision Song Contest | Teilnehmer an Popstars (Deutschland) | No Angels | Deutscher Musiker | Soulsänger | Geboren 1982 | Sieger einer Castingshow | Frau

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Nadja Benaissa (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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