Nabereschnyje Tschelny - LinkFang.de





Nabereschnyje Tschelny


Stadt
Nabereschnyje Tschelny
Набережные Челны
Чаллы / Çallı
Flagge Wappen
Föderationskreis Wolga
Republik Tatarstan
Stadtkreis Nabereschnyje Tschelny
Innere Gliederung 3 Stadtrajons
Bürgermeister Wassil Schaichrasijew
Erste Erwähnung 1172
Frühere Namen Breschnew
Stadt seit 1930
Fläche 146 km²
Bevölkerung 513.193 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 3515 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 100 m
Ethnische Zusammensetzung Tataren 47,4 %
Russen 44,9 %
Tschuwaschen 1,9 %
Ukrainer 1,3 %
Baschkiren 1,2 %
u. a.[2]
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7) 8552
Postleitzahl 423800–423841
Kfz-Kennzeichen 16, 116
OKATO 92 430
Website nabchelny.ru
Geographische Lage
Koordinaten }
Liste der Städte in Russland

Nabereschnyje Tschelny (russisch Набережные Челны Aussprache?/i; tatarisch Чаллы/Çallı) ist eine Großstadt mit 513.193 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010 )[1] in der russischen Teilrepublik Tatarstan. Nach der Republikhauptstadt Kasan ist sie die zweitgrößte Stadt Tatarstans.

Geografische Lage

Nabereschnyje Tschelny liegt im Osten Tatarstans an der Kama, die oberhalb der Stadt den Nischnekamsker Stausee speist, den größten des Flusses. Die Entfernung nach Kasan beträgt 225 km, die nächstgelegene Stadt ist Jelabuga, das sich 20 km von Nabereschnyje Tschelny entfernt befindet.

Geschichte

Erste Erwähnung des Ortes findet sich in einer tatarischen Urkunde des Jahres 1680, in der von einer 1172 gegründeten Wolgabulgaren-Stadt Yar Çallı die Rede ist. Spätere archäologische Funde belegten, dass an der Stelle der heutigen Stadt bis zum 14. Jahrhundert, also zu Zeiten des Wolgabulgarenstaates, tatsächlich eine Ortschaft existiert haben muss.

In russischen Urkunden wurde der Ort erstmals 1626 erwähnt, und zwar unter seinem heutigen Namen, der eine russische Form des Namens Yar Çallı darstellt (der Zusatz Nabereschnyje wurde wahrscheinlich abgeleitet von Bereschnyje, wörtlich also „am (Kama-)Ufer gelegen“). Bis ins 19. Jahrhundert hinein war Nabereschnyje Tschelny ein Dorf, in dem vorwiegend Fischerei und Handel betrieben wurde. Im Jahr 1847 zählte es 1726 Einwohner.

Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden im Ort erste Industriebetriebe. 1930 erhielt Nabereschnyje Tschelny, inzwischen 9300 Einwohner zählend, Stadtrechte. Dennoch war sie bis in die 1970er-Jahre eine eher unbedeutende Kleinstadt. Nachdem jedoch 1976 im Industriekombinat KAMAZ mit der Produktion von Lastkraftwagen, Dieselmotoren und Panzern begonnen wurde, stieg die Stadtbevölkerung sprunghaft an und erreichte im Jahr 1989 die Zahl von 500.000.

1982 wurde Nabereschnyje Tschelny nach dem Generalsekretär des ZK der KPdSU, Leonid Breschnew, in Breschnew (Брежнев) umbenannt, erhielt aber 1988 seinen ursprünglichen Namen zurück.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1926 3.873
1939 9.295
1959 19.103
1970 37.923
1979 301.381
1989 500.309
2002 509.870
2010 513.193

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft

Als wichtigster Industriezweig in Nabereschnyje Tschelny gilt der Maschinenbau, der neben dem KAMAZ-Werk, dem Hauptarbeitgeber der Stadt, mit mehreren anderen Fabriken vertreten ist. Einige Hallen von KAMAZ wurden zum Aufbau des Industrieparks „KAMAZ Master“ genutzt, in dem mittelständische Unternehmen und Zulieferer für KAMAZ angesiedelt wurden.

Das Wasserkraftwerk des Nischnekamsker Stausees befindet sich in Nabereschnyje Tschelny und versorgt die Stadt mit Energie. Außerdem gibt es hier zwei Heizkraftwerke sowie Betriebe der Metallurgie, Bau- und Nahrungsmittelindustrie.

Im August 2014 gaben Vertreter von KAMAZ und von Palfinger bekannt, dass die beiden Unternehmen zwei Joint Ventures gründen werden, wovon eines in Nabereschnyje Tschelny beheimatet sein wird. Dort soll ein Betrieb für die Montage von Hebeausrüstungen auf Lkw-Fahrgestellen aufgebaut werden. Der Anteil des österreichischen Autoherstellers daran soll 49 Prozent und der von KAMAZ 51 Prozent betragen.[3]

Verkehr

Nabereschnyje Tschelny liegt nahe der Fernstraße M7, die an dem benachbarten Jelabuga vorbeiführt. Weiterhin gibt es einen Binnenhafen, einen internationalen Flughafen, einen Bahnhof sowie im innerstädtischen öffentlichen Verkehr ein Straßenbahnnetz.

Weiterführende Bildungseinrichtungen

  • Akademie des Kamagebiets
  • Filiale der Staatlichen Universität Kasan
  • Filiale der Staatlichen Akademie für Sport Wolgograd
  • Nichtstaatliches Religiös-Philosophisches Institut
  • Polytechnisches Institut des Kamagebiets
  • Staatliche Pädagogische Hochschule Nabereschnyje Tschelny
  • Staatliches Institut für Sport des Kamagebiets

Sport

Im Fußball ist die Stadt durch den Verein Kamas Nabereschnyje Tschelny in der 1. Division vertreten.

Städtepartnerschaften

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Marko Ferst: Nabereschnyje Tschelny. Mitten in Tatarstan. Portrait einer russischen Stadt, Edition Zeitsprung, Berlin 2015, ISBN 978-3734732171 (Bildband in deutscher und russischer Sprache)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5 , S. 12–209; 11 , S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Über die Stadt auf der offiziellen Website der Verwaltung (Stand 2010; russisch)
  3. Auto-Industrie: KAMAZ und Palfinger gründen zwei Joint Ventures, de.ria.ru 19. August 2014.

Weblinks

 Commons: Nabereschnyje Tschelny  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort in Tatarstan

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Nabereschnyje Tschelny (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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