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Nördliche Marianen


Commonwealth of the Northern Mariana Islands
Commonwealth der Nördlichen Marianen
Flagge Wappen
Amtssprache Englisch, Chamorro, Karolinisch
Hauptstadt Saipan
Staatsform Nichtinkorporiertes US-amerikanisches Außengebiet
Staatsoberhaupt Präsident Barack Obama
Regierungschef Gouverneur Ralph Torres
Fläche 477 km²
Einwohnerzahl 44.582 (Schätzung Juli 2012)
Bevölkerungsdichte 173 Einwohner pro km²
Währung US-Dollar (USD)
Nationalhymne Gi Talo Gi Halom Tasi
Zeitzone UTC+10
Kfz-Kennzeichen USA
Internet-TLD .mp
Telefonvorwahl +1 (670) siehe NANP

Die Nördlichen Marianen, mit vollständigem Namen Commonwealth der Nördlichen Marianen (englisch Commonwealth of the Northern Mariana Islands), ein Teilgebiet der Inselgruppe der Marianen, sind ein nichtinkorporiertes Außengebiet der Vereinigten Staaten von Amerika im Pazifischen Ozean, südlich von Japan und nördlich von Guam gelegen.

Geographie

Das Gebiet besteht aus 16 Inseln, die sich über 500 Kilometer erstrecken und von denen Saipan, Tinian und Rota die größten sind.

Bevölkerung

86 Prozent der Bevölkerung sprechen im Privatbereich eine andere Sprache als Englisch, u. a. mikronesische und polynesische Sprachen. Das Bevölkerungswachstum beträgt 2,8 Prozent pro Jahr. Die Nördlichen Marianen waren früher aufgrund von meist weiblichen Gastarbeitern im Textilbereich mit 1:0,77 das Land mit dem im Verhältnis größten Frauenüberhang der Welt[1], sind es jedoch nach Kollaps der Textilindustrie heute nicht mehr.[2] Die Einwohnerzahl ist stark gesunken, auf geschätzt 45.000 im Jahr 2012.

Geschichte

1521 entdeckte Ferdinand Magellan als erster Europäer die Inselgruppe und nannte sie Islas de Ladrones, Ladronen- oder Diebsinseln, weil die dortigen Bewohner nach europäischer Auffassung Dinge von Magellans Schiffen gestohlen hatten. 1667 wurde sie von Spanien in Besitz genommen und nach der spanischen Königin Maria Anna von Österreich benannt.

Nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg trat Spanien den südlichen Teil an die USA ab und verkaufte mit dem Deutsch-Spanischen Vertrag von 1899 den nördlichen Teil an das Deutsche Reich, wodurch er Teil von Deutsch-Neuguinea wurde.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Marianen durch den Völkerbund unter japanische Kontrolle gestellt, nach dem Zweiten Weltkrieg durch die UNO unter Kontrolle der USA, die ihnen 1978 als Nördliche Marianen den Status eines mit den USA assoziierten Staates zubilligten, außer Guam, welches als „dependent territory“ unter direkter Kolonialherrschaft der USA steht und nur eine gewisse innere Autonomie besitzt, da es als wichtiger militärischer Stützpunkt der USA dient.

Seit 1975 ist die Inselgruppe Nördliche Marianen im Commonwealth mit den USA mit innerer Unabhängigkeit seit 1986.

Politik

Die Nördlichen Marianen sind ein „unincorporated, organized territory“ der USA mit innerer Autonomie seit 1986 und einer eigenen Verfassung seit 1978. Das politische System besteht aus einem Zweikammerparlament – einem Senat mit neun sowie einem Repräsentantenhaus mit 18 Mitgliedern – und einem gewählten Gouverneur. Staatschef ist der Präsident der Vereinigten Staaten, derzeitiger Regierungschef ist Gouverneur Ralph Torres, nachdem sein Vorgänger Eloy Inos am 28. Dezember 2015 verstarb.[3] Die Bürger der Marianen sind US-amerikanische Staatsbürger, haben jedoch bei den US-Präsidentschaftswahlen kein Stimmrecht und müssen deshalb auch keine Bundessteuern zahlen.

Offizielle Amtssprachen sind Englisch, Chamorro und Karolinisch, außerdem werden auf der Insel noch Koreanisch und Japanisch gesprochen.

Wirtschaft

Die Haupteinnahmequelle bildet der Tourismus.

Statistische Daten über die Inseln

Die Nördlichen Marianen bestehen aus 14 größeren Inseln mit einer Gesamtfläche von 463,6 Quadratkilometern. Der folgende Überblick listet die Inseln von Norden nach Süden auf:

Nr. Insel Fläche
(km²)
Bevölkerung
(Zensus
2010)
Höhe
(m)
Gipfel Koordinaten
Nördliche Inseln (1 Gemeinde)
1 Farallon de Pajaros (Urracas) 2,55 unbewohnt 360
2 Maug Islands 2,13 unbewohnt1) 227 (North Island)
3 Asuncion 7,31 unbewohnt 891 Asuncion
4 Agrigan (Agrihan) 43,51 unbewohnt2) 965 Mount Agrigan
5 Pagan 47,23 unbewohnt3) 579 South Pagan Volcano
6 Alamagan 11,12 unbewohnt 744 Alamagan
7 Guguan 3,87 unbewohnt 301
8 Zealandia Bank 0,002 unbewohnt 2
9 Sarigan 4,97 unbewohnt4) 549
10 Anatahan 31,21 unbewohnt2) 787
11 Farallon de Medinilla 0,85 unbewohnt 81
Südliche Inseln (3 Gemeinden)
12 Saipan 115,39 48.220 474 Mount Tagpochau
13 Tinian 101,01 3.136 170 Kastiyu (Lasso Hill)
14 Aguijan (Agiguan) 5) 7,09 unbewohnt 157 Alutom
15 Rota 85,38 2.527 491 Mount Manira
Nördliche Marianen 463,63 53.883 965 Mount Agrihan 14° 08′ bis 20° 33′ N,
144° 54′ bis 146° 04′ O
1) Japanische Besatzung 1939 bis 1944
2) evakuiert 1990 wegen befürchteter Vulkanausbrüche
3) evakuiert 1981 wegen Vulkanausbrüchen
4) früher bewohnt (1935 Bevölkerung von 21, 1968 noch 2)
5) zur Gemeinde Tinian

Die Inseln sind in vier Gemeinden (municipalities) unterteilt: Die zehn Inseln im Norden bilden die Gemeinde der Nördlichen Inseln (Northern Islands Municipality). Die anderen Inseln werden als „Südliche Inseln“ bezeichnet und bestehen aus den Gemeinden Saipan, Tinian (inklusive der Insel Aguijan) und Rota. Nur Saipan, Tinian und Rota verfügen über einen Hafen; sie sind die einzigen permanent bewohnten Inseln der Nördlichen Marianen.

Wegen drohender Vulkanausbrüche auf mehreren nördlichen Inseln wurden diese ab den 1980er Jahren evakuiert. Traditioneller Verwaltungssitz der Northern Islands Municipality ist Shomushon auf Pagan. Wegen der vollständigen Evakuierung der Insel residiert der Bürgermeister (engl. Mayor) jedoch bis auf weiteres auf Saipan.

Literatur

  • Joseph E. Hore: The Right of Self-Government in the Commonwealth of the Northern Mariana Islands, in: Asian-Pacific Law & Policy Journal 4 (2003) S. 180–245. Link (Memento vom 28. Dezember 2003 im Internet Archive).
  • Victoria King: The Commonwealth of the Northern Mariana Islands’ Rights Under United States and International Law to Control its Exclusive Economic Zone, in: University of Hawaii Law Review 13 (1991) S. 477–504.
  • Pascal Horst Lehne, Christoph Gäbler: Über die Marianen. Lehne-Verlag, Wohldorf 1972. 47 Seiten mit Literaturangaben, 10 Umrisskarten, 10 Fotografien
  • Howard P. Willens, Deanne C. Siemer: An honorable accord: the covenant between the Northern Mariana Islands and the United States. Honolulu: University of Hawai'i Press 2002.

Weblinks

 Commons: Nördliche Marianen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikimedia-Atlas: Nördliche Marianen – geographische und historische Karten

Einzelnachweise

  1. Ländervergleich Frauenüberhang atanango.com (Abgerufen am 29. Januar 2011)
  2. CIA-Factbook
  3. New governor, lt. governor sworn in. In: Marianas Variety vom 30. Dezember 2015. Abgerufen am 29. Dezember 2015, Ortszeit (englisch).

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Nördliche Marianen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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