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Nöbdenitz


Wappen Deutschlandkarte

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Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Altenburger LandVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Oberes Sprottental
Höhe: 229 m ü. NHN
Fläche: 10,01 km²
Einwohner: 870 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04626
Vorwahlen: 034496 (Nöbdenitz und Lohma), 034491Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: ABG, SLN
Gemeindeschlüssel: 16 0 77 037
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Gemeindeamt 4
04626 Nöbdenitz
Webpräsenz: www.noebdenitz.de
Bürgermeister: André Gampe (Grüne/Freie Wähler)
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Nöbdenitz ist eine Gemeinde im ostthüringischen Landkreis Altenburger Land zwischen Gera und Schmölln. Bekannt ist der Ort überregional vor allem wegen der 1000-jährigen Grabeiche. Neben ihrem hohen Alter ist sie außerdem bemerkenswert, weil der gotha-altenburgische Geheimrat Hans Wilhelm von Thümmel hier 1824 begraben wurde.

Geografie

Nöbdenitz liegt im Schmöllner-Altenburger-Lösshügelland, einem Ausläufer der Leipziger Tieflandbucht. Die Sprotte fließt in einem muldenartigen Tal durch das Dorf. Eine Ortsverbindungsstraße stellt den Anschluss an die Bundesstraße 7 her, die wiederum Anschluss an die südlich vorbeiführende Bundesautobahn 4 ermöglicht. Die Bahntrasse Ronneburg-Schmölln führt auch durch die Flur.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Drogen, Löbichau, Posterstein, die Stadt Schmölln, Vollmershain, Wildenbörten.

Gemeindegliederung

Ortsteile sind Nöbdenitz, Burkersdorf, Lohma, Untschen und Zagkwitz. Zu Nöbdenitz selbst gehört die mit dem Ort verschmolzene Ortslage Raudenitz.

Geschichte

In Nöbdenitz gab es im Mittelalter eine Wasserburg. Die Herren von Nöbdenitz wurden 1143 erstmals urkundlich erwähnt. 1198 war Gerhard von Nöbdenitz Reichsministerialer. Zum Besitz der Herren gehörte die nahe gelegene Burg Posterstein. Heinrich II. Reuß, Vogt von Plauen, verlieh 1313 die Kirche von Nöbdenitz dem Kloster Cronschwitz. 1342 wurde durch den Naumburger Bischof Withego I. von Ostrau die Kirche dem Kloster sogar inkorporiert. Diese Eingliederung wurde 1347 von Papst Clemens VI. bestätigt und dauerte bis zur Reformation an.[2] Das Rittergut kam 1445 in den Besitz der Familie von Ende und es folgten in kurzer Zeit weitere Besitzwechsel. Caspar von Zehmen erwarb Nöbdenitz 1598 und sein Nachfahre Woldemar Dietrich von Zehmen verkaufte es 1683. Es folgten weitere Besitzwechsel. Die Ehefrau vom Geheimen Rat und Minister Hans Wilhelm von Thümmel, Charlotte Caroline Friederike erbte 1795 das Rittergut. Das Herrenhaus für das Rittergut wurde wieder wiederaufgebaut. Nach entschädigungsloser Enteignung der Familie wurde 1948 aufgrund Befehl 209 der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland eines der Herrenhäuser abgerissen. Das zweite Herrenhaus hat man 1992/93 nach altem Vorbild erneuert.[3]

Von 1922 bis 1952 zählte Nöbdenitz zum Landkreis Gera und anschließend bis 1994 zum Kreis Schmölln.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember):

  • 1933: 0462
  • 1939: 0467
  • 1994: 1140
  • 1995: 1138
  • 1996: 1132
  • 1997: 1111
  • 1998: 1114
  • 1999: 1101
  • 2000: 1082
  • 2001: 1073
  • 2002: 1051
  • 2003: 1038
  • 2004: 1040
  • 2005: 1027
  • 2006: 1032
  • 2007: 1028
  • 2008: 0993
  • 2009: 0963
  • 2010: 0935
  • 2011: 0929
  • 2012: 909
  • 2013: 897
  • 2014: 879
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit der Wahl am 15. März 2015 André Gampe von der Wählergemeinschaft Bündnis 90/Die Grünen sowie den Freien Wählern. Er wurde mit 91,3 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 46,4 % gewählt. Es wurden keine anderen Kandidaten aufgestellt, jedoch machten 29 Personen von ihrem Recht Gebrauch einen eigenen Wahlvorschlag zu benennen. Vorherige Bürgermeister waren der Ende 2014 zurückgetretene Hartmut Reinhold sowie bis 2010 Günter Heydenreich und bis 1999 Christa Schilg.

Gemeinderat

Seit der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen[4]:

  • CDU-Wählergruppe - 1 Sitz (20,1 %)
  • DIE LINKE - 1 Sitz (12,2 %)
  • Freie Wählergemeinschaft/Grüne - 2 Sitze (20,4 %)
  • SSV Traktor - 2 Sitze (26,1 %)
  • Feuerwehrverein Untschen - 2 Sitze (21,1 %)

Die Wahlbeteiligung lag bei 63,7 % (+4,9 %p).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Die evangelische Pfarrkirche (ehem. St. Maria) ist eine Chorturmkirche. Der Turm bestand bereits bei der urkundlichen Ersterwähnung 1313, das Schiff ist jünger. In den Jahren 1893-95 erfolgte eine Renovierung durch Heinrich Hergermann aus Altenburg, wobei die Substanz fast vollständig abgetragen und anschließend wiedererrichtet wurde.[5]

Naturdenkmäler

Schräg gegenüber der Kirche befindet sich mit der Grabeiche eine mindestens 1200 Jahre alte Stieleiche. Unter ihren Wurzeln wurde wunschgemäß der Staatsminister des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg Hans Wilhelm von Thümmel nach seinem Tod im Jahr 1824 beigesetzt. Der Rittergutsbesitzer hatte den Baum erworben, um ihn zu retten. Die heutige Straße weicht ihm ehrfurchtsvoll in einem Bogen aus.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Nöbdenitz besitzt einen Bahnhof und ist damit an die Bahnstrecke Gößnitz–Gera (Mitte-Deutschland-Verbindung) angeknüpft. Auf dieser Strecke zwischen Glauchau bzw. Altenburg und Gera verkehren seit dem Wegfall der Regionalbahnen im Dezember 2008 ausschließlich Regional-Express-Züge, von denen die von und nach Glauchau zweistündlich in Nöbdenitz halten.

Eine gute Anbindung besteht ebenfalls an die BAB 4 sowie die Bundesstraße 7.

Ansässige Unternehmen

Die Region um Nöbdenitz ist im Wesentlichen von der Landwirtschaft und dem Kiesabbau rund um Untschen geprägt. Ganz besonders bekannt ist dabei der Anbau von Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen in der Nöbdenitzer Region. Hier wurde u.a. Kamille, Pfefferminze, Spitzwegerich, Kümmel, Koriander, Melisse, Johanniskraut, Pharmaweide, Petersilie, Ringelblumen, Astern u.v.m angebaut. Der Anbau diente zum Teil der Rohstoffgewinnung für die Arzneimittelindustrie als auch zum Teil der Saatgutvermehrung. Heute (2007) ist davon fast ausschließlich der Anbau der Kamille übrig geblieben.

Nach der Wiedervereinigung forcierte man den Abbau der Kieslagerstätten in und um Untschen und Kleinstechau (Ortsteil der Gemeinde Löbichau). Ebenso siedelten sich weitere Unternehmen im Dienstleistungssektor an. Aber auch große Tankbehälter für Brauereien werden in Nöbdenitz gefertigt.

Die Gemeinde verfügt über eine größentypische Wirtschaftsstruktur mit zentralen Dienstleistungsunternehmen, mehreren Gasthäusern, Handwerksbetrieben sowie drei Arztpraxen. Zudem hat sich ein mittelständischer Betrieb des Tank- und Behälterbaus angesiedelt. Strukturbestimmend ist weiterhin die auf Duft- und Heilpflanzen spezialisierte Agrargenossenschaft, die in Spitzenzeiten der 1990er Jahre bis zu 10 % des deutschen Bedarfes an Heilkräutern decken konnte. Derzeit wird fast nur noch Kamille angebaut. Die Anbaufläche hierfür beträgt mehr als 600 ha. Bedeutend sind weiterhin die Unternehmen der Logistik- sowie metallverarbeitenden Branche im Gewerbegebiet Löbichau an der BAB 4, das auf dem Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft liegt.

Öffentliche Einrichtungen

Nöbdenitz ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Oberes Sprottental und verfügt weiterhin über eine Regelschule sowie einen Kindergarten.

Literatur

  • Christiane Nienhold: ... und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln! Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten - Teil I. Katalog zur Ausstellung Museum Burg Posterstein 2007, Pöge Druck Leipzig, Posterstein 2007; S. 32-34, 100, umfangreiche Beschreibung des Ritterguts Nöbdenitz

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik  (Hilfe dazu).
  2. Helmut Thurm Das Dominikaner-Nonnenkloster Cronschwitz bei Weida Verlag von Gustav Fischer in Jena 1942
  3. Th Bienert Mittelalterliche Burgen in Thüringen Wartberg Verlag 2000 ISBN 3-86134-631-1 S.21
  4. Gemeinderatswahl 2014 abgerufen am 4. August 2014
  5. Georg Dehio, bearbeitet von Stephanie Eißing u. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Thüringen. 2. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2003, ISBN 3-422-03095-6, S. 898.

Weblinks

 Commons: Nöbdenitz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Nöbdenitz (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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