Myron (Bildhauer) - LinkFang.de





Myron (Bildhauer)


Myron (altgriechisch Μύρων Mýron; * um 500 v. Chr. oder bald danach in Eleutherai; † nach etwa 440 v. Chr.) war einer der bedeutendsten griechischen Bildhauer der griechischen Antike. Seine Hauptschaffenszeit umfasst die Jahre von etwa 480 v. Chr. bis 440 v. Chr., in denen er zahlreiche Bronzestatuen schuf, die noch Jahrhunderte nach seinem Tod gerühmt wurden. Mit seinem Hauptwerk stand er am Übergang von der Früh- zur Hochklassik der griechischen Kunst. Von seinem Werk sind keine Originale erhalten. Im reichen Denkmälerbestand römischer Marmorkopien nach griechischen Vorbildern konnten jedoch drei Statuen mehr oder weniger sicher identifiziert werden, die mit dem Werk Myrons zu verbinden sind: der Diskobol sowie Athena und Marsyas einer zweifigurigen Statuengruppe.

Geboren wurde Myron in Eleutherai,[1] einem Grenzort Böotiens zu Attika, der am Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. freiwillig die eigene Souveränität zu Gunsten der attischen Staatsbürgerschaft aufgab. Seine Künstlersignatur scheint ihn als Athener ausgewiesen zu haben.[2]

Sein Lehrmeister soll Ageladas, der auch Phidias und Polyklet ausbildete, gewesen sein. Wie für Polyklet überliefert Plinius auch für Myron die 90. Olympiade als Akme, das heißt das Jahr 420 v. Chr. Die Angabe ist problematisch und Plinius muss hier irren. Myron galt als vielseitiger Künstler, Holzschnitzer, Erzgießer und Ziseleur. Er schuf Götterstatuen sowie Heroen- und Athletenbilder, die meist in den großen Heiligtümern wie Delphi und Olympia aufgestellt waren. Unter ihnen waren am berühmtesten die Statuen des Läufers Ladas und der Diskobolos, der in römischer Zeit häufig in Marmor kopiert wurde.

Myrons berühmteste Arbeit, neben dem Läufer, dem Diskobol und der Athena-Marsyas-Gruppe, war eine Bronzekuh, die auf der Akropolis stand und später nach Rom verbracht wurde. Überhaupt scheint er dem antiken Urteil nach am überzeugendsten in der Darstellung von Tieren gewesen zu sein, während man in seinen Menschenbildern eine gewisse Härte, in seinem Werk einen Übergangsstil zu den großen Meistern des 5. Jahrhunderts erkannte.[3]

Seitens der römischen Kunstgelehrten wird Myron attestiert, dass er – obwohl noch roh in der Darstellung des Scham- und Haupthaares wie in der älteren Kunst zuvor – als erster die Wahrheit vervielfältigt habe. Allerdings habe er (noch) nicht das Gefühl oder die Stimmung der Seele wiedergegeben; gleichwohl war er abwechslungsreicher und in der Festlegung seiner Symmetria sorgfältiger gewesen als Polyklet. Das vor dem 5. Jahrhundert v. Chr. nicht belegte Wort Symmetria meint im antiken Wortverständnis das Maßverhältnis, in dem verschiedene Aspekte ein und derselben Sache zueinander stehen, und kann auf „feucht“–„trocken“, „warm“–„kalt“, auf Gebäudeteile und Bauglieder, aber auch auf die Gliedmaßen eines Körpers bezogen werden. Symmetria ist im Gegensatz zu Asymmetria immer das „gute und richtige“ Maßverhältnis.[4] Im Werk Myrons, vielleicht erst in seinem Spätwerk, ist also die Symmetria so weit entwickelt, dass selbst Polyklet ihn nicht erreichen konnte. Zugleich fehlte ihm noch die seelische Ausdruckskraft. Quintilian lobt an Myron die Bewegtheit seiner Statuen, mit denen er die Starre früherer Zeit mit ihren hängenden Armen und geschlossenen Füßen – gemeint sind archaische Kouroi oder Koren – überwand, und verteidigt das Werk Myrons, denn in der Kunst sei „doch gerade das Schwierige und Neue ganz besonders lobenswert.“[5]

Eine Rekonstruktion der Athena-Marsyas-Gruppe befindet sich vor dem Liebieghaus in Frankfurt am Main, eine weitere im Botanischen Garten in Kopenhagen.

Anmerkungen

  1. Plinius, Naturalis historia 34, 57–58.
  2. Pausanias 6, 2, 2.
  3. Plinius, Naturalis historia 34, 58; Quintilian 12, 10, 7.
  4. Hildebrecht Hommel: Symmetrie im Spiegelbild der Antike. Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse, 5. Bericht, 1986, S. 21 f. Anmerkung 32.
  5. Quintilian, institutio oratoria 13,8.

Literatur

Weblinks

 Commons: Myron  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Kategorien: Bildhauer der Antike | Gestorben im 5. Jahrhundert v. Chr. | Geboren im 5. Jahrhundert v. Chr. | Grieche (Antike) | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Myron (Bildhauer) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.