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Murr (Gemeinde)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: LudwigsburgVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 203 m ü. NHN
Fläche: 7,8 km²
Einwohner: 6279 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 805 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71711
Vorwahl: 07144
Kfz-Kennzeichen: LB, VAI
Gemeindeschlüssel: 08 1 18 054
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hindenburgstraße 60
71711 Murr
Webpräsenz: www.gemeinde-murr.de
Bürgermeister: Torsten Bartzsch (parteilos)
}

Murr ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg.

Geographie

Geographische Lage

Murr liegt im Naturraum Neckarbecken in 196 bis 261 Meter Höhe an der Murr, zwei Kilometer vor deren Mündung in den Neckar und etwa zwölf Kilometer nördlich von der Kreisstadt Ludwigsburg entfernt. Eine unbewohnte Exklave im Hardtwald bei Rielingshausen wird dem Naturraum Schwäbisch-Fränkische Waldberge zugerechnet.[2]

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind im Westen Pleidelsheim, Marbach im Süden und Benningen am Neckar im Südwesten, sowie Steinheim an der Murr im Osten, das unmittelbar in das Gemeindegebiet von Murr übergeht.

Gemeindegliederung

Zu Murr gehören der Ort Murr und das Gehöft Sonnenhof.[3]

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[4]

Geschichte

Das untere Murrtal, und damit auch das Gebiet der Gemeinde Murr, ist schon seit Jahrtausenden besiedelt. Erste Bodenfunde stammen aus der Jungsteinzeit und reichen bis zur Römerzeit. Ein römischer Weihestein bezeugt um 200 n.Chr. erstmals die „Dorfbewohner an der Murr“. Der heutige Ort geht auf eine alamannische Siedlung zurück und wird urkundlich erstmals 972 genannt. Im 13. Jahrhundert war Murr Sitz eines bischöflich-speyerischen Landkapitels und kam 1302 an Württemberg. Murr, das vom 15. Jahrhundert bis 1938 zum Amt/Oberamt Marbach gehörte, war neben Marbach und Steinheim Sitz des letztmals 1839 tagenden Hardtgerichts. Von 1517 bis 1871 wurde Scheiterholz aus dem Schwäbisch-Fränkischen Wald auf der Murr bis zur früheren Floßbrücke geflößt, wo sich ein großer Lagerplatz befand. Bis ins 20. Jahrhundert war Murr ein landwirtschaftlich geprägter Ort mit Straßendorfcharakter an der alten Überlandstraße von Ludwigsburg durch das Bottwartal nach Heilbronn.

Religionen

Seit Einführung der Reformation in Württemberg ist auch Murr protestantisch geprägt. So gibt es auch heute noch eine evangelische Gemeinde im Ort, während die Katholiken zum Gottesdienst nach Steinheim an der Murr fahren müssen.

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[5] (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871¹ 870
1. Dezember 1880¹ 912
1. Dezember 1890¹ 967
1. Dezember 1900¹ 953
1. Dezember 1910¹ 1028
16. Juni 1925¹ 1157
16. Juni 1933¹ 1188
17. Mai 1939¹ 1269
13. September 1950¹ 1835
Jahr Einwohner
6. Juni 1961¹ 2199
27. Mai 1970¹ 2855
31. Dezember 1980 4257
27. Mai 1987¹ 4364
31. Dezember 1990 4660
31. Dezember 1995 5296
31. Dezember 2000 5823
31. Dezember 2005 6069
31. Dezember 2010 6201
31. Dezember 2014 6279

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Murr hat 14 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis.[6] Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
37,15 %
28,23 %
23,51 %
11,10 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-6,45 %p
-1,27 %p
-3,39 %p
+11,10 %p
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FW Freie Wählervereinigung Murr 37,15 5 43,6 6
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 28,23 4 29,5 4
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 23,51 3 26,9 4
GRÜNE BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 11,10 2
gesamt 100,0 14 100,0 14
Wahlbeteiligung 57,41 % 59,76 %

Wappen und Flagge

Das Gemeindewappen ist unter goldenem Schildhaupt, darin eine schwarze Hirschstange, von Gold und Rot gespalten, vorne ein roter Kelch, hinten ein aufgerichtetes goldenes Hifthorn mit zur Spaltung weisender grüner Fessel. Die Gemeindeflagge ist rot-gelb und wurde am 18. April 1980 verliehen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Landwirtschaft und Weinbau waren bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts die Haupterwerbsquellen. Die Lagen gehören zur Großlage Schalkstein im Bereich Württembergisch Unterland des Weinbaugebietes Württemberg. Heute bewirtschaften nur noch wenige Landwirte etwa 400 ha Fläche. Jedoch hat die Gärtnerei, bedingt durch die Nähe zu den großen Absatzmärkten des mittleren Neckarraums, eine gewisse Bedeutung erlangt.

Waren es in den 1950er Jahren nur wenige Handwerks- und Industriebetriebe die Arbeit am Ort boten, so hat sich deren Zahl stark vergrößert. Heute sind nahezu alle Branchen in einem rund 30 ha großen Industriegebiet in Autobahnnähe vertreten: Vom Fertighausbau bis zum Maschinenbau; etwa 2000 Arbeitsplätze gibt es in Murr.

Verkehr

Murr ist durch die drei Kilometer entfernte Anschlussstelle Pleidelsheim der Bundesautobahn 81 gut an das überregionale Straßennetz angebunden.

Der nächste Bahnhof (mit der Linie S 4 der S-Bahn Stuttgart) befindet sich im vier Kilometer entfernten Marbach, wohin es eine Busverbindung (Linie 460) gibt.

Bis 1968 hatte Murr einen Bahnhof an der schmalspurigen Bottwartalbahn von Marbach nach Heilbronn Süd. Beim Empfangsgebäude handelt es sich um einen nachträglich aufgestockten württembergischen Einheitsbahnhof vom Typ I.[7]

Öffentliche Einrichtungen

Es gibt ein Alten- und Pflegeheim der kreiseigenen Kleeblatt Pflegeheime.

Bildung

Murr verfügt über eine eigene Grundschule. Für die kleinsten Einwohner gibt es drei Kindergärten.

Ver- und Entsorgung

Das Strom- und Gasnetz in der Gemeinde wird von der Syna GmbH betrieben. Das Trinkwasser stammt zum Teil aus zwei Tiefbrunnen im Murrtal und zum Teil aus Fremdwasser, das von der Landeswasserversorgung bezogen wird. Der Zweckverband Gruppenklärwerk Häldenmühle ist zuständig für die Abwasserreinigung in Murr sowie für Marbach, Steinheim, Großbottwar, Erdmannhausen und Benningen. Die Abfallentsorgung wird von der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg mbH (AVL) übernommen, einer 100%igen Tochtergesellschaft des Landkreises Ludwigsburg. Die AVL ist beauftragt, die Aufgaben zur Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen im Auftrag des Landkreises Ludwigsburg zu erfüllen.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Weblinks

 Commons: Murr  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Murr – in der Beschreibung des Oberamts Marbach von 1866

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 458–459
  4. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Murr.
  5. Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg von 1871 bis 2012
  6. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  7. Rainer Stein: Der württembergische Einheitsbahnhof auf Nebenbahnen. In: Eisenbahn-Journal Württemberg-Report. Band 1, V/96. Merker, Fürstenfeldbruck 1996, ISBN 3-922404-96-0, S. 80–83.

Kategorien: Weinort im Weinbaugebiet Württemberg | Ort im Landkreis Ludwigsburg | Murr (Gemeinde) | Gemeinde in Baden-Württemberg

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Murr (Gemeinde) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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