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Munderkingen


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Alb-Donau-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 516 m ü. NHN
Fläche: 13,08 km²
Einwohner: 5052 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 386 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89597
Vorwahl: 07393
Kfz-Kennzeichen: UL
Gemeindeschlüssel: 08 4 25 081
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 1
89597 Munderkingen
Webpräsenz: www.munderkingen.de
Bürgermeister: Michael Lohner
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Munderkingen ist die kleinste Stadt im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg.

Geographie

Geographische Lage

Der historische Stadtkern liegt in einer Schleife der Donau etwa 33 km südwestlich von Ulm, hat sich jedoch zu beiden Seiten des Flusses ausgedehnt.

Nachbargemeinden

Die Stadt grenzt im Norden an die Stadt Ehingen, im Osten an Rottenacker, im Süden an Unterstadion, Emerkingen und Hausen am Bussen, sowie im Westen an Obermarchtal und Untermarchtal.

Geschichte

Funde aus der Römerzeit weisen darauf hin, dass das Gebiet der heutigen Stadt Munderkingen schon in spätantiker Zeit besiedelt war. Von einer durchgehenden Besiedlung bis ins Frühmittelalter kann indes nicht ausgegangen werden.

Erstmals wurde Munderkingen im Jahr 792 in einer Urkunde des Klosters Sankt Gallen erwähnt; genannt wird darin die Munterichshuntare, nach einer anderen Quelle Muntarihes huntari. Eine Huntare war eine Verwaltungseinheit des fränkischen Reiches, die einen Verband von Kriegern oder von Landgütern bezeichnen konnte; sie entspricht der altenglischen Verwaltungseinheit Hundred und näherungsweise der skandinavischen und norddeutschen Harde.

Das Stadtrecht wurde Munderkingen im Jahr 1230 von den Herren von Emerkingen verliehen. Ende des 14. Jahrhunderts verpfändeten die Habsburger Munderkingen an die Truchsessen von Waldburg. Die Stadt schloss sich daraufhin mit den ebenfalls an die Truchsessen verpfändeten Städten Mengen, Riedlingen, Saulgau und Waldsee zum Bündnis der Donaustädte zusammen. 1680 gelang es diesen, die Pfandherrschaft abzuschütteln und wieder direkt unter österreichische Herrschaft zu kommen. Mit dem Pressburger Frieden kam Munderkingen 1805 zu Württemberg. War Munderkingen früher von Handel und Handwerk geprägt, so führte der Anschluss an die Donautalbahn 1870 zur Ansiedlung von Industriebetrieben. Um 1900 wurden die Mühlen an der Donau auf die Erzeugung von Elektrizität umgestellt, noch heute besteht in der Stadt ein größeres Elektrizitäts- und Umspannwerk der EnBW. 1945 wurde Munderkingen zuerst durch Amerikanische Truppen besetzt und kurze Zeit später der französischen Militärverwaltung übergeben. Munderkingen blieb so Teil der französischen Besatzungszone.

Religionen

Munderkingen ist von jeher katholisch geprägt. Zwar gab es in der Reformationszeit hier protestantische Bestrebungen, die jedoch von den Stadtoberen bekämpft wurden. Heute verteilen sich die Konfessionen so: katholisch 73 %, evangelisch 16 %, muslimisch 5 %.

Eingemeindungen

Der nahe gelegene Weiler Algershofen ist Teil der Stadt Munderkingen.

Einwohnerentwicklung

Es handelt sich um Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[2] (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 2.041
1. Dezember 1880 ¹ 2.035
1. Dezember 1890 ¹ 1.953
1. Dezember 1900 ¹ 1.971
1. Dezember 1910 ¹ 2.048
16. Juni 1925 ¹ 1.944
16. Juni 1933 ¹ 1.914
17. Mai 1939 ¹ 1.840
13. September 1950 ¹ 2.270
Jahr Einwohner
6. Juni 1961 ¹ 3.435
27. Mai 1970 ¹ 4.583
31. Dezember 1980 4.858
27. Mai 1987 ¹ 4.667
31. Dezember 1990 4.849
31. Dezember 1995 5.206
31. Dezember 2000 5.055
31. Dezember 2005 5.099
31. Dezember 2010 4.912

Politik

Munderkingen ist Sitz des 1973 gegründeten Gemeindeverwaltungsverbands Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen, dem neben der Stadt die Gemeinden Emeringen, Emerkingen, Grundsheim, Hausen am Bussen, Lauterach, Obermarchtal, Oberstadion, Rechtenstein, Rottenacker, Untermarchtal, Unterstadion und Unterwachingen angehören.

Bürgermeister

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Bei den Bürgermeisterwahlen am 22. April 2007 wurde Michael Lohner mit einem Ergebnis von 98,8 % in seinem Amt bestätigt.

Gemeinderat

In Munderkingen wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Munderkingen hat nach der letzten Wahl 18 Mitglieder (vorher: 19). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,7 %
28,7 %
20,6 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+1,3 %p
-1,7 %p
+2,3 %p
-1,8 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 50,7 9 49,4 10
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft 28,7 5 30,4 6
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 20,6 4 18,4 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 1,8 0
gesamt 100,0 18 100,0 19
Wahlbeteiligung 49,3 % 53,7 %

Wappen

Offizielle Blasonierung: In Silber ein golden gekrönter roter Löwe, rechts oben begleitet von einem sechsstrahligen roten Stern.

Gegen Ende des 13. Jahrhunderts kam Munderkingen durch Kauf an die Habsburger und blieb dies bis zum Jahr 1805. Die Habsburger verliehen der Stadt das alte Wappen ihrer Familie: den steigenden, bekrönten Löwen. Ein Siegel aus dem Jahre 1286 gilt als erster Beleg für dieses Wappen.

Städtepartnerschaften

Seit dem Jahr 1987 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Munderkingen und der französischen Stadt Riedisheim im Elsass.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Munderkingen liegt an der Donautalbahn von Donaueschingen nach Ulm. Es besteht mit Regional-Express-Zügen ein Stundentakt nach Ulm und Sigmaringen und mit Interregio-Express-Zügen ein Zwei-Stunden-Takt nach Tuttlingen, Donaueschingen und Neustadt (Schwarzwald). Munderkingen ist dem Donau-Iller-Nahverkehrsverbund angeschlossen.

Öffentliche Einrichtungen

Munderkingen verfügt je über eine Grund-, Haupt-, Real- und Förderschule. Ein Gymnasium gibt es in Munderkingen nicht, obwohl die Stadt früher eine eigene Lateinschule besaß. Die nächsten Schulstädte sind Ehingen (Donau) und Biberach an der Riß. Die Erwachsenenbildung wird von der stadteigenen Volkshochschule organisiert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Munderkingen liegt an der Hauptroute der Oberschwäbischen Barockstraße sowie am Donauradweg von Donaueschingen nach Wien. Munderkingen ist so vor allem im Sommer ein beliebter Rastpunkt für viele Radwanderer.

Museen

Das Städtische Museum ist im ehemaligen Heilig-Geist-Spital untergebracht. Es widmet sich den Römern und Alemannen, der Stadtgeschichte, dem Handwerk der Munderkinger Bürstenmachern Menne und Bremensdorfer, der Postgeschichte, Munderkinger Persönlichkeiten, Radhauben und Puppen.[3]

Bauwerke

Donaubrücke

Die sogenannte „Neue Donaubrücke“ war 1893 die erste massive Betonbogenbrücke, die mit Dreigelenkbogen und mit einer Bogenspannweite von mehr als 50 m erbaut wurde: Ingenieur Leibbrand aus Stuttgart war der Erbauer, die Arbeiten wurden von der Baufirma Buck aus Ehingen durchgeführt.[4][5] Die Bautechnik der Munderkinger Donaubrücke wird heute als herausragende Brückenbauleistung im Deutschen Museum in München dargestellt. Die Brücke wurde bei Kriegsende, am 22. April 1945, von abrückenden deutschen Pioniertruppen, unter Aufsicht einer SS-Einheit, gesprengt. Der Wiederaufbau begann unmittelbar nach dem Krieg. Bereits im Juni 1948 wurde die wiedererstellte Donaubrücke durch die Besatzungsmacht der französischen Zone eingeweiht.

Altes Krankenhaus

Das 1889/90 errichtete historistische Bauwerk gehört zu den stadtbildprägenden Bauwerken der Stadt im Alb-Donau-Kreis. Der Kunsthistoriker Guido Hinterkeuser würdigte es als „bedeutendes Baudenkmal“: „Blickfang des Gebäudes, dessen zweigeschossige Hauptschaufront sich entlang der Schillerstraße erstreckt, ist ein markanter Turm, der für viele Munderkinger auch ein Stück Identität verkörpert. Mit einem Fachwerkgeschoss spielte der aus Ehingen stammende Architekt Joseph Breig auf die traditionelle Munderkinger Bauweise an, während der neogotische Knickhelm als Anleihe aus der rheinischen Gotik interpretiertwerden kann. Damit erweist sich der Turm als typischer Vertreter des historistischen Baustils. Das geböschte Erdgeschoss und die unregelmäßige Eckquaderung entlang der Mauerkanten verleihen ihm Wehrhaftigkeit. Das Portal vereint Elemente von Gotik und Renaissance, einen besonderen Akzent setzen hier die hervorstehenden Kragsteine“.[6]

Kirchen

Die katholische Pfarrkirche St. Dionysius verbindet mittelalterliche gotische Bausubstanz mit Veränderungen aus der Zeit der Renaissance und des Barock. Chor und Kirchenschiff wurden um 1700 gänzlich neu im Stil des Barock ausgeschmückt. Einige Tafelbilder des ehemaligen gotischen Hochaltars finden sich heute an den Seitenwänden. Die Kirche und die von dem namentlich nicht bekannten Meister des Munderkinger Altars geschaffenen Bilder dieses gotischen Altars gelten heute als eine besondere Sehenswürdigkeit des Alb-Donau-Kreises[7].

Regelmäßige Veranstaltungen

Munderkingen ist traditionell eine Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fasnet.

Persönlichkeiten

Töchter und Söhne der Stadt

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg von 1871 bis 2012
  3. Karl-Heinz Burghart (khb): Nach der Zwangspause öffnet das Munderkinger Museum wieder . In: Schwäbische Zeitung vom 26. Juni 2012
  4. Munderkinger Donaubrücke. In: Structurae
  5. Betonbrücken . In: Viktor von Röll (Hrsg.): Enzyklopädie des Eisenbahnwesens , Band 2: Bauentwurf–Brasilien. 2. Auflage, Urban & Scharzenberg, Berlin und Wien 1912, S. 271 ff. (Mit Darstellung des Längsschnittes und Gelenks der Donaubrücke)
  6. Ehinger Tagblatt, 26. August 2010
  7. Alb-Donau-Kreis –Tourismus (Hrsg.): kultiurraum albdonaukreis. Ausgabe 08/2009 (Ulm 2009)

Literatur

  • Beschreibung des Oberamts Ehingen von 1826, Reprint von 1971 des Horst Bissinger Verlags, Magstadt, ISBN 3-7644-0003-X, Digitalisat in Wikisource

Weblinks

 Commons: Munderkingen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Munderkingen in der Beschreibung des Oberamts Ehingen von 1826 – Quellen und Volltexte

Kategorien: Ort im Alb-Donau-Kreis | Munderkingen | Gemeinde in Baden-Württemberg | Ort an der Donau

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