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Muldenhütten


Muldenhütten ist ein Industriegebiet, das seit dem 1. Januar 2012 zu Freiberg gehört. Er liegt unmittelbar auf dem rechten Ufer der Freiberger Mulde. Der Ort verfügt über einen Bahnhof an der Hauptbahn Dresden–Werdau und ist fast 700 Jahre von der Metallurgie geprägt.

Geschichte

Bereits 1318, 1353, 1367 und 1370 ist in verschiedenen Urkunden und Dokumenten von Schmelzhütten die Rede. Begünstigt durch die Lage an der Mulde, auf der das zur Verhüttung benötigte Brennholz heran geflößt wurde, entwickelten sich die so genannte Obere Muldener Hütte oder auch Krumme Hütte und die Untere Muldener Hütte, auch Neue Hütte oder Stückofenhütte genannt. Diese Hütten waren, wie der gesamte Silberbergbau, anteilmäßig im Besitz der Wettiner beziehungsweise des sächsischen Staates.

Anfänglich schmolz man ausschließlich Silbererz aus dem in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden Freiberger Bergbaurevier aus. Dabei anfallendes Kupfer und Nickel wurde zur Weiterverarbeitung nach Halsbrücke, Aue oder Oberschlema verbracht. 1825 wurden die Untere und die Obere Muldener Hütte zur Hütte Muldenhütten vereinigt. Seit 1847 wurde in Muldenhütten privatwirtschaftlich Arsenik gewonnen. 1857 nahm eine Zinkhütte ihren Betrieb auf, und 1863 kam eine Tonwarenfabrik hinzu. 1878 stellte man erstmals fabrikmäßig Schwefelsäure her. 1862 erhielt Muldenhütten Anschluss an die Eisenbahn nach Freiberg und Dresden. Zu dieser Zeit wurde auch der 150 m lange und 42 m hohe Muldenhüttener Eisenbahnviadukt errichtet. Zunehmend wurden ausländische Erze, die 1909 einen Anteil von 82 % hatten, in Muldenhütten verhüttet.

Seit 1863 wurde an die Dresdener Münze Silber geliefert. Von 1887 bis 1953 war die Sächsische Staatsmünze (Münzzeichen E) die von Dresden verlegte Münzstätte Muldner Hütte, die spätere Münzstätte Muldenhütten genannt wurde. Hier wurden etwa 7,5 % der Münzen des Deutschen Reichs geprägt. 1892 wurde eine Dynamitfabrik eröffnet. In den 1960er Jahren wurden Spurenmetalle gewonnen und später Silizium-Kristalle gezüchtet. Die Produktion wurde ab den 1970er Jahren mehr und mehr auf Recycling von Metallen und Spurenmetallen umgestellt, die ökologisch bedenklichen Verfahren der Anfangszeit wurden abgeschafft bzw. ersetzt. Umweltschäden blieben aber nicht aus. Seit 1990 wird hier aus Batterien- und Akkumulatorenschrott nur noch so genanntes Sekundär-Blei gewonnen.

Besonderes Kennzeichen von Muldenhütten sind die markanten Schornsteine, die erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet wurden. 1859 entstand ein erster höherer, auf einer Anhöhe oberhalb des Bahnhofes gelegener Schornstein mit einer Höhe von 58 m. Dieser wurde 1934/35 durch einen 84 m hohen Schornstein ersetzt. 1979 und 1982 schließlich entstanden die beiden, heute noch als so genannte Landmarke das Landschaftsbild bestimmenden 200-Meter-Schornsteine.

Muldenhütten ist der älteste, noch in Betrieb befindliche Hüttenstandort in Deutschland. Die Schmelzhütten sind heute Hauptschmelzhütte der Muldenhütten Recycling und Umwelttechnik GmbH (MRU), einem Tochterunternehmen der Berzelius Metall. Die Hütte ist die drittgrößte Bleihütte in Deutschland.[1]

Der Hüttenstandort Muldenhütten ist eine ausgewählte Stätte für die vorgesehene Kandidatur zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge.

Literatur

  • Franz-Peter Kolmschlag: Sieben Jahrhunderte Hüttenstandort Muldenhütten. Muldenhütten Recycling und Umwelttechnik GmbH, 2010.
  • Die muldener Schmelzhütte bei Freiberg. In: Album der Sächsischen Industrie. Band 1, 1856–1863, S. 58–61. (Digitalisat)

Weblinks

 Commons: Muldenhütten  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Sekundärbleihütte mit integrierter Sonderabfallverbrennungsanlage – Internetpräsenz der Berzelius Metall GmbH , abgerufen am 4. März 2010.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Muldenhütten (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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