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Much


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Much (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Sieg-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 236 m ü. NHN
Fläche: 78,06 km²
Einwohner: 14.468 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 185 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53804
Vorwahl: 02245
Kfz-Kennzeichen: SU
Gemeindeschlüssel: 05 3 82 036
Gemeindegliederung: 114 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 57
53804 Much
Webpräsenz: www.much.de
Bürgermeister: Norbert Büscher (CDU)
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Much ist eine Gemeinde im Rhein-Sieg-Kreis im Süden Nordrhein-Westfalens.

Geographie

Geographische Lage

Much liegt mit seinem Kernort im Nordteil des Rhein-Sieg-Kreises jeweils nahe der Grenze zum Oberbergischen Kreis im Nordosten und Rheinisch-Bergischen Kreis im Nordwesten. Im Bergischen Land und Naturpark Bergisches Land befindet es sich östlich von Köln und nordöstlich von Bonn – jeweils knapp 30 km (Luftlinie) entfernt.

Der Wahnbach, in den am östlichen Ortsrand von Much der Gibbinghauser Bach mündet, durchfließt die malerische Hügellandschaft als Sieg-Zufluss, entlang der nordwestlichen und westlichen Mucher Gemeindegrenze verläuft der Agger-Zufluss Naafbach, und entlang der südöstlichen Grenze der Sieg-Zufluss Bröl.

Nachbargemeinden

Nachbarorte von Much sind Engelskirchen im Norden, Wiehl im Nordosten, Nümbrecht im Osten, Ruppichteroth im Südosten und Süden, Neunkirchen-Seelscheid im Südwesten und Westen und Overath im Westen und Nordwesten.

Gemeindegliederung

  • Much umfasst die Hauptorte Much und Marienfeld sowie 112[2] Ortschaften, Einzelhöfe und Weiler (alphabetisch):
Alefeld, Altenhof, Amtsknechtswahn, Bech, Bennrath, Berghausen, Berzbach, Birken, Birrenbachshöhe, Bitzen, Bövingen, Bröl, Bruchhausen, Büscherhof, Daushof, Derscheid, Eckhausen, Eichhof, Eigen, Engeld, Erlen, Esinghausen, Feld, Gerlinghausen, Gibbinghausen, Hardt, Heckhaus, Heinenbusch, Henningen, Herchenrath, Herfterath, Hetzenholz, Hevinghausen, Hillesheim, Höfferhof, Hoffnungsthal, Höhnchen, Hohn, Hohr, Hündekausen, Huven, Kerzenhöhnchen, Klauserhof, Köbach, Kranüchel, Kreizhof, Kreuzkapelle, Küttensiefen, Leuscherath, Leverath, Löbach, Loßkittel, Markelsbach, Much, Müllerhof, Neßhoven, Neuenhaus, Neverdorf, Niederbech, Niederbonrath, Niederbruchhausen, Niederdreisbach, Niederheiden, Niederheimbach, Niederhof, Niedermiebach, Niederwahn, Növerhof, Oberbitzen, Oberbonrath, Oberbruchhausen, Oberbusch, Oberdorf, Oberdreisbach, Oberdreisbach-Höhe, Oberhausen, Oberheiden, Oberheimbach, Oberholz, Obermiebach, Oberwahn, Ophausen, Ortsiefen, Pillenhof, Reinshagen, Rieserhof, Roßbruch, Roßhohn, Scheid, Scheidhof, Schlichenbach, Schwellenbach, Senschenhöhe, Siefen, Sommerhausen, Springen, Steinhaus, Stompen, Strießhardt, Strünkerhof, Tillinghausen, Todtenmann, Tüschenbonnen, Vogelsangen, Walterscheid, Weeg, Weißenportz, Wellerscheid, Wersch, Werschberg, Wiese, Wohlfarth und Zeche Aachen
  • Ehemalige Ortsteile:
Bockem, Broich, Damm, Großoberholz, Hirtsiefen, Höllerhof, Höverhof, Kleinoberholz, Krahm, Kreuzbruch, Kutzbach, Niederengeld, Niedermarkelsbach, Oberbruch, Oberengeld, Obermarkelsbach, Overbach, Reichenstein, Scheidt, Scheukausen, Schmerbach, Siefen bei Werschberg, Söntgerath, Steeg und Strunkhausen[3]

Geschichte

  • Um 802 wurde der Sage nach die Burg zu Much erbaut (im Rahmen der rechtsrheinischen Befestigungsstrategie Karls des Großen), was allerdings historisch nicht belegt werden kann.
  • Am 31. März 1131 wird Much erstmals urkundlich erwähnt: Papst Innozenz II. bestätigt die Mucher Kirche als Besitz des Stiftes St. Cassius Bonn.
  • Im Mittelalter gehörte Much zum Herzogtum Berg, Amt Windeck, später zum Kanton Eitorf.
  • Ab 1816 bildete Much eine Bürgermeisterei im Siegkreis.
  • 1942 Deportation von Juden des Rhein-Sieg-Kreises aus dem Internierungs-Sammellager Much in verschiedene Konzentrationslager, viele in das KZ Theresienstadt.

Religionen

Much ist hauptsächlich katholisch geprägt. Der zum Dekanat Neunkirchen gehörende Pfarrverband Much umfasst die drei Kirchengemeinden St. Martinus Much, St. Mariä Himmelfahrt Marienfeld und St. Johann Baptist Kreuzkapelle. Außerdem gibt es in Much eine evangelische und eine neuapostolische Kirche, sowie einen Königreichssaal der Zeugen Jehovas in Wersch. Einmal jährlich, Anfang Juli zum Fest Mariä Heimsuchung, pilgern einige hundert Mucher zu Fuß in das 150 Kilometer entfernte Werl, um in der dortigen Wallfahrtsbasilika Werl vor dem Gnadenbild zu beten. Der Wallfahrtsbrauch geht auf ein Gelübde aus dem Dreißigjährigen Krieg zurück.

Siehe auch die Liste der Kirchen und Kapellen in Much.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1925 5.812
1933 5.516
1939 5.719
1969 7.472
Jahr Einwohner
1979 09.611
1991 12.351
2006 15.071
2011 14.074
Jahr Einwohner
2013 14.130
2015 14.468

Politik

Sitzverteilung im Gemeinderat
      
Gemeinderatswahl 2014
Wahlbeteiligung: 57,25 % (2009: 55,06 %)
 %
50
40
30
20
10
0
47,1
27,2
13,9
4,6
3,9
3,3
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-3,7
+7,0
-2,1
-5,1
+3,9
± 0,0
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Gemeinderat

Der Gemeinderat ist die kommunale Volksvertretung der Gemeinde Much. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt[4].

Bürgermeister

Am 25. Mai 2014 wurde Norbert Büscher (CDU) mit 56,7 % der Stimmen erstmals gewählt. Er löste damit den seit 1999 amtierenden Bürgermeister Alfred Haas (CDU) ab.

Wappen

Das Wappen der Gemeinde Much ist in der oberen Hälfte Silber und in der unteren Hälfte Gold. Oben ein schreitender, blau gezungter und bewehrter roter Löwe, unten auf einem grünen Berg ein rot bewehrter schwarzer Hahn, beseitet von je einem blauen Fisch.

Das Wappen beruht auf einem Schöffensiegel des Jahres 1627, das in der Gemeinde gefunden wurde. Deutet der Löwe auf die alte Landesherrschaft der Herzöge von Berg, ist der untere Bildteil auf den Ort zu beziehen. Neben dem Fischreichtum (Forellen) soll mit dem Hahn die Wachsamkeit der Schöffen symbolisiert werden.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Die Gemeinde Much besitzt darüber hinaus mit insgesamt 221 Wegekreuzen, Kapellen und Heiligenhäuschen aus vier Jahrhunderten eine Vielzahl erhaltenswerter christlicher Kulturgüter.

Sport

Der örtliche Sportverein TSV Much veranstaltet jedes Jahr einen Volkslauf über 10 km und einen „Hans Josef Roth Gedächtnislauf“ über 21 km. In den Jahren 2008 bis 2012 führten die beiden Mountainbike-Profis Frank Schmidt und Benjamin Quägwer den Halbmarathon als ehrenamtliche Streckenweiser an. Aufgrund der Lage von Much ist ein schwieriges Streckenprofil vorprogrammiert. Darüber hinaus gibt es im TSV die Abteilungen Schwimmen, Badminton, Bogensport, Leichtathletik, Sporttherapie, Tischtennis, Turnen und Volleyball.

Der Tennisclub Much – mitten im Zentrum des Ortes gelegen – hat eine der schönsten Tennisanlagen im Tennisverband-Mittelrhein und stellt zahlreiche Medenmannschaften. Zusätzlich werden jährlich zahlreiche vereinsinterne Turniere veranstaltet.

Viele Wanderwege ziehen ortsnahe Städter aus der Region Köln/Bonn an, das Wanderwegenetz umfasst rund 110 km Strecke.

Der naturbelassene Golfplatz des Golfclubs „Overbach“ ist in die hügelige und bewaldete Landschaft integriert.

Regelmäßige Veranstaltungen

Wochenmarkt

Jeden Donnerstagvormittag findet in Much ein kleiner Wochenmarkt statt.

Mucher Heufresser-Tage

Seit 2006 finden jeden Sommer die „Heufresser-Wettkämpfe“ im Ortszentrum von Much statt. Dort treten verschiedene Dorfgemeinschaften, Vereine und andere Teams gegeneinander an. Seit 2009 findet im Rahmen der Wettkämpfe auch ein Heuwagenrennen statt.[5]

Die Bezeichnung „Heufresser“ bezieht sich auf eine Mucher Überlieferung: Der Pfarrer wettete gegen den Bürgermeister und den Arzt von Much, dass Ersterer die gläubigen Bürger dazu bringen könnte, Heu zu essen. Als er in der Messe dann behauptete, es handele sich beim Heu in seiner Hand um Heilkräuter, die vor Seuchen und sogar dem Fegefeuer schützen, aßen die Kirchgänger das Heu. Damit gewann der Pfarrer die Wette.

Mucher Weihnachtsmarkt

Immer am ersten Adventswochenende findet der Mucher Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz um die St.-Martinus-Kirche und im Ortskern von Much statt. Er gilt als „der schönste Weihnachtsmarkt im Bergischen“. Im Jahr 2011 feierte Much 30 Jahre Weihnachtsmarkt.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Much wird von der B 56, der Zeithstraße und der Landesstraße 312 durchzogen und der nächste Autobahnanschluss liegt nördlich an der A 4.

In der Gemeinde waren am 1. Januar 2012 11.427 Kraftfahrzeuge zugelassen, darunter 9.053 Pkw. [7]

In Much gilt für den öffentlichen Personennahverkehr der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS), Linienbusverkehre existieren unter anderem nach Overath, nach Neunkirchen-Seelscheid und nach Siegburg.

Öffentliche Einrichtungen

Bildung

  • Schulzentrum Much, Schulstraße (Haupt- und Realschule, mittlerweile Gesamtschule)
  • Gemeinschaftsgrundschule, Schulstraße
  • Gemeinschaftsgrundschule, Klosterstraße
  • Gemeinschaftsgrundschule Marienfeld, Dorfstraße

Persönlichkeiten

  • Josef Jacobs (1894–1978), mit 47 Luftsiegen einer der erfolgreichsten deutschen Jagdflieger des Ersten Weltkriegs.
  • Heinrich Böll (1917–1985), wohnte 1944/45 als Kriegsflüchtling in Much-Marienfeld und -Neßhoven, in Marienfeld wurde einer seiner Söhne beigesetzt.
  • Ulrich Potofski (* 1952), Sportmoderator, lebt in Much.
  • Guildo Horn (* 1963), Schlagersänger, Moderator und Schauspieler, lebt mit seiner Familie in Much.
  • Henry Maske (* 1964), Boxer, lebte in Much.
  • Ingeborg Scheerer, Violinistin, lebt in Much.

Literatur

  • Karl Oberdörfer: Das alte Kirchspiel Much, Köln 1923 (Ortsgeschichte).
  • Harald Gerhards: Much im Wandel der Zeit, Neunkirchen-Seelscheid 1980 (Bildband).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. Zahlen, Daten, Fakten. Gemeinde Much, Juni 2012, abgerufen am 7. Dezember 2015.
  3. Einwohner-Verzeichnis Siegkreis 1910
  4. Gemeinde Much. Ratswahl - Gesamtergebnis. 25. Mai 2014, abgerufen am 27. Oktober 2014.
  5. Kölner Stadtanzeiger, 11. Oktober 2009
  6. IDL Software Publikations- und Verlagsgesellschaft mbH: Mucher Weihnachtsmarkt . Abgerufen am 22. Mai 2010.
  7. Mobilität in Nordrhein-Westfalen – Daten und Fakten 2013. In: Straßenverkehr. Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW, 2013, S. 64, abgerufen am 28. Mai 2015.

Kategorien: Ort im Rhein-Sieg-Kreis | Much | Gemeinde in Nordrhein-Westfalen

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