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Mottgers


Mottgers
Gemeinde Sinntal
Höhe: 263 (261–333) m ü. NHN
Fläche: 13,15 km²[1]
Einwohner: 791 (30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 36391
Vorwahl: 06664

Mottgers ist ein Ortsteil der Gemeinde Sinntal im Main-Kinzig-Kreis des Bundeslands Hessen. Der Ort liegt im Tal der Schmalen Sinn, 10,5 km südöstlich von Schlüchtern, und hat etwa 800 Einwohner.

Geschichte

Territorialentwicklung

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Mottgers 923, als Graf Hessi seinen gesamten Besitz in Mottgers (damals noch "Otekaresdorf") dem Kloster Fulda schenkt. 1167 besitzt die fuldische Filialgründung Kloster Schlüchtern Dorf und Zehent in Mottgers. Von dort gelangt es an die Herrschaft Hanau und damit später zur Grafschaft Hanau und folgend zur Grafschaft Hanau-Münzenberg. Es war Teil des Gerichts Altengronau. Den Grafen von Hanau gelang es nicht, das Gericht Altengronau im Rahmen der Territorialisierung ihrer Grafschaft insgesamt in diese einzubinden. Der Einfluss anderer Adelshäuser blieb hier immer massiv präsent. So besaßen 1549 die von Thüngen in Mottgers den Zehenten.

Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., 1736, erbten die Landgrafen von Hessen-Kassel die gesamte Grafschaft Hanau-Münzenberg. Mottgers gehörte so später zum Kurfürstentum Hessen und nach dessen Verwaltungsreform von 1821 zum Landkreis Schlüchtern und dem Justizamt Schwarzenfels. Die ehemals selbstständige Gemeinde kam durch die Hessische Gebietsreform am 1. Juli 1972 zur Gemeinde Sinntal.[2]

Historische Namensformen

In erhaltenen Urkunden wurde Mottgers unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):

  • Otekaresdorf (923)
  • Otekares (1167)
  • Oetenkars (1317)
  • Motkars (1355)
  • Motgars (1358)
  • Motiges (1494)
  • Muttigers (1582)
  • Motgarts (1549)

Kirchliche Verhältnisse

1167 gehörte das Dorf zur Pfarrei Ramholz des Klosters Schlüchtern. 1549 umfasste seine Pfarrei die Dörfer Oberzell, Schwarzenfels, Weichersbach und Züntersbach. Damals besaß das Kloster Schlüchtern das Kirchenpatronat. Heute hat Mottgers zwei Kirchen, eine evangelische Kirche, die sich direkt im Ort befindet, und eine katholische, die sich im Siedlungsgebiet befindet. Dabei ist die evangelische Kirche die größere von beiden, da in Mottgers mehr Protestanten als Katholiken leben. Die evangelische Kirche ist auch die Hauptkirche der Kirchengemeinde Weichersbach-Schwarzenfels-Mottgers, da in Mottgers auch das evangelische Pfarramt steht.

Einwohner

  • 1587: mindestens 34 Haushaltungen
  • 1939: 812
  • 1961: 755
  • 1970: 771

Wirtschaft und Verkehr

Im Dorf existiert ein Werk des Wohnwagenherstellers Knaus Tabbert. Nachdem das Unternehmen zum 1. Januar 2009 von der niederländischen Investmentgesellschaft HTP Investments übernommen wurde war die Zukunft des Produktionsstandortes Mottgers zunächst unklar. Im September 2013 wurde nach gut 15 Monaten Bauzeit eine neue Produktionshalle in Betrieb genommen. Nach eigenen Angaben lag die Gesamtinvestition bei ca. sechs Millionen Euro.[3]

Die nächsten Bahnhöfe liegen an der Bahnstrecke Flieden–Gemünden und befinden sich in Jossa und Sterbfritz. Die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg unterquert die Neubausiedlung von Mottgers. Der Betriebsbahnhof Mottgers liegt ebenfalls auf dem Gebiet vom Mottgers. Mottgers liegt an den Buslinien MKK-91 ( Schlüchtern Bahnhof - Sterbfritz - Mottgers - Jossa (- Marjoß)), MKK-96 (Züntersbach - Schwarzenfels - Sterbfritz - Schlüchtern Untertor) und MKK-97 (Züntersbach - Weichersbach - Altengronau), die an den Haltestellen Mottgers Mittelstraße (MKK-91/MKK-97) zentral im Ort und Mottgers Brückenstraße (MKK-91/MKK96/MKK97) in dem Siedlungsgebiet halten. Auch am Wochenende verkehren 3 - 4 Busse am Tag der Linie MKK-91 pro Richtung (zum bzw. vom Bahnhof in Schlüchtern). Die Busse enden an der Haltestelle Mottgers Brückenstraße, drehen dort und fahren zurück nach Schlüchtern. Damit ist Mottgers der einzige Ort im echten Sinn-Tal, der auch wochenends mit dem Bus zu erreichen ist.

Eine projektierte Verbindungskurve zwischen der Kinzigtalbahn und der Schnellfahrstrecke trägt die Bezeichnung Mottgers-Spange.

Bildung

Mottgers hat eine eigene Grundschule. Aktuell unterrichten zwei Lehrerinnen die Klassen 1-4, die sie sich zwei zu zwei aufteilen. Im Jahre 2011 wurde der alte Schulbau in der Dorfmitte (Brückenstraße 2) abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Dieser umfasst nun 335 m² und erwirtschaftet ein Teil seiner Energie durch Solarzellen. Für diesen Neubau wurden knapp 950.000€ investiert. Durch geringe Schülerzahlen in den Ortsteilen der Gemeinde Sinntal wurde über die Schließung von einzelnen Grundschulen nachgedacht. Auch Mottgers stand im Gespräch, geschlossen zu werden. Dies konnte allerdings abgewandt werden.[4] Die Grundschule Mottgers hat ihren eigenen Förderverein.[5]

Trivia

Am 1. Mai 1988 startete am Hauptbahnhof Würzburg eine Weltrekordfahrt des ICE-Prototypen InterCityExperimental. Der Triebzug erreichte auf dem speziell dafür ausgelegten Streckenabschnitt zwischen Würzburg und Mottgers eine Geschwindigkeit von 406,9 km/h und hielt damit den Weltrekord für Rad-Schienen-Fahrzeuge.

Literatur

  • Heinrich Reimer: Historisches Ortslexikon für Kurhessen. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 14, 1926, S. 337.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 „Einwohner, Daten und Anfahrt“ im Internetauftritt der Gemeinde Sinntal , abgerufen im April 2016.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 376.
  3. Alexander G. Wehrmann: KNAUS TABBERT: Neue Vorzeige-Produktion für Premium-Caravans in Mottgers eröffnet. In: tabbert.de. 10. Oktober 2013, abgerufen am 14. November 2013 (PDF; 189 kB, deutsch).
  4. Website Grundschule Mottgers
  5. Förderverein Grundschule Mottgers

Weblinks


Kategorien: Ort im Main-Kinzig-Kreis | Ehemalige Gemeinde (Main-Kinzig-Kreis) | Sinntal

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Mottgers (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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