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Morschen


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 177 m ü. NHN
Fläche: 47,94 km²
Einwohner: 3340 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34326
Vorwahl: 05664
Kfz-Kennzeichen: HR, FZ, MEG, ZIG
Gemeindeschlüssel: 06 6 34 015
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Paul-Frankfurth-Str. 11
34326 Morschen
Webpräsenz: www.morschen.de
Bürgermeister: Ingo Böhm (Unabhängig)
}

Morschen ist eine Gemeinde im Schwalm-Eder-Kreis in Hessen.

Geografie

Geografische Lage

Morschen liegt im Fuldatal südlich von Kassel und nördlich von Rotenburg an der Fulda und Bebra.

Nachbargemeinden

Morschen grenzt im Norden an die Städte Melsungen und Spangenberg (beide im Schwalm-Eder-Kreis), im Südosten an die Gemeinde Alheim (Landkreis Hersfeld-Rotenburg), im Südwesten an die Gemeinde Knüllwald sowie im Westen an die Gemeinde Malsfeld (beide im Schwalm-Eder-Kreis).

Gemeindegliederung

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Altmorschen (Sitz der Gemeindeverwaltung), Binsförth, Eubach, Heina, Neumorschen, Konnefeld und Wichte.

Geschichte

Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht ausreichend belegt.

Der Beginn der Geschichte Morschens ist ungewiss. Es wird mit Bestimmtheit angenommen, dass Morschen um 500 n. Chr. bereits bestand – die Erstnennungen vor 800 bis 1000 als Mursna, Mornaha, Mursine, Morsne und Mursenaha weisen durch die Endung „aha“ darauf hin: Sie bedeuten den Hinweis auf „Wasser“, und Orte mit diesen und ähnlichen Endungen werden zur ältesten Siedlungsgruppe gerechnet. Die wichtige mittelalterliche Handelsstraße durch die langen Hessen, von Frankfurt nach Eisenach, überquerte bei Morschen die Fulda.

Bekanntheit erlangte Morschen 1997 durch den sogenannten Elternmord von Morschen, bei dem das Inhaberehepaar der HEIMAG einem Mordkomplott ihrer Adoptivtöchter zum Opfer fiel.[2]

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1974 wurde die neue Gemeinde Morschen durch den Zusammenschluss der bisher selbständigen Gemeinden Altmorschen, Heina, Konnefeld und Neumorschen neu gebildet.[3]

Bereits vorher wurden die Orte Eubach (am 1. Juli 1971), Wichte (am 31. Dezember 1971) und Binsförth (am 1. April 1972) in die damalige Gemeinde Altmorschen eingegliedert.[3]

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister ist Herbert Wohlgemuth (parteilos), der 2010 mit 58,9 % der Stimmen wiedergewählt wurde.[4]

Am 6. März 2016, zeitgleich mit den Kommunalwahlen findet die nächste Bürgermeisterwahl statt. Neben Amtsinhaber Herbert Wohlgemuth kandidieren Sabine Knobel (SPD) sowie der unabhängige Ingo Böhm.[5] Bei der Wahl konnte keiner der drei Kandidaten die absolute Mehrheit erringen, Sabine Knobel und Ingo Böhm standen sich am 20. März in einer Stichwahl gegenüber, die Böhm mit 56,0 % der Stimmen für sich entscheiden konnte.[6]

Gemeindevertretung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[7] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[8][9]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
    
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2016
Sitze
2016
 %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 41,6 10 60,1 14 62,1 14 57,8 13
FWG FW-Morschen 30,6 7
FDP Freie Demokratische Partei 16,7 4 19,0 4 16,9 4 18,4 4
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 11,1 2 20,9 5 21,0 5 19,8 5
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 4,0 1
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 69,7 57,2 56,0 67,4

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Kloster Haydau, ein ehemaliges Zisterzienser Nonnenkloster, Mitte des 13. bis Anfang des 14. Jahrhunderts erbaut und Mitte des 16. und im 17. Jahrhundert umgebaut zum landgräflichen Schloss. Von 1985 bis 2001 wurde das Kloster in einem Modellprojekt gesichert und saniert.

Unter dem Motto Leben • Begegnungen • Perspektiven wird Kloster Haydau heute für Tagungen, Kongresse, Kunst, Kultur, Hochzeiten und Familienfeiern genutzt. Jährlich besuchen viele Gäste Konzerte, Ausstellungen, Seminare, Theater, Lesungen, Symposien, ebenso wie viele Familien und junge Paare ihre persönlichen Feiern in den Räumen des Klosters begehen.

Jüdischer Friedhof

Im Ortsteil Binsförth befindet sich der älteste jüdische Friedhof in Nordhessen. 256 Grabsteine aus der Zeit von 1694 bis 1937 sind auf dem 5540 m² großen Friedhof vorhanden. [10]

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Morschen liegt an der Bundesstraße 83 (KasselBebra). Zur Autobahn A 7 (KasselWürzburg), Anschlussstelle Malsfeld (83) sind es ca. 11 km. Die Gemeinde gehört dem Nordhessischen Verkehrsverbund an. Mit der Regionalbahn erreicht man von der Station Altmorschen auf der Bahnstrecke Bebra–Baunatal-Guntershausen das Oberzentrum Kassel tagsüber im Stundentakt in rund 40 Minuten.

Die Fuldatalbrücke der ICE-Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg überspannt zwischen Binsförth und Alt-/Neumorschen in einer Höhe von maximal 75 m über Grund das Fuldatal.

Radwanderwege

Durch das Gemeindegebiet führen folgende Radwanderwege:

Gewerbe

Größter Arbeitgeber in der Gemeinde ist ein Tief- und Straßenbauunternehmen. Eine bunte Palette von Handwerksbetrieben und Fachgeschäften bereichert das Arbeitsangebot vor Ort.

Ein Drei-Sterne-Hotel und verschiedene Gaststätten und Pensionen bieten Übernachtungsmöglichkeiten an.

Infrastruktur

Die Grundversorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Getränke, Back- und Drogeriewaren) ist ebenso gewährleistet wie die ärztliche Versorgung mit den in der Gemeinde ansässigen Praxen für Allgemein- und Zahnmedizin und der Apotheke.

Im größten Ortsteil Altmorschen sind Gemeindeverwaltung, Mittelpunktsgrundschule (mit Turnhalle), ein Kindergarten (ein weiterer Kindergarten befindet sich im Ortsteil Neumorschen), Postagentur, Bank und Sparkasse.

Ein Heimatmuseum (im Aufbau) im Ortsteil Wichte und ein Feuerwehrmuseum (in Altmorschen) mit seltenen Exponaten stehen Interessierten offen. Auf der Fulda fahren (nach Absprache) Flöße von Morschen bis Melsungen.

Sportanlagen in Alt- und Neumorschen, Binsförth und Konnefeld ergänzen das Freizeitangebot in der waldreichen Gemeinde.

Persönlichkeiten

  • August Heinzerling (1899–1989), Erfinder des RÜHRFIX

Ehrenbürger

Literatur

  • Waltari Bergmann: Tausendjähriges Morschen, Hrg. Gemeinde Morschen, 1985
  • Otto Wohlgemuth: Morschen im 20. Jahrhundert, ISBN 3-8311-0642-8, erh. bei Gemeindeverwaltung Morschen oder Förderverein Kloster Haydau e.V.

Weblinks

 Commons: Morschen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Morschen – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Archiv der Rhein-Zeitung
  3. 3,0 3,1 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 405 und 406.
  4. Ergebnis der Bürgermeisterwahl 2010
  5. Zugelassene Bewerber zur Bürgermeisterwahl 2016 , abgerufen am 21. Februar 2016
  6. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl 2016 , abgerufen am 11. Juli 2016
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  9. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  10. Binsförth (Gemeinde Morschen, Schwalm-Eder-Kreis) Jüdischer Friedhof bei alemannia-judaica.de

Kategorien: Ort an der Fulda | Ort im Schwalm-Eder-Kreis | Morschen | Gemeinde in Hessen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Morschen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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