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Moritz Daniel Oppenheim


Moritz Daniel Oppenheim (* 7. Januar 1800 in Hanau; † 26. Februar 1882 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Porträt- und Historienmaler.

Leben

Moritz Daniel Oppenheim wuchs in einem kleinbürgerlichen jüdisch-orthodoxen Milieu auf. Von seinem vierten Lebensjahr an besuchte er die freiwillige jüdische Grundschule, den Cheder, dort lernte er Hebräisch und die jüdischen Gebete. Als Junge erlebte Oppenheim 1806 den Einmarsch der kaiserlich-französischen Armee und die damit verbundene Abschaffung des Ghettos. Seine zeichnerische Begabung brachte ihn 1820 zum Städelschen Kunstinstitut nach Frankfurt.[1] Als erster jüdischer Künstler erhielt er eine akademische Ausbildung und führte schon mit vierzehn Jahren Arbeiten für den Finanzminister des Großherzogtums Frankfurt aus.

Oppenheim besuchte ab 1810 die Hanauer Kurfürstliche Zeichenakademie, wo er Zeichenunterricht beim Maler und Kupferstecher Conrad Westermayr sowie Malunterricht bei dessen Frau Henriette in Hanau erhielt. Um 1814 lässt sich eine Kopiertätigkeit in der Gemäldesammlung von Karl Christian Ernst von Benzel-Sternau im Schloss Emmerichshofen nachweisen. Ab 1818 erhielt Oppenheim dann eine zwei Jahre dauernde Ausbildung an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste München. Dort war er Schüler von Johann Peter von Langer und dessen Sohn Robert von Langer. Anschließend kehrte er nach Hanau zurück.

1820/21 ging Oppenheim dann nach Paris und wurde Schüler von Jean-Baptiste Regnault. 1821 nahm er dort auch am concours des places an der École des beaux-arts teil. Zwischen 1821 und 1825 hielt sich Oppenheim in Italien u.a. in Rom, Florenz und Neapel auf. In Rom machte er Bekanntschaft mit Künstlern aus dem Kreis der Nazarener um Friedrich Overbeck und Bertel Thorvaldsen. 1824 nahm er am Zeichenwettbewerb der Accademia di San Luca in Rom teil, gewann den ersten Preis, der ihm aber sogleich aufgrund seiner jüdischer Herkunft wieder aberkannt wurde. In Neapel traf er schließlich seinen späteren Mäzen Baron Carl Mayer von Rothschild, für dessen Familie er in den folgenden Jahren als Porträtist und Kunstagent tätig wurde.

Nach seiner Rückkehr nach Frankfurt am Main (1825) etablierte er sich als Historien-, Genre- und Porträtmaler des emanzipierten jüdischen Bürgertums.

Das Werkverzeichnis dokumentiert mehr als 700 Werke, von denen fast ein Drittel verschollen ist. Ein Teil seiner Werke befindet sich im Besitz des Jüdischen Museums in Frankfurt am Main und im Historischen Museum Hanau Schloss Philippsruhe.

Bezug zum Judentum

Oppenheims Biographie ist in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich. Erstens war er in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der einzige bedeutende Maler, der, als Jude geboren, sein Leben lang Jude blieb. Zweitens wählte er, auch im Unterschied zu den meisten späteren jüdischen Malern, für viele seiner Werke sowohl aus künstlerischer als auch aus persönlicher Absicht speziell jüdische Themen. Drittens erlangte er mit seinem Werk besonders unter Juden, deren Ideale und Gefühle er widerspiegelte, Reputation.[2]

Gedenken

Im Zuge der Neugestaltung des Hanauer Freiheitsplatzes wurde für den in Hanau geborenen Maler vor dem neuen „Forum“ ein abstraktes Groß-Denkmal des Künstlers Robert Schad errichtet. Es trägt den Titel Moritz und das tanzende Bild.

Literatur

  • Moritz Daniel Oppenheim, Erinnerungen, Frankfurt a. M. 1924 (Reprints: Erinnerungen eines deutsch-jüdischen Malers. Hrsg. und mit einem Nachw. vers. von Christmut Präger, Heidelberg 1999; Erinnerungen, Hamburg 2013)
  • Claus Stephani: Das Bild des Juden in der modernen Malerei. Eine Einführung. / Imaginea evreului în pictura modernă. Studiu introductiv. Traducere în limba română de Ion Peleanu. (Zweisprachige Ausgabe, deutsch-rumänisch. Ediţie bilingvă, româno-germană.) Editura Hasefer: Bucureşti, 2005. ISBN 973-630-091-9
  • Hyacinth HollandOppenheim, Moritz. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 52, Duncker & Humblot, Leipzig 1906, S. 706–708.
  • Ruth Dröse, Frank Eisermann, Monica Kingreen, Anton Merk: Der Zyklus „Bilder aus dem altjüdischen Familienleben“ und sein Maler Moritz Daniel Oppenheim. CoCon-Verlag, Hanau 1996, ISBN 3-928100-36-X.
  • Georg Heuberger, Anton Merk (Hrsg.): Moritz Daniel Oppenheim. Die Entdeckung des jüdischen Selbstbewußtseins in der Kunst. Wienand Verlag, Köln 1999, ISBN 3-87909-654-6 (Katalog der gleichnamigen Ausstellung, Jüdisches Museum Frankfurt, 16. Dezember 1999 bis 2. April 2000).
  • Anton Merk: Moritz Daniel Oppenheim. In: Stadtzeit. Magazin für Hanau, Jg. 2 (1998), S. 181–185 (Geschichtsmagazin anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Revolution und Turnerbewegung Hanau 1848–1998)
  • Theresa Wißmann: Oppenheim, Moritz Daniel. In: Bénédicte Savoy, France Nerlich (Hrsg.): Pariser Lehrjahre. Ein Lexikon zur Ausbildung deutscher Maler in der französischen Hauptstadt. Band 1: 1793–1843. DeGruyter, Berlin 2013, S. 218–221, ISBN 978-3-11-029057-8.

Einzelnachweise

  1. Nachum T. Gidal: Die Juden in Deutschland. Von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik. Könemann, Köln 1997, ISBN 3-8950-8540-5, S. 166.
  2. Michael Brenner, Stefi Jersch-Wenzel, Michael A. Meyer:Deutsch-jüdische Geschichte in der Neuzeit, Band 2 1780-1871, C: H. Beck, 1996, S. 250

Weblinks

 Commons: Moritz Daniel Oppenheim  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Kategorien: Person des Judentums (Frankfurt am Main) | Person (Hanau) | Geboren 1800 | Gestorben 1882 | Maler (Deutschland) | Freimaurer (19. Jahrhundert) | Freimaurer (Deutschland) | Deutscher | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Moritz Daniel Oppenheim (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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