Mondsee (See) - LinkFang.de





Mondsee (See)


Mondsee
Mondsee von seinem Südostende nach Nordwest (links hinten die Drachenwand)
Geographische Lage Salzkammergut, Österreich
Zuflüsse Fuschler Ache/Griesler Ache, Zeller Ache, Wangauer Ache
Abfluss Seeache in den Attersee
Orte am Ufer Mondsee, Innerschwand, Au/See, St. Lorenz
Daten
Höhe über Meeresspiegel 481 m ü. A.
Fläche 13,78 km²[1]
Länge 11 km
Breite 1,5 km
Volumen 0,51 km³[1]
Umfang 25,7 km[1]
Maximale Tiefe 68 m[1]
Mittlere Tiefe 36 m[2]
Einzugsgebiet 247,2 km²[1]

Besonderheiten

Mondseekultur

Mondsee mit Drachenwand
Mondsee, Luftbild

Der Mondsee ist ein See im oberösterreichischen Salzkammergut und Nachbarsee des Attersees. Das Südufer bildet die Grenze zwischen Oberösterreich und Salzburg sowie zwischen den Kalkalpen im Süden und der Sandsteinzone. Markant ist auch die Drachenwand, welche am Südwestufer emporragt.

1864 wurden Reste von Pfahlbauten aus der Jungsteinzeit entdeckt (siehe Mondseekultur).

Geographie und Hydrologie

Mit einer Länge von 11 km und einer Breite von maximal 1,5 km umfasst der Mondsee eine Fläche von ca. 14 km². Die wichtigsten Zuflüsse sind die aus dem Fuschlsee kommende Fuschler Ache (Einzugsgebiet 117,6 km²), die aus dem Irrsee kommende Zeller Ache (38,3 km²) und die Wangauer Ache (35,3 km²). Diese drei Zuflüsse sind für mehr als 70 % der Wasserfracht in den Mondsee verantwortlich.[1] Über die nur 3 km lange Seeache, die den Mondsee an seinem östlichen Ende verlässt, entwässert er in den rund 12 m tiefer gelegenen Attersee. Der mittlere Abfluss (MQ) beträgt 9,3 m³/s, die (theoretische) Wassererneuerungszeit 1,7 Jahre.[2]

Entstehung

Wie die anderen Salzkammergutseen wurde das Becken des Mondsees in den Eiszeiten durch den mächtigen Traungletscher geformt, das sich bei seinem Abschmelzen mit Wasser füllte. Nach dem Abschmelzen des Gletschers der Riß-Eiszeit lag hier ein See, der einen um ca. 40 m höheren Wasserspiegel als der heutige Mondsee hatte, dadurch deutlich größer war und im Westen vermutlich bis in die Gegend von Thalgau reichte.[3]

Ökologie

In den 1950er und 60er Jahren war der Mondsee stark durch Nährstoffe belastet und es kam zu großflächigen Blaualgenblüten. Diese Situation konnte durch den Bau einer Ringkanalleitung und Kläranlagen in Thalgau und St. Lorenz deutlich verbessert werden, der See wird heute als oligotroph bis mesotroph eingestuft.[2] Die Sichttiefe beträgt (im Mittel der Jahre 2007–2010) 5,1 m.[4] Bei starken Regenfällen kann es zu überproportional hohen Phosphor- und Stickstoffeinträgen aus landwirtschaftlich genutzten Flächen entlang der Zuflüsse kommen.

Mehr als 80 % der Uferlinie sind verbaut oder durch Einbauten ökologisch beeinträchtigt.[1] Ein längerer naturnaher Abschnitt befindet sich im Mündungsbereich der Fuschler Ache, der als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist.[5]

Fischbestand

Hecht, Seeforelle, Bachforelle, Regenbogenforelle, Seesaibling, Reinanke, Aal, Karpfen, Aalrutte, Barsch und Weißfische.

Namensgebung

Der Sage nach ritt Herzog Odilo von Bayern in der Nacht von der Rückseite der Drachenwand an und erkannte erst kurz vor einem Absturz den Mond, der sich im See spiegelte. So entstand der Name Mondsee (Volkssage). Tatsächlich hat der Mondsee seinen Namen aber nicht vom Mond, sondern von den Mannsee, einem alten Adelsgeschlecht. Aus Mannsee wurde im Laufe der Zeit der Mondsee.

Eigentümer

Der Mondsee befindet sich seit dem 18. Jahrhundert in Privateigentum − für österreichische Großseen eine Ausnahmestellung.[6] Derzeitige Eigentümerin des Sees (geschätzter Wert: 16 Millionen Euro) ist Nicolette Waechter (geborene Almeida) vom Höribachhof in St. Lorenz, welche den See im Jahr 1977 von ihrem verstorbenen jüngeren Bruder geerbt hat. Im August 2008 war ein Verkauf des Sees im Gespräch. Seither laufen Kaufverhandlungen v.a. mit österreichischen Gebietskörperschaften[7]

Archäologie

Die Fundstätte See am Mondsee (Gemeindegebiet Unterach) gehört zum UNESCO-Welterbe Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen.

Literatur

  • Werner Kunze: Mondsee – 5000 Jahre Geschichte und Kultur. Selbstverlag der Marktgemeinde Mondsee, 1991.
  • Franz Mayrhofer (Hrsg.): Mondsee – Auf Alten Ansichtskarten. Wien 1992.
  • Barbara Ritterbusch-Nauwerck: Der Randstreifen des Mondseeufers – eine ökologische Erhebung. Im Auftrag des Amtes der Oberösterreichischen Landesregierung – Naturschutz, Scharfling, August 1996 (pdf , land-oberoesterreich.gv.at); auch in: Informativ, Heft 08, Linz 1997, S. 10–11.

Weblinks

 Commons: Mondsee  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Mondsee  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Mondsee – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Amt der Oö. Landesregierung (Hrsg.): Potentialstudie Salzkammergut. Ökologischer Zustand und Verbesserungsmöglichkeiten an den Zuflüssen von Mondsee und Irrsee. Gewässerschutz Bericht 44, Linz 2011 (PDF; 9 MB )
  2. 2,0 2,1 2,2 Bundesamt für Wasserwirtschaft (Hrsg.): Atlas der natürlichen Seen Österreichs mit einer Fläche ≥ 50 ha. Morphometrie – Typisierung – Trophie. Stand 2005. Schriftenreihe des Bundesamtes für Wasserwirtschaft, Band 29, Wien 2008 (PDF; 9 MB )
  3. Dirk van Husen: Als unsere Seen Gletscher waren – Die eiszeitliche Entwicklung im Salzkammergut. In: J. T. Weidinger, H. Lobitzer, I. Spitzbart (Hrsg.): Beiträge zur Geologie des Salzkammerguts, Gmundner Geo-Studien 2, 2003, S. 215–222. (PDF; 557 kB )
  4. Seeprofil Mondsee (PDF; 385 kB)
  5. Land Oberösterreich: Naturschutzdatenbank
  6. die anderen großen Seen des Alpenraumes sind durchwegs in Eigentum der Republik, indirekt durch Eigentum der Österreichischen Bundesforste, vergl. Liste der Seen der Österreichischen Bundesforste
  7. Augsburger Allgemeine vom 4. August 2008;
    Der Standard vom 18. August 2008.
    Mondsee soll verkauft werden , wirtschaftsblatt.at, abgerufen am 14. Juni 2008

Kategorien: See im Salzkammergut | Mondsee | Mondsee (See) | Wrede (bayerisches Adelsgeschlecht) | Badesee in Österreich | See in Oberösterreich | St. Lorenz (Oberösterreich) | See in Europa

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Mondsee (See) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.