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Momo (Roman)


Momo ist ein im Jahr 1973 erschienener Roman von Michael Ende. Der Titel bezeichnet die Hauptperson, der Untertitel lautet: Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte. Das Buch ist mit weltweit über sieben Millionen verkauften Exemplaren nach der Unendlichen Geschichte das erfolgreichste Werk Endes.[1] Momo wurde 1974 mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet.

Handlung

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In einer Phantasiewelt, die im Buch selbst als „riesige Stadt“ mit „großen Neubauvierteln“ geschildert wird, aber insgesamt sehr an eine zeitgenössische italienische Kleinstadt erinnert, ist die Gesellschaft der grauen Herren am Werk. Sie versuchen, alle Menschen dazu zu bringen, Zeit zu sparen. In Wahrheit werden die Menschen um ihre Zeit betrogen. Während sie versuchen, Zeit für später zu sparen, vergessen sie, im Jetzt zu leben. Denn Zeit kann man nicht sparen wie Geld. Je mehr man versucht, Zeit zu sparen, desto „kürzer“ werden die Tage und Wochen.

Als die Welt schon fast den grauen Herren gehört, beschließt der weise Meister Hora (der geheimnisvolle „Verwalter der Zeit“) zu handeln. Er hält die Zeit an, wodurch die ganze Welt zum Stillstand kommt. Dann schickt er seine Schildkröte Kassiopeia mit dem kleinen, hilfsbereiten Mädchen Momo, das eine Stundenblume für eine Stunde Zeit in die Hand bekommt, in den Kampf gegen die übermächtig erscheinenden grauen Herren.

Personen

Momo

Das kleine Mädchen, das eines Tages im Amphitheater auftaucht, gut zuhören kann und damit andere tröstet. Pechschwarzer Lockenkopf, abgetragene Männerjacke und große pechschwarze Augen sowie Füße in der gleichen Farbe, da sie fast immer barfuß läuft. Sie ist arm und hilfsbereit.

Gigi

Girolamo Fremdenführer ist einer der beiden besten Freunde Momos, der Geschichtenerzähler und Fremdenführer. Außerdem ist er Parkwächter, Trauzeuge, Hundespazierenführer, Liebesbriefträger, Beerdigungsteilnehmer, Andenkenhändler, Katzenfutterverkäufer und noch vieles andere. Als er unter dem Einfluss der grauen Herren berühmt und erfolgreich wird, büßt er seine Fantasie und Originalität ein.

Beppo

Beppo Straßenkehrer ist der andere beste Freund Momos, ein geduldiger Straßenkehrer, der so lange überlegt, bis er eine Antwort gibt, dass die meisten Menschen schon vergessen haben, was sie wissen wollten. Seiner Meinung nach ist das meiste Leid auf der Erde darauf zurückzuführen, dass Menschen unüberlegte Dinge sagen. Von ihm stammt auch der berühmte Tipp, statt das Ende der langen Straße zu beachten, immer nur das nächste Stück zu sehen. Mit dem Versprechen, Momo werde zurückkommen, wenn er hunderttausend Stunden spare, berauben ihn die grauen Herren seiner Persönlichkeit.

Meister Hora

Meister Hora, auch Secundus Minutius Hora, ist der Hüter der Zeit und der Stundenblumen. Er teilt allen Menschen ihre Lebenszeit zu und wechselt selber ständig das Alter. Sein Name ist ein sprechender Name, da Hora das lateinische Wort für Stunde ist. Entsprechend stehen Secundus und Minutius für Sekunde und Minute.

Kassiopeia

Meister Horas Schildkröte, die eine halbe Stunde in die Zukunft schauen und doch nicht sagen kann, was passieren wird. Sie drückt sich durch Schrift aus, die auf ihrem Panzer erscheint.

Die grauen Herren

Mit fahler grauer Haut, grauen Hüten, grauen Sakkos, „eleganten grauen Autos“ und Zigarren aus getrockneter Zeit im Mund, ohne die sie nicht existieren können. Sie kontrollieren schließlich die gesamte Stadt, wobei ihr Auftreten nicht in Erinnerung bleibt.

Die Kinder

Mit ihnen trifft sich Momo stets im Amphitheater und spielt mit ihnen aufregende Spiele.

Nino

Wirt eines kleinen Lokals am Stadtrand.

Liliana

Ninos dicke Frau.

Nicola

Der Maurer, einer von Momos besten Freunden.

Herr Fusi

Der Friseur, der nicht reich, aber auch nicht arm ist.

BLW/553/c

Der graue Herr und Agent, der versucht, Momo zu bestechen.

XYQ/384/b

Der graue Herr und Agent, der zu Herrn Fusi in das Friseurgeschäft kommt.

Hintergrund

Der Schauplatz der Erzählung, eine italienisch anmutende Vorstadt, ist eine Reminiszenz an Endes damaligen Wohnort Genzano di Roma. Das spätere Wirken von Michael Ende in Japan, der Heimat seiner zweiten Ehefrau, steht in engem Zusammenhang mit Momo. Werner Onken, Leiter der Freiwirtschaftlichen Bibliothek in Varel, schrieb 1986 eine Interpretation von Momo, die in der Zeitschrift Fragen der Freiheit veröffentlicht wurde. In einem Brief an Onken bestätigte Michael Ende, dass Momo das heutige Geldsystem kritisiere: „Übrigens sind Sie bis jetzt der erste, der bemerkt hat, daß die Idee des alternden Geldes im Hintergrund meines Buches Momo steht. Gerade mit diesem Gedanken von Steiner und Gesell habe ich mich in den letzten Jahren intensiver beschäftigt, da ich zu der Ansicht gelangt bin, daß unsere ganze Kulturfrage nicht gelöst werden kann, ohne daß zugleich oder vorher sogar die Geldfrage gelöst wird.“[2]

Verfilmungen

Hörspiele

Es gibt mehrere Hörspielfassungen des Romans:

  • Karussell 1975 LP, 1984 drei Kassetten; 1999 drei CDs
    • Teil 1: Momo und ihre Freunde
    • Teil 2: Momo und die grauen Herren
    • Teil 3: Momo und die Stundenblumen

Vertonungen

  • Momo und die Zeitdiebe Oper in zwei Teilen von Michael Ende mit der Musik von Mark Lothar, Uraufführung:Landestheater Coburg, 19. November 1978
  • Regie, Musik, Texte: Stefan Krämer, Erstaufführung: 11. Juni 2009, Gymnasium Osterbek Hamburg (die musicaLISTEN)
  • Die Stunden-Blume sinfonische Novelle für Blasorchester von Uwe Kohls
  • Momo und die Zeitdiebe, Kindermusical von A. Holtermann, B. Wingert und P. Kurz, Ikarus Musikverlag[7]

Ballettadaptationen

Ausgaben

Reguläre Ausgaben

Sonderausgaben

Sekundärliteratur

  • Hermann Bausinger: Momo. Ein Versuch über politliterarische Placeboeffekte. In: Walter Jens, Wilfried Barner, Martin Gregor-Dellin, Peter Härtling (Hrsg.): Literatur in der Demokratie. Für Walter Jens zum 60. Geburtstag. Kindler Verlag, 2001, ISBN 978-3-463-00852-3, S. 137–145 (Volltext ).

Weblinks

 Commons: Momo (Ulrike Enders)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Momo. In: thienemann.de. cms.thienemann.de, abgerufen am 16. April 2016.
  2. Faksimile eines Briefs Michael Endes an Werner Onken, 3. September 1986
  3. Momo (1986) in der Internet Movie Database (englisch)
     ; 1. bei Edition Deutscher Film 2, 1986; 2. bei Millenium Storm, versch. Sprachfass. (auch Deutsch), 2006; bei Studiocanal, 2000 EAN 4006680017280
  4. ANGERER DER ÄLTERE – Berühmte Gemälde – Wandbilder – Kunstband. In: angerer-der-aeltere.de. Angerer der Ältere, abgerufen am 16. April 2016 (de-de, Gegenüber Angerer äußerte Ende am 1. Februar: „Dies ist die Welt MOMO, wie ich es mir vorstelle. Ich bin begeistert“).
  5. Momo alla conquista del tempo (2001) in der Internet Movie Database (englisch)
  6. z. B. EAN 5414233149187 – Episoden 1 bis 4: Ein Mädchen namens Momo, Wo soll Momo wohnen?, Momo und der graue Besucher und Momo und die Südseeprinzessin.
  7. musicals-fuer-kinder.net: Momo und die Zeitdiebe
  8. BALLETT: MOMO Spielzeit 2011/12. In: karlsruhe.de. spielzeit11-12.staatstheater.karlsruhe.de, abgerufen am 16. April 2016.

Kategorien: Hörspiel (Titel) | Michael Ende | Literarische Figur | Literatur (20. Jahrhundert) | Literarisches Werk | Kinder- und Jugendliteratur | Literatur (Deutsch)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Momo (Roman) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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