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Mitwitz


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: KronachVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Mitwitz
Höhe: 304 m ü. NHN
Fläche: 33,19 km²
Einwohner: 2898 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96268
Vorwahl: 09266
Kfz-Kennzeichen: KC, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 76 154
Adresse der
Marktverwaltung:
Coburger Str. 14
96268 Mitwitz
Webpräsenz: www.mitwitz.de
Bürgermeister: Hans-Peter Laschka (CSU)
}
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Mitwitz ist ein Markt im Landkreis Kronach (Regierungsbezirk Oberfranken) und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Mitwitz. Der Ort, auch „Tor zum Frankenwald“ genannt, liegt an der Verbindungsstrecke zwischen den Städten Kronach und Coburg.

Fruchtbare Lößböden, ausgedehnte Mischwaldgebiete, ein weites, von Flüssen und Hügeln eingefasstes Tal, Sumpf- und Überschwemmungsgebiete, sowie die Nähe (Luftlinie zirka 5 km) zur ehemaligen deutsch-deutschen Grenze kennzeichnen die Region um den Markt Mitwitz.

Geografie

Mitwitz liegt an der Steinach und der Föritz.

Gemeindegliederung

Die neun Ortsteile der Gemeinde sind:

Geschichte

Mittelalter

Der Ort wurde 1266 erstmals urkundlich erwähnt, die Herren von Schaumberg waren die ersten Besitzer von Dorf und Schloss.

Um 1425 verkauften die Herren von Schaumberg den Ort an die Familie von Rosenau. Das Wasserschloss wurde 1525 während des Bauernkrieges stark beschädigt und geplündert. 1567 wurde Mitwitz protestantisch, eine kleine Schule neben der Jakobskirche wurde erwähnt. Hieronymus von Würtzburg erwarb 1576 nebst allen Zugehörungen das Wasserschloss, von 1574 bis etwa 1600 wurde die Jakobskirche vergrößert, sie bekam ihr heutiges Erscheinungsbild. In den Jahren 1596 bis ca. 1600 ließ Hans Veit I von Würzburg das Wasserschloss vollständig restaurieren. Auf dem Zimmeranger fand die letzte urkundlich belegte Hinrichtung des Gerichtes Mitwitz statt. Andreas Dötschel begann 1624 mit dem Schreiben eines Tagebuches, sein Stiefbruder Georg schrieb es weiter. Veröffentlicht wurde es unter dem Titel Tagebuch der Gebrüder Dötschel. Im Ortsteil Neundorf starben 1626 36 Personen an der Pest. Während des Dreißigjährigen Krieges war die Bevölkerung in die Glaubenskämpfe einbezogen, Kronach kämpfte auf katholischer und Mitwitz auf protestantischer Seite. Insbesondere in den Jahren 1631 bis 1634 starben viele Menschen. Das obere Schloss wurde 1713 wieder aufgebaut.

Neuzeit

Um 1800 wurden in Mitwitz etwa 90 Häuser erwähnt. Gegen den Widerstand des Herren von Mitwitz, Karl Philipp Veit von Würtzburg, fiel der Ort 1803 an das Kurfürstentum Bayern. Die Freiwillige Feuerwehr Mitwitz wurde 1868 gegründet. 1876 wurde die neue Schule an der Jakobskirche eingeweiht und 1876 der Standesamtsbezirk Mitwitz gegründet. Prinz Ludwig von Bayern, der spätere König Ludwig III., besuchte 1892 den Ort. Um 1900 waren 150 Häuser und 956 Einwohner verzeichnet. Bürgermeister war Georg Motschmann. Ab 1905 wurde der Ort an das öffentliche Stromnetz angeschlossen, der Strom wurde aus Steinach geliefert. Während des Ersten Weltkrieges fielen etwa 70 Bürger des Ortes, unter ihnen auch Baron Edmund von Würtzburg, der letzte männliche Nachkomme des Geschlechts. Die Steinachtal-Bahn wurde 1920 eröffnet und 1926 der Ort an das Wasserleitungsnetz angeschlossen, wodurch die bisherige Wasserversorgung durch Ortsbrunnen weitgehend überflüssig wurde. Im Zweiten Weltkrieg starben über 100 Einwohner, die Amerikaner besetzten den Ort am 13. April 1945. Zum Ende des Krieges wurden Kunstschätze und Bücher der Frankfurter Bibliotheken in das Schloss ausgelagert. Mit der Teilung Deutschlands wurde die Gegend Zonenrandgebiet und Grenzgebiet zur DDR. Eine neue Schule wurde 1950 gebaut, etwa 1738 Einwohner lebten in 233 Gebäuden. Mitwitz wurde 1955 mit einem Marktgemeindewappen ausgestattet, 1966 das 700-jährige Ortsjubiläum gefeiert. Burgstall wurde 1972 eingemeindet. 1974 erfolgte die Zusammenlegung des Marktes Mitwitz und der Gemeinden Hofsteinach, Kaltenbrunn und Neundorf mit Schwärzdorf zu der neuen Großgemeinde Mitwitz. Leutendorf und Horb wurden später eingegliedert. 1975 wurde die neuerbaute Verbandsschule eingeweiht. Auf Initiative des Landrats Heinz Köhler wurde von 1977 bis 1988 das Wasserschloss renoviert. Im Zuge der Wiedervereinigung 1989 wurden die alten Verbindungswege nach Thüringen wieder benutzt. 1995 lebten im Ort 3317 Einwohner in 832 Häusern. Der Hochbehälter für die Trinkwasserversorgung wurde 2001 in Betrieb genommen, 2002 die Kläranlage des Abwasserverbandes Steinachtal eingeweiht.

Eingemeindungen

Die folgende Tabelle führt die ehemals selbständigen Gemeinden mit dem Datum der Eingemeindung in den Markt Mitwitz auf:

Ehemalige
Gemeinde
Einwohner
(1970)
Datum Anmerkung
Burgstall 167 1. Januar 1972[2] teilweise Eingliederung, 34 der 167 Einwohner wechselten nach Gehülz
Hof an der Steinach 1. Januar 1970[2] Zusammenschluss mit Steinach an der Steinach zu Hofsteinach
Hofsteinach 556 1. Januar 1974[3]
Horb an der Steinach 106 1. Januar 1977[3]
Kaltenbrunn 190 1. Januar 1974[3]
Leutendorf bei Coburg 149 1. Januar 1976[3]
Neundorf 334 1. Januar 1974[3]
Schwärzdorf 125 1. Juli 1971[2] Eingemeindung nach Neundorf
Steinach an der Steinach 1. Januar 1970[2] Zusammenschluss mit Hof an der Steinach zu Hofsteinach

Politik

Gemeinderatswahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 56,3 % (2008: 63,60 %)
 %
40
30
20
10
0
29,6 %
33,6 %
24,6 %
12,2 %
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Marktgemeinderat

Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Marktgemeinderat:

Partei / Liste 2002 2008 2014
CSU 5 5 5
SPD 6 6 4
Freie Wählergemeinschaft 4 4 3
Grüne 1 1 2
Gesamt 16 Sitze 16 Sitze 14 Sitze

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: „Geteilt und oben gespalten; oben vorne in Gold ein linksgewendeter, mit einer silbernen Schräglinksleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe; hinten in Gold der schwarz gekleidete Rumpf eines bärtigen Mannes mit schwarzer Zipfelmütze, an deren Spitze ein sechsstrahliger roter Stern hängt; unten in Schwarz auf goldenem Boden nebeneinander vier goldene Laubbäume.“

Städtepartnerschaften

Seit 2008 besteht eine Partnerschaftsvereinbarung mit der Stadt Ebeleben in Thüringen.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Baudenkmäler

Liste der Baudenkmäler in Mitwitz

Grünes Band

Der Ort liegt am „Grünen Band“, dem Biotopverbund entlang der ehemaligen Grenze zur DDR. Der Initiator dieses inzwischen europaweiten Biotopverbundes (Grünes Band Europa), Kai Frobel, stammt aus dem Nachbarort Hassenberg. Gemeinsam mit der Ortsgruppe Kronach des Bundes Naturschutz in Bayern machte er ab Mitte der 1970er Jahre im Raum Mitwitz die ersten Erkundungen zum Arteinreichtum des Grenzstreifens.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Zur B 303 sind es etwa 4 Kilometer. Der nächste Bahnhof befindet sich in Kronach.

Öffentliche Einrichtungen

  • Jugendzentrum „Don Camillo“

Bildung

  • Volksschule Mitwitz,
  • Imkerschule Oberfranken,
  • Ökologische Bildungsstätte Oberfranken
  • Montessori-Schule Mitwitz

Weblinks

 Commons: Mitwitz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Mitwitz – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 500.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 689 und 690.
  4. Bayerisches Landesamt für Statistik

Kategorien: Ort im Landkreis Kronach | Mitwitz | Gemeinde in Bayern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Mitwitz (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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