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Miosis


Miosis (griechisch meiōsis μείωσις ‚Verkleinerung‘) oder Stenokorie (zu gr. stenos στενός ‚eng‘ und korē κόρη ‚Pupille‘) ist die medizinische Bezeichnung für die ein- oder beidseitige Engstellung der Pupille. Ausgehend von einem durchschnittlichen Durchmesser des Sehlochs kann sie unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Eine Miosis wird hervorgerufen durch die Kontraktion des Musculus sphincter pupillae, zirkulärer oder gitterförmig angeordneter Züge glatter Muskulatur in der Iris des Auges oder durch Ausfall oder Einschränkung seines Gegenspielers (Antagonisten), des Musculus dilatator pupillae; beide zählen zu den inneren Augenmuskeln.

Die physiologische Miosis wird über parasympathische Nervenfasern vermittelt und bei Lichteinfall als Adaptation ausgelöst sowie bei der Nahfixation zusammen mit der Akkommodation und der Konvergenzbewegung als sogenannte Naheinstellungstrias infolge eines neurophysiologischen Regelkreises, der diese gemeinsam steuert.

Darüber hinaus kann die Wirkung von Opiaten oder Opioiden eine Miosis hervorrufen. Gezielt herbeigeführt wird sie mit pharmakologischen Mitteln (Miotika, z. B. Pilocarpin) zu therapeutischen Zwecken, beispielsweise bei einem Glaukom, sowie zur differentialdiagnostischen Abklärung bei der pharmakodynamischen Untersuchung einer Pupillotonie. Dagegen können Mydriatika wie Atropin oder Hyoscyamin durch eine Lähmung des Musculus sphincter pupillae eine Miosis vorübergehend verhindern. Dies ist bei Verabreichung von Parasympatholytika begleitet von einem Akkommodationsverlust, hervorgerufen durch ihre lähmende Wirkung auf den parasympathisch innervierten Anteil des Ziliarmuskels.

Klassifikation nach ICD-10
H57.0 Pupillenfunktionsstörungen
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Ursachen einer pathologischen Miosis können Schädigungen der sympathischen Versorgung beim Horner-Syndrom (Miosis paralytica, meist einseitig) sein, sowie eine beidseitige reflektorische Pupillenstarre beim Argyll-Robertson-Syndrom, meist durch eine Neurolues verursacht. Als Miosis spastica kann sich eine Reizung des Parasympathikus im Okulomotoriussystem präsentieren, die zumeist in eine Mydriasis paralytica übergeht und Vorstadium einer Lähmung des Nervus oculomotorius sein kann.[1]

Eine ausgeprägte Miosis (um 2,0 mm) kann, selbst bei linsenlosen (aphaken) Menschen, zu einer gewissen Verbesserung der Sehschärfe führen. Denn durch die Einengung des Sehlochs wird die Schärfentiefe erhöht, ähnlich der Blendenwirkung beim Fotografieren, der Wirkungsweise einer Lochkamera (Camera obscura) oder einer stenopäischen Lücke.

Eine Weitstellung der Pupille wird als Mydriasis bezeichnet.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Rudolf Sachsenweger (Hrsg.): Neuroophthalmologie. 3., überarbeitete Aufl. Thieme, Stuttgart u. a. 1982, ISBN 3-13-531003-5, S. 300.
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