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Minutenboden


Als Minutenboden werden Ackerböden (siehe Landwirtschaft) mit sehr hohen Tongehalten bezeichnet, die nur sehr kurzzeitig bearbeitet werden können und oft Probleme bei der Kulturführung mit sich bringen.

Ton stellt die feinste mögliche Textur im Boden dar. Tonpartikel weisen vor allem Feinporen auf, die viel Wasser halten können, dieses aber kaum wieder abgeben. Aus diesem Grund können Kulturpflanzen auf Minutenböden trotz einer sichtbaren Bodenfeuchte unter Wasserstress stehen.

Neben den Kulturproblemen stehen vor allem Schwierigkeiten in der Bewirtschaftung im Vordergrund: Ton macht Böden plastisch, was die Bearbeitung und Befahrbarkeit vor Herausforderungen stellt. Die Wasserverhältnisse sind kompliziert: Vernässte Tonböden sind zäh und bindig und benötigen lange Zeit, um wieder abzutrocknen. Auf der anderen Seite sind ausgetrocknete Tonböden steinhart, sodass Niederschläge zunächst nicht aufgenommen werden, sondern abfließen. Sowohl im nassen als auch im feuchten Zustand kann ein Minutenboden nicht bearbeitet werden:

Zu nasse Böden sind schmierig und verkleben die Gerätschaften. Beim Graben mit dem Spaten bleiben die Bodenschollen regelrecht am Spaten kleben. Beim Pflügen zeigen sich ähnliche Probleme. Das Ergebnis ist nicht die gewünschte, krümelige Scholle, die mit einer Egge zerkleinert und verteilt werden kann. Es entsteht vielmehr ein mehr oder weniger durchgehender Tonstrang. Bei zu hoher Nässe sind die Flächen außerdem nahezu unbefahrbar, da die Maschinen einsinken und Bodenverdichtungen entstehen.

Nach längeren Trockenperioden sind die zu trockenen Böden stark verfestigt und verhärtet. Die Befahrbarkeit stellt unter diesen Bedingungen kein Problem dar. Eine Bearbeitung ist aber nahezu unmöglich, da der Pflug kaum in den Boden eindringt und ständig nach oben ausschert. Die Böden müssten unter größtem Kraftaufwand auseinandergebrochen werden, wodurch es zu langfristigen Gefügeschäden käme.

Für die agrotechnische Bewirtschaftung muss daher ein ganz bestimmter Feuchtezustand vorliegen, der weder zu nass noch zu trocken ist. Das Zeitfenster zwischen diesen beiden Extremen ist eng und stark witterungsabhängig. Häufig beträgt es nur wenige Tage im gesamten Jahr und an diesen nur einige Stunden. Daher rührt auch die Bezeichnung Minutenboden.

Tonreiche Böden in Deutschland sind der Pelosol, die Terra fusca oder die Kleimarsch.

Literatur

  • Gerhard Schroeder: Landwirtschaftlicher Wasserbau. Springer, Berlin 2014 (1968), ISBN 978-3-642-95035-3, S. 44 f.

Siehe auch


Kategorien: Bodentyp | Feldwirtschaft

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