Milet - LinkFang.de





Milet


Dieser Artikel beschreibt die Stadt Milet; für weitere Bedeutungen siehe auch Miletos.

Milet (ionisch: Μίλητος Miletos, dorisch: Μίλατος Milatos, äolisch: Μίλλατος Millatos, lateinisch: Miletus, hethitisch Millawanda), auch Palatia (Mittelalter) und Balat (Neuzeit) genannt, war eine antike Stadt an der Westküste Kleinasiens, in der heutigen Türkei.

Geographische Situation

Milet liegt etwa 80 km südlich der heutigen Stadt Izmir, bei der Ortschaft Balat in der Provinz Aydın.

Die antike Stadt lag auf einer in die Einfahrt des Golf von Milet hineinragenden Landzunge. Der Fluss Mäander (türk. Büyük Menderes), der in diesen Golf mündet und große Mengen Sedimente mit sich führt, sorgte für eine zunehmende Verlandung des Golfes, an dem neben Milet auch noch andere griechische Poleis, wie Magnesia, Herakleia und Priene lagen. Seine besondere wirtschaftliche Bedeutung gewann Milet durch die vier als Häfen rund um die Landzunge nutzbaren Buchten.

Einige Kilometer von Milet entfernt befand sich das von der Stadt verwaltete und überregional bedeutende Apollon-Heiligtum von Didyma.

Geschichte

Mythologische Ursprünge

Nach einer griechischen sagenhaften Überlieferung wurde Milet von Kretern aus Milatos unter Sarpedon gegründet. Strabon zitiert Ephoros von Kyme, einen Historiker des vierten Jahrhunderts v.Chr.: „Milet wurde zuerst von Kretern über dem Meer gegründet […] und von Sarpedon besiedelt, der Einwohner des kretischen Miletos herbrachte und die Stadt nach jenem Miletos benannte. Den Platz hatten zuvor die Leleger besessen.“[1] Nach einer anderen Version erfolgte die Besiedlung unter dem Kreter Milatos zwei Generationen vor dem Fall Trojas.

Die ionische Besiedlung soll gemäß der Legende durch Neleus, den Sohn des Kodros, des letzten Königs von Athen, erfolgt sein.[2] Herodot berichtet, dass die Griechen ohne Frauen kamen. Nachdem sie die Karer erschlagen hatten, heirateten sie deren Töchter.[3]

Vorgeschichtliche Besiedlung

Es ist bislang nur ein einziger gesicherter neolithischer Siedlungsplatz in der Nähe Milets bekannt, jedoch finden sich bei Ausgrabungen in Milet immer wieder isolierte steinzeitliche Funde. Im Gebiet des Athenatempels und östlich des Theaters befanden sich im Chalkolithikum Siedlungen, die als Milet I (spätes 4. Jahrtausend v. Chr.) zusammengefasst werden. In der weiteren Umgebung befinden sich heute etwa 600 Fundplätze, die landschaftsarchäologisch ausgewertet wurden. Eine Besiedlung in vorminoischer Zeit ist gut nachweisbar, bleibt aber insgesamt gering. Die minoische und mykenische Besiedlung der Gegend beschränkt sich im Wesentlichen auf Milet und Didyma.

Antike

Bronzezeit

Im Gebiet des Athenatempels setzte sich die Besiedlung über Milet II (3. Jahrtausend v. Chr.), das noch von südwestanatolischem Charakter war, zur ersten minoischen Ansiedlung (Milet III, etwa 2000–1800 v. Chr.) fort, die von einer Brandkatastrophe zerstört und als Milet IV (etwa 1800–1450 v. Chr.) wiederaufgebaut wurde. Aus dieser Zeit stammen insbesondere Linear A-Inschriften und Reste einer Tempelanlage. Überall fand sich die damals im Ostmittelmeerraum überaus beliebte Kamares-Keramik, die von regem Handel mit Kreta zeugt. Die lokal aus stark glimmerhaltigem Ton hergestellte Haushaltskeramik minoischen Typs – zum Beispiel konische Näpfe und dreibeinige Kochtöpfe – spricht aber auch für die Anwesenheit minoischer Bevölkerung, da Immigranten mit ihren Ess- und Trinksitten auch ihre Küchenware mitbringen. Auch zwei minoische Siegel – eines mit der Darstellung einer kretischen Wildziege – und eine mit Siegelabdruck versehene Tonplombe wurden gefunden. Keramik lokalen, südwestanatolischen Charakters scheint aber darauf hinzudeuten, dass ein nicht geringer Anteil der Bevölkerung von Milet III immer noch aus Einheimischen bestand. Die Führungsschicht war jedoch allem Anschein nach minoisch. Es bestand also zweifellos ein bedeutender kretischer Einfluss auf die Stadt, die damit ein Bindeglied des Metallhandels zwischen Kreta und Inneranatolien darstellte. Den Griechen galt die Gegend um Milet immer als ein in älterer Zeit von Karern oder Lelegern besiedeltes Gebiet, das unter minoischem Einfluss stand, bevor sich die Hellenen in größerem Umfang dort niederließen.

Auch Milet IV wurde zerstört und als mykenische Stadt (Milet V, etwa 1450–1315 v. Chr.) wiederaufgebaut. Zu dieser Siedlung gehören einige reich ausgestattete Gräber auf dem Degirmentepe. Ein Großteil der bemalten mykenischen Keramik wurde wiederum vor Ort gefertigt. Da zudem auch massenweise mykenische Gebrauchskeramik zum Vorschein kam, ist sicher, dass es sich nicht nur um Importe handelte, sondern tatsächlich viele Griechen in Milet lebten. Eine Erwähnung der Stadt findet sich auf Linear-B-Täfelchen aus dem mykenischen Pylos. Dort ist das weibliche Ethnikon


Kategorien: Antike karische Stadt | Forschungsprojekt des Deutschen Archäologischen Instituts | Minoische Siedlung | Kultort der Artemis | Kultort der Demeter | Mykenische Siedlung | Milet | Archäologischer Fundplatz in der Türkei | Antike griechische Stadt

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Milet (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.