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Milan Vidmar


Dieser Artikel behandelt den slowenischen Schachgroßmeister; zu seinem Sohn siehe Milan Vidmar (1909–1980).

Verband Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien
Titel Großmeister (1950)
Beste Elo‑Zahl 2731 (April 1919) (historische Elo-Zahl)

Milan Vidmar (* 22. Juni 1885 in Ljubljana, Krain, Österreich-Ungarn, heute Slowenien; † 9. Oktober 1962 ebenda) war ein slowenischer Ingenieur der Elektrotechnik, Hochschullehrer und Schach-Großmeister.

Leben

Milan Vidmar wuchs in Laibach (nach 1918: Ljubljana), der Hauptstadt des österreichischen Kronlandes Krain, auf. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte seine Heimat zu dem neu entstandenen jugoslawischen Staat.

Nach seinem Studium an der Technischen Hochschule Wien und einer Tätigkeit in der Industrie wurde Vidmar nach Kriegsende im Jahr 1919 zum Professor für Transformatorentechnik an der Universität Ljubljana ernannt. In dieser Funktion, die er bis 1959 innehatte, verfasste er zahlreiche wissenschaftliche Werke. Ein von ihm aufgebautes Institut zur elektrotechnischen Forschung trägt noch heute seinen Namen.

Obwohl er das Schachspiel nur als Amateur betrieb, zählte er zeitweise zur erweiterten Weltspitze und belegte beim Kandidatenturnier für die Schachweltmeisterschaft in New York 1927 den vierten Platz. 1914 beim 19. DSB-Kongress in Mannheim lag er hinter Alexander Aljechin auf dem zweiten Platz, als das internationale Turnier wegen Beginn des ersten Weltkrieges am 1. August abgebrochen wurde.[1] Zwischen 1917 und 1923 lag er 21 unterschiedliche Monate auf Platz 4 der nachträglich berechneten Weltrangliste, seine höchste historische Elo-Zahl betrug 2731 im April 1919.[2]

Vidmar war für seine Fairness bekannt. Im Turnier von London 1922 gab er eine verlorene Stellung auf, obwohl sein Gegner, der Weltmeister José Raúl Capablanca, aufgrund eines Missverständnisses nicht zur Fortsetzung der Hängepartie erschien. Vidmar war auch einer der wenigen Schachspieler, die mit dem als schwierig geltenden Meisterkollegen Aaron Nimzowitsch eine freundschaftliche Beziehung unterhielten.

1936/37 siegte er in der IFSB-Bundesmeisterschaft, die als erste inoffizielle Fernschach-Europameisterschaft gilt. Vidmar nahm mit der jugoslawischen Mannschaft an den Schacholympiaden 1931 und 1935 jeweils am Spitzenbrett teil.[3] 1950 verlieh ihm der Weltschachbund FIDE den offiziell geschaffenen Großmeistertitel für seine früheren Turniererfolge.[4]

Vidmars 1961 auf deutsch unter dem Titel Goldene Schachzeiten veröffentlichte Memoiren wurden erst vor wenigen Jahren neu aufgelegt. Sie gelten als klassische Darstellung der glanzvollen Epoche der Schachgeschichte, die Vidmar miterlebte und mitprägte.

Sein Sohn Milan Vidmar jr. (1909–1980) war ebenfalls ein starker Schachspieler und nahm nach 1945 an jugoslawischen Ausscheidungs- und Nationalturnieren teil.

Werke (Auswahl)

  • Das Zweite Internationale Schachturnier in Karlsbad 1911. Potsdam 1911. Nachdruck Ed. Olms, Zürich 1985 ISBN 3283001839
  • Goldene Schachzeiten Neuauflage, Edition Mädler im Joachim Beyer Verlag, Hollfeld 2006 ISBN 3888052378
  • Das Ende des Goldzeitalters: Die Menschheit im Umbruch. Vieweg, Braunschweig 1941
  • Die Transformatoren. Birkhäuser: Basel, Stuttgart 1956 (3. Auflage) ISBN 376430393X

Weblinks

 Commons: Milan Vidmar  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Das Internationale Turnier Mannheim 1914 (19. DSB-Kongress) auf TeleSchach (Kreuztabelle und Partoien)
  2. Milan Vidmars historische Elo-Zahlen auf chessmetrics.com (englisch)
  3. Milan Vidmars Ergebnisse bei Schacholympiaden auf olimpbase.org (englisch)
  4. Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924-2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 74


Kategorien: Schachspieler (Jugoslawien) | Hochschullehrer (Ljubljana) | Schachspieler (Österreich-Ungarn) | Mitglied der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste | Fernschachspieler | Absolvent der Technischen Universität Wien | Gestorben 1962 | Geboren 1885 | Sachbuchautor (Schach) | Schachspieler | Jugoslawe | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Milan Vidmar (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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