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Michelbach (Westerwald)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Altenkirchen (Westerwald)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Altenkirchen (Westerwald)
Höhe: 230 m ü. NHN
Fläche: 4,42 km²
Einwohner: 526 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57610
Vorwahl: 02681
Kfz-Kennzeichen: AK
Gemeindeschlüssel: 07 1 32 070
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstraße 13
57610 Altenkirchen
Webpräsenz: michelbach-westerwald.de
Ortsbürgermeister: Hans Kwiotek
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Michelbach (Westerwald) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Altenkirchen an. Ortsteile sind Michelbach und Widderstein.

Geographische Lage

Michelbach liegt etwa anderthalb Kilometer (Widderstein etwa drei Kilometer) östlich des Zentrums von Altenkirchen, unweit der Bundesstraße 8 und unterhalb der Landesstraße 414 im Tal der Wied. Der Fluss[2] fließt südlich unmittelbar an der Siedlung entlang, gesäumt vom Wiedwanderweg. Äcker, Wiesen und Mischwald umgeben die Ortsgemeinde. Der Nadelwald zwischen Michelbach, Widderstein und Borod sowie nördlich des Ortes an der Bahnstrecke Limburg–Altenkirchen wird von einer Waldinteressentenschaft bewirtschaftet.

Der Ortsteil Widderstein (mit 15 Wohngebäuden und einem kleinen Dorfgemeinschaftshaus) liegt etwa zwei Kilometer östlich des Hauptdorfs im Wiedtal, eingerahmt von den ca. 300 Meter hohen Herzberg und Pfahlberg. Zwischen Michelbach und Widderstein liegen die Alte Schule, die Michelbacher Mühle und ein Aussiedlerhof (Heidehof).

Geschichte

In vorgeschichtlicher Zeit lag auf dem Herzberg genannten Bergsporn oberhalb von Widderstein die Wallanlage Herzburg. Bodendenkmäler und Flurnamen geben Hinweise auf eine frühere Besiedlung. Diese Bergkuppe wird umflossen von der Wied und liegt strategisch günstig zwischen der alten „Köln-Frankfurter-Straße“ (heute Bundesstraße 8) und der alten Köln-Leipziger-Straße (heute Bundesstraße 414).

Das Haus Widderstein wurde 1346 erstmals urkundlich erwähnt. Damals hieß die Siedlung „Leckerrode“. In der Urkunde wird dem Ritter Albrecht von Wiederbach, später Widderstein, das Gut Leckerrode unterhalb von Ingelbach von dem Grafen Johann von Sayn als Lehen zugesprochen. Urkundliche Erwähnungen von Michelbach finden sich in dem Mirakelbuch von Hilgenroth von 1428 und 1432, in dem Bürger von „Mychelenbach“ bzw. „Mychelbach“ Erwähnung finden.

Die älteste Urkunde, die sich auf Einwohner aus Michelbach bezieht, stammt aus dem Jahre 1464 und betrifft den Austausch von Leibeigenen. Um 1520 besaß das Cassius-Stift in Bonn Grundrechte, die es 1573 an den Grafen Heinrich von Sayn verkaufte. Aus dem Jahr 1577 ist erstmals in Michelbach eine Mühle nachgewiesen.[3]

1820 hatte Michelbach 22 Feuerstellen und 126 Einwohner, davon 22 Schulkinder;[4] Widderstein hatte 5 Feuerstellen und 27 Seelen, aber keine Schulkinder. Seit dem Jahr 1843 hatte Michelbach schließlich eine eigene Schule[5] Die beiden früher selbständigen Gemeinden Michelbach und Widderstein schlossen sich 1848 zu einer Schulgemeinde zusammen und 1938 zur Gemeinde Michelbach.[6]
Durch die Nähe zur Kreisstadt Altenkirchen stieg in den Jahren zwischen 1939 und 1961 die Einwohnerzahl des Ortes um 39,5 %.[7]

Die Anfang der 1980er Jahre durchgeführte Dorferneuerung veränderte den Charakter des Dorfes erheblich; dies war vor allem durch die Verlegung des oberen Abschnitts der Mittelstraße in Richtung Widderstein der Fall. Während die schmale Dorfstraße sich zuvor die Anhöhe hinauf schlängelte, ist dieser Abschnitt heute begradigt. Dazu wurden mehrere landwirtschaftliche Gebäude abgerissen. Heute befindet sich dort der große Spielplatz des Dorfes.
Eine Erweiterung der Einwohnerzahl erfuhr Michelbach in den 1970/1980er Jahren durch die Straßen „Im Schleedörn“/„Südweg“, „Im Beulsgarten“ und in den 2000er Jahren durch das Neubaugebiet „Oberer Dorfgarten“.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Michelbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[8][1]

Jahr Einwohner
1815 149
1835 203
1871 259
1905 263
1939 248
1950 317
Jahr Einwohner
1961 346
1970 416
1987 404
1997 437
2005 578
2014 526

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Michelbach (Westerwald) besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[9]

Sehenswürdigkeiten

Wiedwanderweg

Die hier die von Altenkirchen nach Ingelbach führende Wanderroute führt am südlichen Ortsrand vorbei, mit zwei Fußgängerbrücken, Stauwehr, Mühlengraben der früheren Altenkirchener Mühle und Furt

Michelbacher Mühle

Das fünfstöckige Hauptgebäude von 1847 besitzt sechs Mahlwerke. Neben diesem Gebäude steht der historische Mühlenbau; hierzu gehört heute ein Wasserkraftwerk, das Wasser der Wied sorgt nach wie vor für die benötigte Energie - eine Turbine dreht sich im Wasserstrahl und erzeugt Strom für die elektrischen Mahlwerke. Die Michelbacher Mühle ist größter Mühlenbetrieb im Kammerbezirk Koblenz.[10] Sie ist beim jährlich bundesweit stattfindenden Mühlentag („Tag der offenen Tür“) zu besichtigen.[11]

Kulturdenkmäler

Mittelstraße 50

Fachwerk-Quereinhaus, teilweise massiv bzw. verkleidet, um 1800

Mittelstraße 50a

Ehemalige Fachwerkscheune (Reetdach)

Mittelstraße 59 - Alte Schule

Ehemaliges Schulgebäude, Krüppelwalmdachbau, teilweise verschiefert, um 1910 (Privatbesitz)

Meilenstein

Quaderpfeiler südlich der Ortslage an der Bundesstraße gelegen

Liste der Kulturdenkmäler in Michelbach

Literatur

  • Helmut Sander: Geschichte der Schule zu Michelbach, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 50 (2007), S. 162-165.
  • Daniel Schneider: Das Mühlengewerbe in der Grafschaft Sayn-Altenkirchen, in: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 59 (2016), S. 219-237.
  • Peter Hartgenbusch: Sonntag in Michelbach, in: Kreisarchiv Bergischgladbach (1944).

Weblinks

 Commons: Michelbach (Westerwald)  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise, Anmerkungen

  1. 1,0 1,1 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Der Fluss, der im Ortsbereich bestaut ist, wird von den älteren Bürgern Michelbachs „Wiedbach“ genannt.
  3. Zur geschichtlichen Entwicklung der Mühlen in der Grafschaft Sayn vgl. Daniel Schneider: Das Mühlengewerbe in der Grafschaft Sayn-Altenkirchen, S. 219-239.
  4. Diese waren alle evangelisch und gingen nach Altenkirchen zur Schule
  5. Die erste Schule, ein zweistöckiges Bruchsteingebäude mit dem Schulsaal im oberen Stockwerk, bildet heute die linke Hälfte des Anwesens Hachenberg, Mittelstraße 38. Das Erdgeschoss wurde später zu einem Lebensmittelgeschäft ausgebaut, das bis in die 1980er Jahre bestand. Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts diese Schule zu klein wurde, erfolgte damals um 1920 ein Neubau zwischen Michelbach und Widderstein in Höhe der Michelbacher Mühle, die heutige „Alte Schule“.
  6. Die Hinweise zur Geschichte Michelbachs und Widdersteins sind dem Heft „Michelbach – Notizen zur Geschichte“ (Hrsg. von Dieter Sommerfeld) entnommen.
  7. Nach: Land Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Landkreis Altenkirchen (Westerwald) - Landeskundlich-statistische Kreisbeschreibung. Landratsamt Altenkirchen (Ww). 1969.
  8. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen .
  10. siehe Bericht der Handwerkskammer Koblenz vom 07.10.2006 .
  11. Zur geschichtlichen Entwicklung der Mühlen in der Grafschaft Sayn vgl. Daniel Schneider: Das Mühlengewerbe in der Grafschaft Sayn-Altenkirchen, S. 219-239.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Michelbach (Westerwald) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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