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Michel Montignac


Michel Montignac (* 1944 in Angoulême; † 22. August 2010 in Annemasse) war ein französischer Autor von Büchern über Ernährungsfragen und Begründer der Montignac-Methode, einer Ernährungsempfehlung für Übergewichtige.

Die Entstehung der Montignac-Methode

Michel Montignac war – wie sein Vater auch – ein übergewichtiges Kind. Nach dem Studium der Politikwissenschaften begann sein beruflicher Werdegang 1968 im Personalbüro eines international tätigen Pharmaunternehmens, dessen Europa-Direktor er schließlich wurde. 1986 gründete er den Artulen-Verlag, in dem er seine Bücher publizierte.

Die genauere Beschreibung seiner Ernährungsempfehlungen ist in dem Artikel Montignac-Methode aufgeführt.

Zu Beginn der 1980er Jahre entschloss er sich dazu, Ernährungsforschung zu betreiben, um sein Übergewichtsproblem mit Hilfe von wissenschaftlichen Ergebnissen zu lösen. Besonderen Wert legte er dabei auf Forschungen zu Stoffwechselkrankheiten, Ernährung allgemein und solche, welche die Zuckerkrankheit behandeln. Er war sehr überrascht über die von Crapo (ein Zuckerkrankheitsforscher der Stanford Universität in Kalifornien) publizierten Studien aus den Jahren 1976, 1977 und 1981, die zeigten, dass Kohlenhydrate nicht austauschbar waren. Sie gaben Hinweise darauf, dass bei identischer Kohlenhydratmenge die Erhöhung des Blutzuckergehalts nach dem Essen je nach Art des Kohlenhydrats unterschiedlich bzw. sehr unterschiedlich war, unabhängig davon, ob es sich um ein einfaches oder komplexes Kohlenhydrat handelte. Crapo schlug daher vor, dass eine hauptsächlich aus Kohlenhydraten zusammengesetzte Diät, die einen schwachen Blutzucker induzieren würde, einen therapeutischen Wert bei der Kontrolle des Blutzuckers eines Diabetikers haben könnte.

Nachdem Michel Montignac seine Hypothese an sich selbst getestet hatte, validierte er seine neuen Ernährungsprinzipien an 150 Leuten. Er behauptete, dass alle an Gewicht verloren haben.

Michel Montignac, der übergewichtig, aber kein Diabetiker war, kam auf die Idee, diese Diät an sich selbst zu testen, nachdem er festgestellt hatte, dass 85 % der Diabetiker übergewichtig sind. Er verlor auf diese Weise, ohne irgendwelche Kalorieneinschränkung, mehr als 15 Kilo binnen dreier Monate. Die Resultate ermunterten ihn, seine Forschungen in diese Richtung weiterzuentwickeln.[1]

Er entdeckte auch, dass Jenkins, ein kanadischer Forscher, gemeinsam mit Crapos Arbeit, den Blutzuckerwert jedes Kohlenhydrates gegenüber einem relativen Standardwert auf eine Skala zu bringen versuchte, auf welcher der Wert 100 für Glukose zugeordnet war. Auf diese Weise wurde jedem Kohlenhydrat ein eigener Glykämischer Index (GI) zugewiesen.

Zu Beginn der 1980er Jahre entwarf Michel Montignac die ersten Schritte seiner Abmagerungsmethode: er sei der Erste, der das Konzept des GI beim Abnehmen einsetzen würde. Er werde auf diese Art nachweisen können, dass es möglich sei, hauptsächlich durch die Auswahl der Kohlenhydrate beim Essen abzunehmen (im Gegensatz zu den kalorienarmen Diäten, die Einschränkung zur Grundlage haben).

Während der letzten zehn Jahre haben mehr als 300 wissenschaftliche Studien die Bedeutung des GI im Kampf gegen Stoffwechselkrankheiten, insbesondere der Fettleibigkeit, bestätigt. Das Konzept des GI ist zu einem Modethema auf dem Feld des Abspeckens geworden, was zu weiteren Publikationen von Büchern und Artikeln über dieses Thema durch andere Autoren führte.

Michel Montignac starb am 22. August 2010 im Alter von 66 Jahren.[2]

Die Verbreitung der Methode

  • 1986 schrieb Michel Montignac sein erstes Buch: « Comment maigrir en faisant des repas d’affaires »,[3] das sich besonders an Geschäftsleute richtet, die oft im Restaurant essen. Das im Eigenverlag publizierte Buch wurde zu einem Bestseller (Auflage: 550.000); deutsche Taschenbuchausgabe bei dtv (1995): Essen gehen und dabei abnehmen.
  • Ende 1987 publizierte er mit « Je mange donc je maigris » die Großpublikumsausgabe seiner Methode. Verkauft wurde dieses Buch in mehr als 40 Ländern 18 Millionen Mal, davon mehr als sechs Millionen Mal in Frankreich.
  • Michel Montignac publizierte etwa 15 Bücher über seine Methode, aber auch über die Gesundheit im Allgemeinen und in Beziehung zu bestimmten Lebensmitteln (Wein, Olivenöl, Schokolade usw.)
  • Die Publikationen von Michel Montignac wurden in 45 Ländern publiziert und in 26 Sprachen übersetzt.[4]
  • Auf dem Erfolg seiner Bücher basierend verkaufte Montignac auch eine Reihe von Ernährungsprodukten, die den Prinzipien seiner Methode entsprechen.

Bibliografie

  • American Dietetic Association. Position of the American Dietetic Association: weight management. J. Am. Diet. Assoc. 97 (1) : 71-74, 1997.
  • Montignac M., Je mange donc je maigris! Ed. Flammarion. Paris. 1997, 242.
  • Bornet F.R., Billaux M.S. et Messing B. Glycaemic index concept and metabolic diseases. Int. J. Biol. Macromol. 21 (1-2) : 207-219, 1997.
  • Wolever T.M.S. The glycemic index: flogging a dead horse. Diabetes Care. 20 (3) : 452-456, 1997.
  • Truswell A.S. Glycaemic index of foods. Eur. J. Clin. Nutr. 46 : S91-S101, 1992.
  • Montignac M. Montignac de A à Z : le dictionnaire de la méthode. Paris. 1994, Belfond. 224.
  • Golay A., Allaz A.F., Morel Y., de Tonnac N., Tankova S. et Reaven G. Similar weight loss on low- or high-carbohydrate diets. Am. J. Clin. Nutr. 63 : 174-178, 1996.
  • Shah M. et Garg A. High-fat and high-carbohydrate diets and energy balance. Diabetes Care. 19 (10) : 1142-1152, 1996.
  • Stamler J. et Dolecek T.A. Chapter 13. Relation of food and nutrient intakes to body mass in the special intervention and usual care groups in the Multiple Risk Factor Intervention Trial. Am. J. Clin. Nutr. 65 : 366S-373S, 1997.
  • Skov A.R., Tourbo S. et Astrup A. The effect of a low-fat, high-protein vs. a low-fat, high-carbohydrate diet on cardiovascular risk factors in obese subjects. Int. J. Obesity. 20 (4) : 47S, 1996.
  • Miller W.C. Dietary fat, sugar, and fiber predict body fat content. J. Am. Diet. Assoc. 94 (6) : 612-615, 1994.
  • Nelson L.H. et Tucker L.A. Diet composition related to body fat in a multivariate study of 203 men. J. Am. Diet. Assoc. 96 : 771-777, 1996.
  • Miller W.C. Diet composition, energy intake, and nutritional status in relation to obesity in men and women. Med. Sci. Sports Exerc. 23 (3) : 280-284, 1991.
  • Zelasko C.J. Exercise for weight loss: What are the facts? J. Am. Diet. Assoc. 95 (12) : 1414-1417, 1995.
  • Hill J.O., Drougas H. et Peters J.C. Obesity Treatment: Can Diet Composition Play a Role? Ann. Intern. Med. 119 (7) : 694-697, 1993.
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  • Whitehead J.M., Mc Neill G. et Smith J.S. The effect of protein intake on 24-h energy expenditure during energy restriction. Int. J. Obesity. 20 (8) : 727-732, 1996.
  • Surwit R.S., Feinglos M.N., McCaskill C.C., Clay S.L., Babyak.M.A., Brownlow B.S., Plaisted C.S. et Lin P.H. Metabolic and behavioral effects of a high-sucrose diet during weight loss. Am. J. Clin. Nutr. 65 : 908-915, 1997.
  • Peterson C.M. et Jovanovic-Peterson L. Randomized crossover study of 40% vs. 55% carbohydrate weight loss strategies in women with previous gestationnal diabetes mellitus and non-diabetic women of 130-200% ideal body weight. J. Am. Coll. Nutr. 14 (4) : 369-375, 1995.
  • Polivy J. Psychological consequences of food restriction. J. Am. Diet. Assoc. 96 (6) : 589-592, 1996.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.montignac.com/de/ig_pionnier.php
  2. Décès de Michel Montignac
  3. Comment maigrir en faisant des repas d'affaires, 2003, ISBN 2-290-33300-X
  4. Maigrir avec la méthode Montignac pour les nuls, First 2010, ISBN 978-2754015868


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Michel Montignac (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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