Meschugge - LinkFang.de





Meschugge


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Meschugge (Begriffsklärung) aufgeführt.

Meschugge ist ein aus dem Hebräischen/Jiddischen entnommenes Lehnwort (Jiddismus). Es wurde im 19. Jahrhundert aus dem Jiddischen (meschuggo für „verrückt“) ins Deutsche übernommen, das seinerseits aus dem gleichbedeutenden hebräischen Wort meschugga (משוגע) von lehischtage`a (להשתגע ‚verrückt sein/werden‘) hervorging. Der Duden nennt den Gebrauch des Adjektivs als salopp für „nicht bei Verstand; verrückt“.[1]

Begriffsetablierung im Deutschen

Im deutschen Sprachgebrauch wird das Wort auch als abgeschwächte Form von „verrückt“ oder „überspannt“ verwendet. In Leo Rostens Werk Jiddisch heißt es – so Christoph Gutknecht in der Jüdischen Allgemeinen – „Der starke Zischlaut in der Mitte und das wuchtige ›ugg‹ bilden eine überzeugende Lautkombination, die das Wort seit dem 19. Jahrhundert vor allem in Berlin und anderen Großstädten durchgesetzt haben“. Das Neue Berliner Schimpfwörterbuch aus dem Jahre 2005 zitierte das Beispiel: „Der macht mir janz meschugge mit sein Jequatsche“ und beweise, „dass es sich hier meist um einen vorübergehenden Zustand handelt.“[2]

Literarische Verwendungen

Ursula Homann schrieb zur literarischen Verwendung in literaturkritik.de in einer Rezension zu Hans Peter Althaus: „Ein wichtiger Verwendungsbereich für meschugge war seit jeher die humoristische Literatur, die auch von Nichtjuden gern gelesen wurde. Seine Spätlese jüdischer Schnurren und Anekdoten versah Hans Ostwald 1928 mit dem Titel Frisch, gesund und meschugge. Dass sogar die Sprache meschugge sein kann, hat Paul Nikolaus 1924 erzählt.“ Verwendung fand der Begriff neben der deutschen Verkehrssprache in der deutschen Literatur wie etwa in Rafael Seligmanns Roman Der Musterjude (1997), in der die Mutter des Protagonisten Moische Bernstein die Umgestaltung eines Jeans-Ladens im Disco-Stil mit der Bemerkung rechtfertigte: „Die Gojim (Nichtjuden) lieben diesen meschuggenen Krach.“ [3]

Einzelnachweise

  1. meschugge in duden.de, abgerufen am 19. Juli 2015
  2. Christoph Gutknecht:Wortgeschichte(n) - Macke, Meise und Meschugge , Jüdische Allgemeine vom 12. Januar 2012
  3. Ursula Homann: Malocher, die nicht meschugge sind - Hans Peter Althaus untersucht Jiddismen in der deutschen Sprache , literaturkritik.de , Nr. 11. November 2002, abgerufen am 20. Juli 2015

Siehe auch

Weblinks

 Wiktionary: meschugge – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Kategorien: Hebräisch | Jiddisch | Schimpfwort | Lehnwort

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Meschugge (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.