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Merdingen


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-HochschwarzwaldVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 251 m ü. NHN
Fläche: 14,39 km²
Einwohner: 2558 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 178 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79291
Vorwahl: 07668
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 072
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchgasse 2
79291 Merdingen
Webpräsenz: www.merdingen.de
Bürgermeister: Martin Rupp
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Merdingen ist eine Weinbaugemeinde im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg.

Geographie

Geographische Lage

Merdingen liegt an der westlichen Steilkante des Tunibergs, einem flachen Bergrücken in der oberrheinischen Tiiefbene. Ein ausgesprochen mildes Klima und fruchtbare Lößböden bieten Bedingungen für den Anbau von Wein, Obst und Spargel.

Gemeindegliederung

In der Gemeinde Merdingen liegen das Dorf Merdingen und der Wohnplatz Kalkwerk sowie die abgegangenen Ortschaften Egelfingen, Feldhofen, Harthausen, Heringen (?) und Hinterhofen.[2]

Nachbargemeinden

Im Osten grenzt Merdingen an die Tuniberg-Ortschaften Waltershofen und Opfingen der Stadt Freiburg im Breisgau, westlich der Gemeinde liegen Breisach und Ihringen sowie im Nordosten die Gemeinde Gottenheim.

Geschichte

Vermutlich war die Ortslage schon von den Kelten besiedelt, die prähistorischen Bodenfunde und der Ortsname deuten darauf hin, dass das Dorf mit zu den ältesten Siedlungen des Breisgaus zählt. Ab dem 1. Jahrhundert nach Christus lebten hier Römer in Gutshöfen und betrieben Obst- und Gemüseanbau. Die Ansiedlung der Römer ist durch archäologisch gesicherte Reste eines römischen Badegebäudes nachgewiesen, welches nördlich von Merdingen in Richtung Wasenweiler zu besichtigen ist.

Die Ortschaft Merdingen ist eine Gründung der Alemannen im 5. oder 6. Jahrhundert. Weitere urkundliche Erwähnungen datieren auf die Jahre 1137 und 1154 im Rahmen einer Güterschenkung an das Kloster St. Peter und im Jahre 1139 in einer päpstlichen Bulle für das Fürstbistum Basel. Die Ortsherrschaft wechselte mehrmals. Bekannt ist, dass ab 1666 ein Drittel den Freiherren von Kageneck und ab 1716 nach dem Verkauf durch die Freiherren von Wessenberg zwei Drittel der Deutschordens-Kommende Freiburg gehörten. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Ortschaft mehrfach gebrandschatzt da dieses Dorf zwischen Freiburg und Breisach liegt und sich damit nicht den hier ausgetragenen Kriegen entziehen konnte.[3]

Der Ort wurde 1754 als „eines der größten Dörfer im Breisgau“ beschrieben. Die historischen Gebäude, Fachwerkbauten und der Marktbrunnen (Stockbrunnen) zeigen auch heute noch die gewerbliche und bäuerliche Vergangenheit. Der Stockbrunnen stammt aus dem Jahre 1739, er wurde allerdings später ein Stück hangauf verlagert und es entstand dadurch ein Platz außerhalb des Ortszentrums; an diesem Platz stehen ein spätgotisches Landgasthaus mit Erkertürmen und einer Hofeinfahrt aus dem 18. Jahrhundert, das barocke Gasthaus zur Sonne aus dem 17. Jahrhundert, das alte Schulhaus und noch eine weitere ehemalige Gastwirtschaft.[3] Das Gasthaus zur Sonne ist auch das Geburtshaus des Barockbildhauers Johann Baptist Sellinger. Ein weiteres interessantes Haus, das zum Ortskern gehört, ist das Fachwerkhaus Saladin aus dem Jahre 1666.

Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 64,1 % (− 1,7) zu folgendem Ergebnis:[4][5]

Partei / Liste Stimmenanteil +/− Sitze +/−
Freie Bürgerliste 36,2 % - 0,4 4 - 1
CDU 32,5 % - 2,9 4 ± 0
SPD – Offene Liste 31,3 % + 3,3 4 + 1

+/−: Differenz zur vorigen Kommunalwahl 2009 [5]

Verwaltung

Merdingen gehört wie die Nachbargemeinde Ihringen der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Breisach am Rhein an.

Partnerschaft

Die französische Partnergemeinde Sainte-Croix-en-Plaine liegt sieben Kilometer südlich von Colmar im benachbarten Elsass.

Sehenswürdigkeiten

Sehenswert ist die von Johann Caspar Bagnato 1738–1741 errichtete spätbarocke Pfarrkirche St. Remigius. Sie wurde ausgestattet von Francesco Pozzi (Stuck), Joseph Anton Feuchtmayer (Altar und Kanzel) und Franz Joseph Spiegler (Deckenfresken und Altarblätter). Über dem Hauptportal steht in einer Nische die überlebensgroße Skulptur einer „Immaculata“ von Johann Christian Wentzinger, der Verwandtschaft in Merdingen hatte. Die Kirche wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg als Denkmal des Monats Juli 2006“ ausgewählt. Auch das nebenstehende Pfarrhaus wurde von Bagnato entworfen und 1754 erbaut.[6]

Persönlichkeiten

  • Hermann Brommer (1926–2012), Lehrer und Kunsthistoriker, unterrichtete von 1956 bis 1980 in Merdingen.
  • Der Radsportler Jan Ullrich (* 1973) lebte von 1994 bis 2002 in Merdingen. Eine Straße wurde nach ihm benannt.

Literatur

  • Erik Roth: Die Gesamtanlage Ortskern Merdingen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 25. Jg. 1996, Heft 3, S. 226ff. (PDF; 10,5 MB )

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 78–79
  3. 3,0 3,1 Merdingen. In: www.badische-seiten.de. Abgerufen am 31. Mai 2016.
  4. Badische Zeitung: Merdingen: Gemeinderatswahl: Ergebnis der Kommunalwahl 2014 in Merdingen - badische-zeitung.de. In: www.badische-zeitung.de. Abgerufen am 31. Mai 2016.
  5. 5,0 5,1 Gemeinderatswahlen am 25.05.2014 - Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. In: www.statistik.baden-wuerttemberg.de. Abgerufen am 31. Mai 2016.
  6. Peter Gürth, Wandern für Wissbegierige 2, Freiburg 2009, ISBN 978-3-7930-9587-3, S. 51/52

Weblinks

 Commons: Merdingen  – Sammlung von Bildern

Kategorien: Ort im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald | Merdingen | Gemeinde in Baden-Württemberg

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Merdingen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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