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Merckelbach


Merckelbach ist der Name eines deutsch-niederländischen Adelsgeschlechtes (Ministerialadel). Ihr Stammsitz ist das Dorf Merkelbeek, heute Ortsteil von Onderbanken in der Provinz Limburg in den Niederlanden.

Geschichte

Die Geschichte der Familie Merckelbach geht zurück auf Reynart Huyne von Merckelbeich, Sohn des Ritters Jan Huyn des Älteren. Während der Brabanter Fehde kämpfte er 1371 zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder Jan für den Herzog Wenzel I. von Luxemburg gegen den Herzog Wilhelm II. von Jülich in der Schlacht von Baesweiler. Sie wurden gefangengenommen und mit dem Herzog in der Burg von Nideggen eingesperrt. Nach Zahlung eines Lösegeldes ließ man sie frei. 1374 wurde Reynart durch den Herzog mit der Belehnung von Haus Merckelbach belohnt. Seitdem nennt sich die Familie von Merckelbach. Reynart war mit Katharina von Doenrade verheiratet und hatte drei Kinder.

Heynrich Huyn von Merckelbach, Reynart Huynes Sohn, wurde Schultheiß und Amtmann der Herrlichkeit Frechen bei Köln. Er war in zweiter Ehe verheiratet mit Druytgen von Baer, Tochter des Peter von Baer aus Köln. Die Ehe war jedoch nicht glücklich und wurde 1455 nach einem achtjährigen Prozess vor dem Kölner Kurfürsten Erzbischof Dietrich annulliert.

Leenart von Merckelbach, Heynrichs Sohn, erbte das Amt in Frechen und besaß 1463 den Hof "zo Dauwe" in der Huntzgassen in Köln. Er war mit Grete Palant verheiratet, Tochter des begüterten Kölner Bürgers Reinhart von Palant.

Wittemer Linie

Eymond von Merckelbach, Leenhardts Sohn, war Rentmeister der Herrschaft Wittem in Limburg, die 1466 von Diederik von Palant, offenbar einem Verwandten seiner Mutter, erworben worden war. Er war mit Adelheid von Mechelen verheiratet.

Sein Sohn Johann von Merckelbach war 1486 Rentmeister des Emont von Palant auf Burg Maubach und dem Wasserschloss Engelsdorf.

Dessen Sohn Heynrich von Merckelbach war Rentmeister des Johann Palant-Wittem und wurde 1521 als Schöffe in Sittard genannt.

Dessen Nachfahren Simon Merckelbach (1751–1815) gelang es 1807 mit Unterstützung seines Schwiegervaters Johann Gerhard Schervier, das Kastell Wittem mit dem zugehörigen Gute vom französischen Staat zu erwerben. Er modernisierte das Anwesen, erweiterte es durch eine Posthalterei und wohnte dort bis zu seinem Tode 1815. Bis ins 20. Jahrhundert blieb Wittem in Familienbesitz.

Soester Linie

Ein zweiter Sohn Eymonds und Adelheids hieß Reinhard von Merckelbach († nach 1562). Er war 1536–1549 er Rentmeister der Herrschaft Dahlen. Mit seiner Frau Maria von Wirtzen (von Wirth) hatte er vier Söhne, Gottfried, Peter, Heinrich und Thomas.

Gottfried von Merckelbach († 1571) zog 1563 nach Soest, wurde dort Stadtsekretär und heiratete 1566 Agathe Deppe, Tochter des Bürgermeisters Thomas Deppe, mit der zwei Söhne, Goswin und Thomas, hatte. Nach seinem Tod übernahm sein Bruder Peter die Position des Stadtsekretärs und wurde Ratsherr und Zisemeister.

Goswin Merckelbach (1569–1641) war Doktor der Rechte. 1604 wurde er Bürgermeister der Stadt Soest und 1629 Kanzler der Herzogtums Braunschweig-Lüneburg in Celle. Sein Bruder Thomas war gleichfalls Jurist und wurde 1596 Assessor für den Oberrheinischen Kreis am Reichskammergericht in Speyer

Johann Georg von Merckelbach (um 1609–1680), Sohn des Thomas in Speyer, war Amtmann von Badenweiler, dann Hofrat des Markgrafen Friedrich von Baden-Durlach und 1648 dessen Gesandter beim Friedensschluss in Münster

Adelserhebung und Palatinat ad personam

Am 17. Oktober 1623 wurde Goswin Merckelbach durch Kaiser Ferdinand II in den Adelsstand erhoben und zum Pfalz- und Hofgrafen ernannt.

Wappen

Das seit 1385 von allen Familienzweigen geführte Wappen ist aus dem Huynschen Wappen abgeleitet. Es zeigt ein gleichseitiges Kreuz mit je zwei Schlangenköpfen an den vier Enden. Noch heute ist es Bestandteil der Wappen der Limburger Gemeinden Jabeek, Merkelbeek, Bingelrade, Oirsbeek, Onderbanken, Schinnen und Geelen. Die zugehörige Devise lautete: "Esto prudens sicut serpens".

Das Wappen des Soester Familienzweiges zeigt in Rot ein silbernes Ankerkreuz. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein wachsender Silberner Adler.[1]

Weitere Familienmitglieder

Literatur

  • Max Dechamps: Der Ursprung des Geschlechtes Merckelbach, (Manuskript ohne Ort und Datum)
  • Centraal Bureau voor Genealogie: Nederland's Patriciaat, Jg. 89, s'Gravenhaage 2009, S. 201-224
  • J.L.M.P.T Hovens: Het Wittemse patriciërsgeslacht Merckelbach. In: Limburgs Tijdschrift voor de Genealogie Nr. 82 (2004), S. 44-49.
  • Leo Pierey: Herkunft der Merckelbach, Heerlen 2002
  • Hans Rupprecht: Die Merckelbach im Dienste der Stadt Soest von 1563 bis 1661. In: Soester Zeitschrift Nr. 81, Soest 1969, S. 58-78.
  • Fritz Stahler: Die Merckelbach in der Pfalz. In: Pfälzische-Rheinische Familienkunde 9 (1978-81), S. 241-265.
  • Knesebeck: Historisches Taschenbuch des Adels im Königreich Hannover, 1840, S. 209 (Google Bücher )

Weblinks

  • Henry K van Eyken: From Merkelbeek to Märckelbach: A Social History with Deep Roots [1]

Einzelnachweise

  1. Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, Görlitz 1901-1903, Band 1, S. 89

Kategorien: Niederländisches Adelsgeschlecht | Deutsches Adelsgeschlecht

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Merckelbach (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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