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Mercia


Mercia [ˈmɜː(ɹ)siə] (altenglisch: mierce, myrce; deutsch: Mercien, auch Südhumbrien (da südlich des Humber, vgl. Northumbria)) war eines der sieben angelsächsischen Königreiche während der Heptarchie. Der Begriff selbst leitet sich ab von der germanischen Bezeichnung für „Grenzgebiet“ (vgl. im Deutschen Mark). Die Landschaft wurde wahrscheinlich[1] nach ihrer Lage zu den angrenzenden und im 6. Jahrhundert nach Westen zurückgedrängten keltisch-britischen Königreichen benannt oder als Grenzland zwischen Northumbria und Südhumbrien aufgefasst.[2]

Geschichte

Ursprünge

Der Ursprung des Königreichs Mercia lässt sich auf Grund der kargen Quellenlage nur grob skizzieren. Im 6. Jahrhundert wanderten aus Angeln stammende Gruppen in die Region ein. Icel, der legendäre Gründer der mercischen Königsdynastie, soll im 6. Jahrhundert gelebt haben. Frühe Zentren des Königreichs lagen südlich des mittleren Trent und waren Lichfield, Tamworth und Repton. Spätestens gegen Ende des 6. Jahrhunderts hatte sich Mercia nach der Verschmelzung etlicher Volksgruppen (z. B. Tomsæte, Pencersæte) als Königreich etabliert.[3]

Aufstieg und Blüte

Mit dem letzten heidnischen König Penda (um 630–655) trat Mercia in das Blickfeld der Chronisten. Penda war ein kriegerischer Herrscher und weitete den Einflussbereich Mercias im Bündnis mit walisischen Königen wie Cynddylan deutlich aus.[4] Penda fiel 655 im Kampf gegen Oswiu von Northumbria in der Schlacht von Winwaed. Daraufhin herrschte Oswiu selbst über Mercia, bis im Jahr 658 die mercischen Ealdormen Immin, Eafa und Eadberht gegen ihn revoltierten und mit Wulfhere den jüngsten Sohn Pendas zum König Mercias erhoben.[5] Wulfhere stellte die Souveränität Mercias wieder her und weitete die Oberherrschaft auf das Königreich Lindsey aus. Spätestens unter Æthelred (674/675–704) war auch das Königreich Hwicce von Mercia abhängig.[6]

Den Höhepunkt seiner Macht erreichte Mercia unter Æthelbald (716–757) und Offa (757–796), der sich als rex Angliorum bezeichnete. Unter Cenwulf (796–821), Ceolwulf I. (821–823) und Beornwulf (823–825) begann der Einfluss Mercias auf die abgelegenen „Provinzen“ allmählich zu schwinden.[2]

Niedergang

Das mercische Regierungssystem war erstarrt und konnte sich den Veränderungen nicht anpassen. Die tatsächliche Macht verschob sich von den Königen und deren eingesetzten „Beamten“ zu den Ealdormen, die in den Regionen verwurzelt waren und Rückhalt in der Bevölkerung genossen. Im Jahr 825 besiegte Egbert von Wessex Beornwulf in der Schlacht von Ellandun und Mercia verlor seine Vormachtstellung im Süden Englands an das aufstrebende Wessex. Mercia war in der Folge auf sein Kerngebiet beschränkt. Burgred (852–874), der letzte unabhängige König Mercias, konnte sich letztlich nicht der wiederholten Angriffe der Wikinger erwehren und wurde 873/874 vertrieben.[2] Die Wikinger beherrschten den Osten Mercias selbst und setzten Ceolwulf II. (874–879) als Marionettenkönig im westlichen Teil ein. Die Eigenständigkeit war zu Ende, seit das „englische Mercia“ ab etwa 880 vom Königreich Wessex durch den Ealdorman Æthelred (um 880–911) verwaltet wurde.[7]

Siehe auch

Quellen

Literatur

Anmerkungen

  1. Barbara Yorke: Kings and Kingdoms of early Anglo-Saxon England. Routledge, London-New York 2002, ISBN 978-0-415-16639-3, S. 102.
  2. 2,0 2,1 2,2 Simon Keynes: Mercia. In: Lapidge et al. (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u. a. 2001, ISBN 978-0-6312-2492-1, S. 306–308.
  3. Barbara Yorke: Kings and Kingdoms of early Anglo-Saxon England. Routledge, London-New York 2002, ISBN 978-0-415-16639-3, S. 101–102.
  4. Barbara Yorke: Kings and Kingdoms of early Anglo-Saxon England. Routledge, London-New York 2002, ISBN 978-0-415-16639-3, S. 103–105.
  5. Philip Holdsworth: Oswiu. In: Lapidge et al (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u.a. 2001, ISBN 978-0-6312-2492-1, S. 349.
  6. Simon Keynes: Rulers of the Hwicce. In: Lapidge et al (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u.a. 2001, ISBN 978-0-6312-2492-1, S. 507.
  7. Simon Keynes: Kings of the Mercians. In: Lapidge et al. (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u.a. 2001, ISBN 978-0-6312-2492-1, S. 505–508.

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