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Meister der Katharina von Kleve


Als Meister der Katharina von Kleve (auch Meister der Katharina von Cleve) wird der Buchmaler bezeichnet, der um 1430 das Stundenbuch der Katharina von Kleve, Herzogin von Geldern ausgemalt hat.

Der wohl in den Niederlanden in Utrecht oder auch Nijmegen tätige namentlich nicht bekannte Künstler hat für das private Gebetbuch 157 halb- und ganzseitige Illuminationen mit reich verzierten Rahmen geschaffen. Das Werk ist eines der bedeutenden Beispiele und nicht nur wegen der großen Anzahl seiner Bilder ein Höhepunkt niederländischer Malkunst des 15. Jahrhunderts. Das Buch befindet sich heute in der Pierpont Morgan Library in New York, in Teilen, (ms. 917 mit 63, ms. 945 mit 94 Miniaturen). Die Gebetstexte sind in Lateinischer Sprache mit erläuternden weiteren Texten beispielsweise zu Festtagen von Heiligen. Der Hauptteil der Gebete ist der Jungfrau Maria gewidmet, in deren Anbetung Katharina selbst in einem der Bilder dargestellt ist. Sie ist dort mit dem Wappen ihres Gemahls Arnold von Egmont, Graf von Guelders dargestellt. Eventuell wurde das aus 714 Seiten bestehende, in handlichem Format gebundene Buch als prächtiges Hochzeitsgeschenk in Auftrag gegeben und dann einige Zeit nach Katharinas Hochzeit fertiggestellt. Die Seiten sind ungefähr 192 x 130 mm groß.

Der Meister der Katharina von Kleve ist Maler in einer Epoche der niederländischen Buchmalerei, in der unter Einfluss eines Französischen Stils und Werken aus der burgundischen Blütezeit dieser Kunstform einige der hochstehendsten Buchmalereien der Gotik der Niederlande produziert werden. Das kleinformatige Stundenbuch und seine zur Kontemplation einladenden Bilder können zusammen mit der ansetzenden Gebetsvorstellung der Devotio moderna gesehen werden, in der in den Niederlanden die private Andacht in den Vordergrund kommt. Das Buch der Katharina ist in ähnlicher Weise zu sehen wie das Mailänder Stundenbuch, das den Gebrüdern van Eyck zugeordnet wird. Deren Einfluss ist auch im Stil der Miniaturen im Stundenbuch der Katharina zu finden. Die Bilder des Meisters der Katharina von Cleve zeigen eine Loslösung von der sonst vor allem in gotischen Tafelbildern seiner Zeit üblichen formelhaften Darstellung religiöser Szenen hin zur freieren Einbettung dieser Szenen in eine gut beobachtete zeitgenössische Umgebung.

Vor allem die scheinbar zufällige Einstreuung von detaillierten Bildern kleinerer botanischer und biologischer Elemente wie Blätter und Schalentiere oder Fische, Blumen und Schmetterlinge, Früchte und Gemüse beispielsweise in den Rändern der Bilder machen Natur zu einem für die Zeit ungewöhnlichen religiösen Betrachtungsgegenstand. Darstellungen von kirchlicher, höfischer aber auch ländlicher Umgebung machen sowohl Luxus als auch alltägliches Leben zu einem weiteren Punkt der Kontemplation über das Leben im Diesseits und Jenseits.

Der Meister der Katharina von Kleve lehnt sich zwar an den höfischen Stil französischer Malerei seiner Zeit an. Jedoch entwickelte er eine typische eigenständige Erzählweise und seine Darstellungen eines Höllenmonsters nehmen das Werk Hieronymus Boschs vorweg. Die Darstellung einer Höllenszene ist sehr ungewöhnlich, und wenn auch in anderen Stundenbüchern der Zeit Szenen des Letzten Gerichts dargestellt werden, sind dort Höllendarstellungen kaum zu finden.

Literatur

  • J. Plummer (Hrsg.): Die Miniaturen aus dem Stundenbuch der Katharina von Kleve. Berlin 1966.
  • F. Gorissen: Das Stundenbuch der Katharina von Cleve. Analyse und Kommentar. Berlin 1973.
  • Buchmalerei I. In: H. R. Balz et. al.: Theologische Realenzyklopädie. Band 7, Berlin 1981.
  • I. Walther, N. Wolf: Codices Illustres: The world's most famous illuminated manuscripts, 400 to 1600. Köln 2005.
  • S. van Bergen et. al.: Das Stundenbuch der Katharina von Kleve. Stuttgart 2009. (Katalog zur Ausstellung Museum Het Valkhof, Nijmegen 2009/2010 und Morgan Library & Museum, New York, 2010)

Weblinks

 Commons: Stundenbuch der Katharina von Kleve  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Kategorien: Buchmaler | Gestorben im 15. oder 16. Jahrhundert | Geboren im 14. oder 15. Jahrhundert | Deutscher Maler | Maler des Mittelalters | Notname (Mittelalter) | Mann

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