Meier (Familienname) - LinkFang.de





Meier (Familienname)


Meier und seine Varianten sind Familiennamen des deutschen Sprachraumes.

Herkunft und Bedeutung

Lateinische Bezeichnung

Ein Meier (lat. maior oder maius „größer, stärker, bedeutender“) war ursprünglich ein Verwalter. Hier gab es den Hausmeier (maior domus) im feudal-politischen Bereich (vgl. Karl Martell) und auf dem Land den Gutsverwalter, später reduziert auf den Pächter eines bäuerlichen Landgutes, von dem die Bezeichnung dann auch auf das bäuerliche Gut übergeht (Meierei). Das Meierrecht ist belegt seit 1290[1] und bedeutet das örtlich spezifische Besitz- und Verwaltungsrecht der in Verwaltung gegebenen Höfe.

Jüdische Form

Im (deutschen) Judentum entwickelte sich im 18. Jahrhundert, als man alle jüdischen Mitbürger verpflichtete, zwecks besserer Zuordnung ebenfalls Nachnamen anzunehmen, der Familienname Meier (in unterschiedlichen regionalen Schreibweisen) aus dem jüdischen Vornamen Meir (hebr. ‚erleuchtet‘, eig. Meïr umgeschrieben). So wurde aus einem doppelten Vornamen wie Elias Meir einfach der Vor- und Zuname Elias Mayer.

Andere Formen

Im Althochdeutschen entwickelt sich das lateinische maior zu Meior, im Mittelhochdeutschen zu Meier, Meiger.[2] Der englische Begriff mayor und der französische maire gehen auf denselben lateinischen Wortursprung zurück.[3]

Varianten

Der Name Meier gehört zu den häufigsten Familiennamen im deutschen Sprachraum.

Allein zur Schreibweise Meyer gibt es in den Telefonbüchern 2005 in Deutschland über 100.000 Einträge (Platz 5), mit allen Varianten sind es ungefähr 260.000:

Stand: Herbst 2002 (Meijer, Maijer: Winter 2005)

Verbreitung

Die Schreibung Mayer ist vor allem im südwestlichen deutschen Sprachraum verbreitet, insbesondere in Baden-Württemberg, während die Varianten mit „e“ eher im niederdeutschen Sprachraum im Norden zu finden sind. In der Schweiz ist Meier mit 21.750 Treffern, gefolgt von Meyer mit 11.596 Treffern im Telefonbuch 2005 die häufigste Variante.

In zusammengesetzten Familiennamen mit den Endungen -meier, -meyer, die vor allem im Bereich Osnabrück bis Ostwestfalen oder in der Schweiz entstanden sind, bedeutet Meier häufig (Klein-)bauer. Beispiele hierfür: Attermeyer, Bergmeier, Brinkmeier, Clausmeyer, Grillmaier, Grönemeyer, Hofmeier, Mittermeier, Nestmeyer, Niedermayer, Nullmeier, Obermeier, Schäfermeier, Sedlmayr, Stiegelmayer, Sundermeier, Westermeier, Wittmeier. Darüber hinaus kann er bei Zusammensetzungen auch auf eine Amtsausübung hinweisen wie zum Beispiel bei dem Namen Stühlmeyer oder Meyer zum Stuhle auf die Ausübung des Richteramtes (Richterstuhl).

Der Name hat über Auswanderung auch außerhalb des deutschen Sprachraums Verbreitung gefunden. Im englischen Sprachraum gibt es gleichbedeutend zum deutschen Meier, allerdings weniger verbreitet, die Namensversion Major (engl. mayorBürgermeister, Schultheiß“).

Meier-Loch

Das Meier-Loch[4] beschreibt das Phänomen, dass bei der geographischen Verteilung des Namens Meier in all seinen Schreibweisen in Deutschland der Name in Mitteldeutschland kaum auftritt.[5] Grund für das sogenannte Meier-Loch ist, dass in der Mitte Deutschlands dieser Hofverwalter den Namen Hof(f)mann trug.[6]

Namensträger

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  • Zacharias Meier (ca. 1550–1617), deutscher Kaufmann, Zollschreiber und Diplomat

Belege

  1. Eintrag Meierrecht . In: Deutsches Rechtswörterbuch, DRW Online, hrsg. von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.
  2. Josef Karlmann Brechenmacher: Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Familiennamen. Limburg a. d. Lahn, 1957, S. 249.
  3. Max Gottschald: Deutsche Namenskunde. Unsere Familiennamen. 5. Aufl., Berlin / New York, 1982, S. 346.
  4. Übernommen aus Meier-Loch, in der Versionsgeschichte werden die Autoren genannt
  5. Artikel Mainzer Rhein-Zeitung vom 9. April 2008 (PDF; 29 kB)
  6. Artikel Süddeutsche Zeitung vom 25. April 2007

Siehe auch

 Wiktionary: Meier – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Kategorien: Berufsname | Familienname

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Meier (Familienname) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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