Mehring (Oberbayern) - LinkFang.de





Mehring (Oberbayern)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: AltöttingVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Emmerting
Höhe: 432 m ü. NHN
Fläche: 23,37 km²
Einwohner: 2403 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84561
Vorwahl: 08677
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 1 71 124
Gemeindegliederung: 14 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: VG Emmerting
Untere Dorfstr. 3
84547 Emmerting
Webpräsenz: www.gemeinde-mehring.de
Bürgermeister: Josef Wengbauer (CSU)
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Mehring ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Altötting und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Emmerting.

Geographie

Nachbargemeinden

Gemeindegliederung

Mehring hat 14 Ortsteile:[2]

Den ursprünglichen Kern der Gemeinde stellen Mehring und Hintermehring dar. Alle übrigen Gemeindeteile kamen durch Eingemeindungen bzw. Gemeindeauflösungen hinzu.

Geschichte

Vorchristliche Zeit und Antike

Die Ursprünge der Gemeinde liegen im Dunkeln, es lassen sich über die Besiedlung in der Zeit vor der ersten urkundlichen Erwähnung nur Mutmaßungen anstellen.

Da in der Umgebung von Mehring (z. B. in Burgkirchen und Dorfen) archäologische Funde eine Besiedlung der Region in vorchristlicher Zeit belegen, liegt die Vermutung nahe, dass auch Mehring selber besiedelt war. Die Lage nahe dem Fluss Alz, die dichte Bewaldung und die Anhöhe, auf der der Dorfkern von Mehring liegt, hätten für die damalige Zeit gute Voraussetzungen dargestellt, um eine Ansiedlung zu gründen. Im Wald nahe Mehring sind Strukturen zu erkennen, die auf archäologische Funde schließen lassen, wobei eine intensive Erforschung noch aussteht. Es ist aber denkbar, dass diese Strukturen neueren Datums sind und daher keinen Beweis für eine vorchristliche Besiedlung liefern. Ein allgemeines Problem für Artefakte aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit ist jahrhundertelange landwirtschaftliche Nutzung und Besiedlung, so dass womöglich geschichtlich interessante potentielle Fundeorte irreparabel zerstört sind.

Spätantike und Frühmittelalter

Der Ortsname weist auf eine Entstehungszeit des Ortes im Zuge der bajuwarischen Landnahme im 6./7. Jahrhundert: Wahrscheinlich ist, dass der Name „Moringen“ (die Endung -ing steht für einen germanischen Versammlungsplatz, siehe Thing) auf einen romanischen Personennamen (Maurus oder Morus) zurückgeht.

Erstmals urkundlich erwähnt wird Mehring im Jahr 788 unter dem Namen „Moringen“. Zur damaligen Zeit war der Ort Sitz eines Rittergeschlechtes, das sich nach dem Gemeindenamen „Moringer“ oder „Moeringer“ nannte.

Die Entstehung des Namens ist umstritten. Der auf dem Gemeindewappen abgebildete Mohrenkopf deutet als Namensursprung auf einen „Mohren“ hin. Andererseits ist es durchaus möglich, dass das Gemeindewappen nur eine sinnbildliche Abbildung des Namens widerspiegelt aber nicht dessen Ursprung, so liegt auch die Vermutung nahe (siehe Heimatbuch Mehring) dass Mehring auf den romanischen Personennamen „Marus“ oder „Morus“ zurückzuführen ist.

Eine Mutmaßung geht dahin, dass ein arabischer Händler aus Nordafrika sich an der Stelle der heutigen Gemeinde niedergelassen haben könnte oder es im Zuge von vorchristlichen Völkerwanderungen eine Gruppe Menschen südländischen Ursprungs dorthin verschlagen haben könnte. Letztere Theorie scheint sich aber neueren Forschungen zufolge nicht halten zu können. Die Händlertheorie scheint fundierter zu sein, wobei Belege aus Quellen oder archäologischen Untersuchungen weiterhin fehlen. Untermauert werden könnte die Theorie allerdings dadurch, dass tatsächlich in dieser Zeit arabische Händler Handelsbeziehungen bis nach Europa unterhielten. Ob diese Beziehungen aber bis nach Südostbayern reichten, ist fraglich. Meist wurden Güter wie z.B. Stoffe über Zwischenhändler, vornehmlich fahrende Kaufleute, in die Provinzen jenseits der Alpen verbracht.

Neuzeit

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war Mehring zudem der Sitz des landesgerichtlichen Außenamtes, Ampt Mehring, genannt. Die Zuständigkeit umfasste:

Mehring wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern nach Napoléon Bonaparte 1818 eine politisch selbstständige Gemeinde.

Eingemeindungen

Seit 1818 hat die politische Gemeinde Mehring mehrere Gebietsänderungen erfahren:

  • Am 1. Januar 1921 kamen die Gemeindeteile Niederholz und Öd der aufgelösten Gemeinde Holzfeld hinzu.[3]
  • 1969 wurde der Gemeindeteil Hechenberg in die Stadt Burghausen umgegliedert
  • 1978 wurde ein Teil des Gemeindebereichs Lindach sowie ein Teil des Gemeindeteils Badhöring ebenfalls in die Stadt Burghausen umgemeindet. Mehring bildet seit 1978 eine Verwaltungsgemeinschaft mit Emmerting.
  • 2001 wurden Teile des Holzfelder Forstes in die Gemeinde Mehring eingegliedert.

Einwohnerentwicklung

Mehring hat 2328 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2014) lt. Einwohnermeldeamt. Die Entwicklung der Bevölkerung verzeichnet seit den 60er Jahren einen stetigen Zuwachs, vor allem in den Gemeindeteilen Öd und Unghausen, da hier genug Bauland ausgewiesen ist und die Lage nahe Burghausen günstig für viele Pendler ist.

Kirchengeschichte

Die Pfarrei Mehring bestand bis 1399 und schloss Burghausen mit ein, um 1400 wurde Mehring der Pfarrgemeinde Raitenhaslach, danach Burghausen untergliedert. Erst seit dem Jahr 1901 besitzt Mehring wieder eine eigenständige Pfarrei. Mehring ist somit eine der ältesten Pfarrgemeinden im Bistum Passau

Die aus dem 15. Jahrhundert stammende Ortskirche, 1445 erbaut und 1965 den Gegebenheiten einer größer werdenden Gemeinde angepasst, ist dem Hl. Martin von Tours geweiht.

Politik

Gemeinderat

Nach der letzten Kommunalwahl am 2. März 2008 hat der Gemeinderat 14 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 67,2 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  CSU/Unabhängige     8 Sitze  (55,3 %)
  SPD 3 Sitze (22,9 %)
  Freie Wähler 3 Sitze (21,8 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister. Momentan Josef Wengbauer (CSU)

Wappen

Die Gemeindekirche ist dem Hl. Martin von Tours geweiht, dessen Insignien der Bischofsstab sowie eine Gans sind, was sich im Wappen widerspiegelt. Der Mohrenkopf rührt von der Namensgebung her (siehe Geschichte), wobei ungeklärt ist, ob der Name Mehring tatsächlich von „Mohr“ abgeleitet ist (vergl. Heimatbuch Mehring).

Auch wenn das Wappen deutlich älter ist, da es schon in frühen Dokumenten Verwendung fand, so wurde erst durch die Beurkundung der Regierung von Oberbayern am 16. Februar 1982 der Gemeinde offiziell die Zustimmung zur Führung des Wappens und einer Fahne erteilt.

Wirtschaft

Im Gewerbegebiet Hohenwart haben sich dank der guten Verkehrsanbindung an die B12 einige Dienstleistungs- und Produktionsbetriebe angesiedelt. Bedingt ist dies auch durch die Nähe zu Burghausen und den dortigen Industrieunternehmen wie Wacker-Chemie AG und der Raffinerie OMV Deutschland GmbH sowie zum Werk Gendorf, ehemals Hoechst AG.

Verkehr

Mehring verfügt über keine Bahnanbindung und die Alz ist nicht schiffbar. Direkt zwischen Mehring und Öd verläuft die Staatsstraße zwischen Burghausen und Altötting, wo sie in die B12 bzw. B20 und A94 übergeht.

Öffentliche Einrichtungen

Bildungseinrichtungen

Mehring verfügt sowohl über eine Grundschule (Mehring) als auch über einen Kindergarten (Öd). Weiterführende Schulen sind in der Gemeinde nicht vorhanden. Mittelschule, Realschule sowie Gymnasium befinden sich in den Nachbarstädten Altötting und Burghausen

Im Gebäude der Grundschule gibt es eine Kindergrippe.

Ämter

Einzig das Bürgermeisteramt ist in Mehring selbst untergebracht (Scheibelbergstr. 2), sämtliche anderen Amtseinrichtungen befinden sich in Emmerting, dem Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Emmerting-Mehring.

Freizeit- und Sportanlagen

Mehring verfügt über einen neu gestalteten Sportpark mit 3 Fußballplätzen (2xGroßfeld, 1xKleinfeld), einem DFB-Minispielfeld, einer Tennisanlage mit 3 Sandplätzen, einer Stockschützenhalle, sowie der im Jahr 2009 neu errichteten Sporthalle (Turnhalle, Gymnastikraum, vier Kegelbahnen und Schießanlage der Wildschützen) und dem Sportheim des SV Mehring.

Weiter befindet sich in Hohenwart die an der Alz gelegene Schießsportanlage (Lang- und Kurzwaffen; 25/50/100m) mit Vereinslokal der Kgl. priv. Feuerschützengesellschaft Burghausen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Im Priessenthal befindet sich der Theaterhof von Martin Lüttge (ehem. Tatort-Kommissar). Ausgehend davon finden regelmäßig im Sommer Freilichtaufführungen statt.

Bauwerke

Historische Bauwerke stellen die Kirche von Mehring, erbaut 1445, sowie die Kirche von Hohenwart mit angeschlossenem Friedhof dar.

siehe auch Liste der Baudenkmäler in Mehring (Oberbayern)

Geotope

  • Ehemaliger Nagelfluh-Bruch Unghausen; kürzlich Verwachsungen entfernt; Nagelfluh der Günzeiszeit mit groben Steinen überlagert; geowissenschaftlicher Wert "wertvoll"[4]

Persönlichkeiten

  • Johann Bergmann (1887–1958), geboren im Ortsteil Unghausen, römisch-katholischer Priester, trug 1945 zur Rettung vieler Häftlinge eines Todeszuges bei.
  • Martin Lüttge (* 7. Juli 1943), geboren in Hamburg, Schauspieler und Tatort-Kommissar, bewirtschaftet einen Theaterhof in Mehring.

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111128/164438&attr=OBJ&val=134
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 417
  4. [1]

Weblinks

 Commons: Mehring (Bayern)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Landkreis Altötting | Mehring (Oberbayern) | Gemeinde in Bayern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Mehring (Oberbayern) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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