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Max Brose


Max Brose (* 4. Januar 1884 in Osnabrück; † 11. April 1968 in Coburg) war Kaufmann und Industrieller.

Leben

Max Broses Eltern waren Karl Brose, ein Wagenbauer, und Maria Brose, geborene Bußmann. Er wuchs in Wuppertal auf und besuchte in Elberfeld die Oberrealschule, die er nach den erfolgreich abgelegten Prüfungen der Untersekunda im Jahr 1900 verließ. Es folgte eine kaufmännische Ausbildung, unter anderem im elterlichen Betrieb, bevor er ab 1906 seinen Militärdienst absolvierte. Anschließend eröffnete er am 4. März 1908 in Berlin ein Handelshaus für Automobil- und Flugzeugzubehör. Im Jahr 1911 heiratete der katholische Brose die evangelische Pfarrerstochter Elfriede Lehmann (* 12. Februar 1885; † 16. Januar 1965). Im Jahr 1912 kam die erste Tochter Gisela zur Welt, 1918 folgte Christa. Im Ersten Weltkrieg wurde der Reserveoffizier bei den Kraftfahrtruppen an der Ost- und der Westfront eingesetzt und unter anderem mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

Am 14. Juni 1919 gründete Brose zusammen mit dem Chemiker Ernst Jühling, den er gegen Kriegsende zufällig kennenlernte, in Coburg durch Übernahme der Firma Haußknecht die Gesellschaft „Metallwerk Max Brose & Co.“. 1928 begann er die Entwicklung und Herstellung von Fensterhebern für Automobile, ab 1936 wurde die Produktion auf den 20-Liter-Wehrmacht-Einheitskanister und im Zweiten Weltkrieg auf Aufschlagzünder und Sprenggranaten umgestellt. In dieser Zeit waren bei Brose bis zu 900 Mitarbeiter beschäftigt, unter anderem auch gegen Ende des Krieges 200 sowjetische Kriegsgefangene, für die ein Lager direkt neben dem Werk von der Wehrmacht unterhalten wurde.

Am 13. November 1921 wurde Brose als Mitglied der DVP in den Coburger Stadtrat gewählt, legte aber schon im Juni 1924 sein Mandat wieder nieder. Im Spruchkammerverfahren gab er an, zu Zeiten der Weimarer Republik auch der DNVP angehört zu haben[1]. Im Dezember 1926 folgte erstmals die Wahl in die IHK zu Coburg. Anfang 1935 ernannte ihn das Reichswirtschaftsministerium zum Präsidenten der IHK zu Coburg, nachdem er zuletzt am 20. Mai 1933 in die IHK gewählt worden war. Das Amt des Präsidenten hatte er bis zur Auflösung der Coburger IHK im April 1943 inne. Aufgrund seines Antrages vom 8. Juni 1933 wurde Brose rückwirkend zum 1. Mai Mitglied in der NSDAP, in das NSKK trat er im Herbst 1933 ein. Am 20. April 1938 ernannte ihn das Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt zum Wehrwirtschaftsführer. Im Entnazifizierungsverfahren wurde Brose nach der Anklage als Belasteter am 22. März 1948 durch die Spruchkammer Coburg-Stadt in die Gruppe der Minderbelasteten eingereiht. Nach Berufung erfolgte die letztinstanzliche Einstufung als Mitläufer durch die Hauptkammer Nürnberg, Zweigstelle Ansbach am 23. Juli 1949.

Am 3. September 1956 starb Ernst Jühling, seine Erben wurden von Max Brose ausbezahlt. Ab 1951 ließ er eine portable Schreibmaschine bauen, verließ aber dieses Geschäftsfeld wieder 1959. Bis 1968, dem Todesjahr von Brose, wuchs sein Unternehmen unter anderem durch die Markteinführung des elektrischen Fensterhebers auf rund 1000 Mitarbeiter bei 50 Millionen DM Umsatz. Es war neben der Firma Waldrich Coburg der wichtigste industrielle Arbeitgeber in Coburg und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten als Brose Fahrzeugteile GmbH weiter zu einem bedeutenden Zulieferer der Automobilindustrie.

Nachleben

In den Jahren 2004 bis 2015 sorgte die Möglichkeit einer Straßenbenennung nach Max Brose für kontroverse Diskussionen. Mit dem Hinweis auf "die unklare Rolle Max Broses im Nationalsozialismus", er war NSDAP-Mitglied, Wehrwirtschaftsführer und beschäftigte Zwangsarbeiter[2], folgte der Coburger Stadtrat nicht der Initiative seiner CSU-Fraktion zur Umwidmung der Von-Schultes-Straße, die am Firmensitz der Brose Fahrzeugteile GmbH in Coburg vorbeiführt. Dies fasste Broses Enkel Michael Stoschek als Beleidigung auf, worauf das Unternehmen seine Zuwendungen an örtliche Vereine und soziale Einrichtung stark kürzte. Nachdem dieser Sachverhalt in einem Kommentar der Süddeutschen Zeitung ("Der beleidigte Weltkonzern") zu Beginn des Jahres 2015 aufgegriffen wurde, kam erneut Bewegung in die Angelegenheit. In der folgenden, auch in überregionalen Medien geführten, Diskussion stützte sich Stoschek auf die von Gregor Schöllgen geschriebene Firmenchronik sowie die Akte des Spruchkammerverfahrens gegen Max Brose aus dem Jahr 1948, um einen Vorbildcharakter seines Großvaters zu belegen. Kritik wurde etwa vonseiten des Zentralrat der Juden [3] oder dem Evangelischen Bildungswerk laut. Diese sahen die Vergangenheit Broses als noch nicht ausreichend aufgearbeitet. In seiner Sitzung vom 21. Mai 2015 stimmte der Coburger Stadtrat auf Antrag von OB Tessmer erneut über eine Umwidmung ab und bestätigte diese mit 26:11 Stimmen.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Staatsarchiv Coburg Spruchkammer Coburg-Stadt B 312, Bl. 12 und 703v
  2. welt.de: Zentralrat der Juden kritisiert Straßenumbenennung in Coburg , abgerufen am 8. Mai 2015
  3. Zentralrat der Juden kritisiert Straßenumbenennung in Coburg , Focus vom 13. März 2015; abgerufen am 8. Mai 2015


Kategorien: Unternehmer (Coburg) | NSKK-Mitglied | Wehrwirtschaftsführer | Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) | Gestorben 1968 | Geboren 1884 | DVP-Mitglied | NSDAP-Mitglied | Person (Osnabrück) | Industrieller | Deutscher | Mann

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