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Mauren (Ehningen)


Mauren ist ein zu Ehningen im Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg gehörender Weiler, der in der Hauptsache aus einem landwirtschaftlichen Betrieb, der Ruine des alten Schlosses, einer Wallfahrtskirche und dem seit 2013 geschlossenen Landgasthof „Grüner Baum“ besteht. Das Gut gehört erst seit 1851 zur Gemeinde Ehningen, davor war es ein unabhängiges, unter verschiedenen Herren stehendes Lehen. Der Name soll sich auf römische Ruinen beziehen (lat. muri = Mauern).

Besitzverhältnisse

In seiner ersten Erwähnung war Mauren eine gotische Wasserburg, die jenseits der Würm auf der anderen Seite des heutigen Weilers lag. Diese Burg und die zugehörigen Ländereien unterstanden dem Kloster Bebenhausen.

Besitz: 14. Jahrhundert: Herren von Herteneck (1320-52) und Herren von Bondorf (ab 1352)

1395 wurde die Burg geschleift. Zu der Zeit war die Burg ein Bollwerk des Schleglerbundes (einer schwäbischen Ritterverbindung) gewesen, der gegen die damalige Herrschaft konspirierte.
Die Burg wurde wieder aufgebaut und unterstand seitdem der Lehensherrschaft Württembergs. 1459 ging das Gut an die Herren von Dachenhausen. Am 16. Dezember 1616 wurde das Gut von Eberhart Wolf von Tachenhausen für den Preis von 30.000 Gulden an Johann Friedrich Schertel von Burtenbach verkauft und das Gut unterstand seitdem dem Ritterkanton Neckar-Schwarzwald.

Nach diesem Verkauf wurde die alte Burg abgebrochen und Heinrich Schickhardt erhielt den Auftrag ein neues Schloss zu bauen. Aus den Aufzeichnungen Schickardts zu dem Auftrag:

„Mauren. Auf den 3. oktobris 1617 hat Junker Friedrich Schertlein mich begert, daß ich Im ein Abriss zu einem ganz newen Schloß, das ehr nit mehr im thal, sondern auf den Berg da vor keines gestanden, bauen wolle, machen soll, welches geschehen auch gleich darnach erbaut worden.“

Das Schloss war ein rechteckiger, dreigeschossiger Bau mit Türmchen an den Ecken und einer ausgedehnten Gartenanlage, die durch ein Röhrensystem mit Quellwasser versorgt wurde.

Verschiedene Besitze: 1782 war das Schloss im Besitz von Freiherr von Hopfer. Dieser erklärte das Gut zu 'Fideis commis' (Familienfideikommiss) wodurch das Gut unveräußerlich wurde und nur die Erträge dem jeweiligen Herren zustanden. 1788 ging das Gut durch Erbschaft an den Freiherrn von Röder. 1813 wurde das Gut an den Freiherrn von Koenig verkauft. Danach gelangte es in den Besitz von Friedrich Wilhelm Ludwig Freiherr von Koenig, der im Jahr 1809 schon die aufgelöste Pfarrei mitsamt der Kirche erworben hatte. 1826 erhielt der Kirchturm der Wallfahrtskirche ein neues Glockenhaus in einer neuen Kirchturmspitze. Das Gut wurde danach von Adelheid Schott von Schottenstein (einer Halbschwester des gleichnamigen württembergischen Generals Max) und ihrem Ehemann Franz Ferdinand von Dusch, sowie deren Sohn Alexander von Dusch und seiner Frau Pauline besessen und verwaltet. Nach dem Luftangriff von 1943, bei dem das Schloss durch eine Brandbombe in Flammen aufging, wurden die größten Teile des Schlossgebäudes wegen Einsturzgefahr abgetragen. 1954 wurde das Gut an Landwirt Albert Juzeler verkauft und ist heute im Besitz der Familie Kenntner. Das Schloss ist im Besitz der Familie Krohmer.

Marien- und Pelagiuskirche

Die erste Erwähnung der Kirche erfolgte im Jahr 1320 als Kapelle. Ausweislich einer Urkunde von 1337 war die Kirche ein Filial der Kirche von Altdorf und zusammen mit dieser zum Kloster Bebenhausen gehörte. Mit der Kirche war bis zur Reformation eine Wallfahrt verbunden. Das um 1360 datierende Gnadenbild befindet sich heute im Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart. Vom romanischen Vorgängerbau dem 11./12. Jahrhundert sind nur noch geringe Reste erhalten, die in den heutigen Bau integriert wurden. Das heutige Kirchenschiff datiert um 1470, während Chor und Turm vermutlich aus dem 14. Jahrhundert stammen. Lange Zeit diente die Kirche als Pfarrkirche der Schlossherrschaft Mauren. Nach Mitte des 16. Jahrhunderts setzte ein baulicher Verfall ein. Seit 1827 trennt eine Wand den Chor, der seitdem allein als Kirche dient, vom Kirchenschiff ab. Letzteres wurde seitdem als Speicher genutzt. Aus kunsthistorischer Sicht hervorzuheben sind Rest der ehemals reichen Innenausmalung, ein elfenbeinernes Altarkreuz aus dem 17. Jahrhundert sowie zwei qualitätvolle Grabmale.

Söhne und Töchter

Literatur

  • Evangelisches Kreisbildungswerk und Katholisches Bildungswerk Kreis Böblingen (Hrsg.), Kirchen im Landkreis Böblingen, München 1990, S. 15f.
  • Schach, A., Die ehemalige Wallfahrts- und Pfarrkirche zu Mauren, 1974

Weblinks

 Wikisource: Mauren in der Beschreibung des Oberamts Böblingen von 1850 – Quellen und Volltexte

Informationen zu Mauren von Zeitreisen Böblingen


Kategorien: Ort im Landkreis Böblingen | Ehningen

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