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Mattmarksee


Mattmarksee
Mattmarksee und der Allalingletscher}
Lage: Kanton Wallis, Schweiz
Zuflüsse: Stafelbach, diverse Bergbäche, Schmelzwasser des Schwarzberggletschers
Abflüsse: Saaser Vispa
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Daten zum Bauwerk
Sperrentyp: Erdschüttdamm
Bauzeit: 1961 bis 1967
Höhe des Absperrbauwerks: 120 m
Höhe über Gewässersohle: 93 m[1]
Höhe der Bauwerkskrone: 2'197 m ü. M.
Bauwerksvolumen: 10'500'000 m³
Kronenlänge: 780 m
Kraftwerksleistung: 260.5 MW[2]
Betreiber: Kraftwerke Mattmark AG, Saas-Grund
Daten zum Stausee
Wasseroberfläche 1.76 km²[1]
Stauseelänge 3,2 km
Speicherraum 100 Mio. m³[1]
Gesamtstauraum: 101 Mio. m³[1]
Einzugsgebiet 37,1 km²
Bemessungshochwasser: 150 m³/s
Besonderheiten:

Höchster Erdschüttdamm der Schweiz

Detailkarte
Blick von seinem südlichen Ende zum Staudamm Mattmark

Der Mattmarksee ist ein Stausee und befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinden Saas-Almagell, Saas-Balen, Saas-Grund und Saas-Fee am südlichen Ende des Saastales im Bezirk Visp des Kantons Wallis in der Schweiz.

Geschichte

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Natürlicher Vorgängersee

Vor dem Bau der Staumauer gab es im Tal der jungen Saaser Vispa einen Bergsee. Seine wechselnde Form und Grösse hing von den Vorstössen und Rückzügen des Allalingletschers ab. Zu den Hochständen der Gletscherausdehnung um 1600, 1820 und 1850/60 überdeckte die Zunge des von der Westflanke hinunterreichenden Allalingletschers die ganze Talbreite und bildete so einen natürlichen Gletscherstausee. Beim Abschmelzen der Barriere kam es mehrmals zu katastrophalen Seeausbrüchen. Gemäss Chroniken sollen in den Jahren 1589, 1633, 1680 und 1772 besonders schlimme Sturzfluten die Dörfer und Weiden im Saastal zerstört haben. Die Flut von 1633 zwang mehrere Familien zur Auswanderung. Andere arbeiteten während Jahren an der Wiederurbarmachung des Talgrundes und gelobten, nicht zu heiraten bis das Werk vollendet sei. In den nächsten 14 Jahren fand in der Kirchgemeinde Saas keine einzige Hochzeit statt. Die Ausbrüche 1589 und 1633 reichten bis nach Visp und verwüsteten dort das Kulturland.[3] Beim Ausbruch von 1680 wurden sogar 18 Häuser in Visp zerstört. Um solche Katastrophen zu verhindern, wollte man um 1900 einen unterirdischen Abflusskanal bauen. Doch die Mittel dazu fehlten.

Künstlicher Stausee

Am 25. März 1959 fand im Hotel Beau-Site in Saas-Fee die Gründung der Kraftwerke Mattmark AG, Saas-Grund, statt. Der Stausee befindet sich auf den Territorien der vier Saaser Gemeinden Saas-Almagell, Saas-Balen, Saas-Fee und Saas-Grund. Die Gebietshoheit wurde aus rechtlichen Gründen der Gemeinde Saas-Almagell übertragen.

Die Bauarbeiten am Staudamm dauerten von 1960 bis 1965. Am 30. August 1965 wurden durch einen Gletscherabbruch des Allalingletschers 88 Bauarbeiter vorwiegend italienischer und Schweizer Nationalität unter 2.000.000 m³ Eis und Geröll begraben. Bei den mehrmonatigen Bergungsarbeiten konnte unter der stellenweise bis zu 50 Meter starken Geröllschicht keiner der Verschütteten lebend geborgen werden. Das Risiko bei der Errichtung der Unterkunftsbaracken direkt unterhalb der schliesslich abgebrochenen Gletscherzunge wurde nicht beachtet. Kein anderer Stausee in der Schweiz forderte beim Bau so viele Opfer.[4][5][6]

Die Einweihungsfeier des Stausees erfolgte am 25. Juni 1969 durch Bischof Nestor Adam auf dem Staudamm.

Im Frühling 2007 wurde der Stausee das erste Mal komplett entleert, um Revisionen der Anlagen durchzuführen. Da man aber die früher als üblich einsetzende Schneeschmelze nicht voraussehen konnte, mussten die Arbeiten frühzeitig eingestellt werden, sodass im Februar und März 2008 nochmals eine komplette Entleerung des Sees vonnöten war.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Seen in der Schweiz: Natürliche und Speicherseen, Bundesamt für Umwelt BAFU, 2007 (Memento vom 5. Oktober 2008 im Internet Archive)Seen in der Schweiz (PDF, Archiv-Version)
  2. Kraftwerke Mattmark AG. www.bkw.ch, abgerufen am 28. August 2015.
  3. Walter Ruppen: Visp VS. Siedlung und Bauten. (= Schweizerische Kunstführer. 1953 ; Nr. 356 : Ser. 36). 1981, ISBN 3-85782-356-9.
  4. Mattmark: Dunkle Seite der Baugeschichte. auf: swissinfo.ch
  5. Tod in Mattmark. In: NZZ. 31. August 2015.
  6. 88 Tote - Die Schande von Mattmark. In: Tagesanzeiger. 26. August 2015.

Literatur

  • Toni Ricciardi, Sandro Cattacin, Rémi Baudouï: Mattmark, 30. August 1965. Die Katastrophe. Seismo, Zürich 2015, ISBN 978-3-03777-161-7.

Dokumentation

Weblinks

 Commons: Mattmarksee  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Stausee in der Schweiz | Flusssystem Vispa | See im Kanton Wallis | Stausee in Europa

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Mattmarksee (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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