Matthias Hoë von Hoënegg - LinkFang.de





Matthias Hoë von Hoënegg


Matthias Hoë von Hoënegg (* 24. Februar 1580 in Wien; † 4. März 1645 in Dresden) war ein deutscher lutherischer Theologe.

Leben

Geboren als Sohn des lutherischen kaiserlichen Geheimen Rates und Doktors beider Rechte Leonhard Höe von Höenegg (* um 1534 in Oberberg/Franken; † 4. März 1599 in Wien)[1] und dessen Frau Helena Wollzogen (* 6. April 1553 in Wien; † 27. Dezember 1632 ebenda)[2], stammte er von altem österreichischem Adel ab.[3] Da er als Frühgeburt auf die Welt gekommen war, ist in seiner frühen Jugend seine Gesundheit schwach gewesen, so dass er erst im siebenten Lebensjahr mit dem Sprechen begann. Sein Vater ließ ihn zunächst von einem Privatlehrer unterrichten. Nachdem er sich weitgehend entwickelt hatte, konnte er die Wiener Stadtschule St. Stephan besuchen. Hier begann er sich außerordentlich zu entwickeln, so dass er Vorträge vor den Gelehrten der Stadt hielt.

Durch die drohende Einnahme der Stadt Wien 1594 durch die Türken, zog er mit seinem Vater und Bruder nach Steyr, wo er drei Jahre lang das dortige Gymnasium besuchte. Sein Vater, der wieder nach Wien zurückgekehrt war, holte ihn zu sich und ermöglichte ihm eine Aufnahme an die Universität Wien, wo er sich zuerst einem philosophischen Studium widmete. Auf Empfehlung eines sächsischen Gesandten, begab er sich am 16. Juni 1597 zu weiteren Studien an die Universität Wittenberg,[4] studierte weiter die philosophischen Fächer, liebäugelte mit der Rechtswissenschaft und entschied sich für ein Studium der Theologie.

Nachdem er einige Disputationen und Vorlesungen in Wittenberg abgehalten hatte, ging er nach dem Tod seines Vaters 1599 kurzzeitig nach Wien, kehrte zurück nach Wittenberg und wurde am 23. Oktober 1601 Lizenziat der Theologie. 1602 reiste er nach Dresden, wo er beabsichtigte als zweiter Hofprediger beim Kurfürsten aufgenommen zu werden. Nach einer Probepredigt am 17. Februar 1602 fand er, nach seiner am 14. März 1602 in Wittenberg erfolgten Ordinierung, dort auch Aufnahme. Am 6. September 1603 sandte ihn Christian II. von Sachsen als Superintendent nach Plauen, welche Aufgabe er Ende Dezember 1603 antrat und am 1. Januar 1604 sein Anzugspredigt hielt. Am 6. März 1604 wurde Höe von Hoenegg in Wittenberg von Leonhard Hutter zum Doktor der Theologie promoviert und wurde am 20. April 1604 durch Polykarp Leyser den Älteren in die Plauener Superintendentur investiert.

Trotz mehrerer Angebote verblieb er in sächsischen Diensten und übernahm auf Wunsch des sächsischen Kurfürsten 1611 in Prag eine Direktorenstelle der evangelischen Schulen und Gemeinden in Böhmen. In Prag war er an der Grundsteinlegung des St. Salvatorkirche beteiligt und gründeste die dortige evangelische Schule, sowie das Gymnasium. Nachdem der sächsische Oberhofprediger Paul Jenisch 1612 gestorben war, holte ihn Kurfürst Johann Georg I. in dieser Funktion am 3. April 1613 nach Dresden.

In seinen Predigten und Schriften polemisierte der strenge Lutheraner gegen die Reformierten, deren Glaubensüberzeugungen er mehr als den gegenreformatorischen Katholizismus verabscheute. Sein Einfluss auf den Kurfürsten Johann Georg I. und die sächsische Politik am Beginn des Dreißigjährigen Krieges wurde in der älteren Literatur überschätzt.

Die Entscheidung, an der Seite des Kaisers gegen den calvinistischen Winterkönig Friedrich V. und die böhmischen Stände in den Krieg zu ziehen, wurde von Johann Georgs Geheimem Rat getroffen, durch Hoë von Hoënegg freilich gutgeheißen und im Nachhinein propagandistisch unterstützt. Bekannt ist seine Schrift Commentarii in Joannis Apocalypsin (Leipzig 1610/40, 2 Bde.).

Familie

Höe von Hoenegg verheiratete sich am 2. Oktober 1602 in Wittenberg mit Elisabeth Heidelberger (* 13. November 1581 in Ruersdorf; † 23. November 1644 in Dresden), die Tochter des Hans Heidelberger. Aus der Ehe stammen sechs Söhne und vier Töchter. Von den Kindern kennt man:

  • Helene Elisabeth Höe von Hoenegg (* 14. August 1604 in Plauen) verh. 1. November 1624 mit Hans Jonas von Ligenau
  • Magdalena Elisabeth Höe von Hoenegg (* 17. Februar 1606 in Plauen) verh. mit Hans Bernhard von Neidhard
  • Leonhard Friedrich Höe von Hoenegg (* 5. März 1608 in Plauen; † 25. Juni 1638 in Dresden) wurde Rittmeister, verh. 15. August 1633 mit NN. Pöllnitz
  • Johann (Hans) Christoph Höe von Hoenegg (* 4. Juni 1610 in Plauen; † 31. Dezember 1632 in Linz/Rhein, begr. 13. Januar 1633 Frankfurt am Main)
  • Heinrich Julius Höe von Hoenegg (* 4. Juli, get. 8. Juli 1612 in Prag; † 7. Oktober 1612 ebd., begr. 9. Oktober 1612 St. Leonhard)
  • August Höe von Hoenegg (* 27. August, get. 30. August 1613 in Dresden; † jung)
  • Sophia Elisabeth Höe von Hoenegg (* 4. November, get. 8. November 1615 in Dresden; † März 1679) verh. 10. November 1640 mit Christian von Doering
  • Sybilla Elisabeth Höe von Hoenegg (* 30. November, get. 2. Dezember 1618 in Dresden; † 6. Juni 1619 ebd., begr. 8. Juni 1619 St. Sophien)
  • Matthias Höe von Hoenegg (* 1. Januar, get. 4. Januar 1620 in Dresden)
  • Maximillian Ferdinand Höe von Hoenegg (* 24. Februar, get. 28. Februar 1623 in Dresden; † 20. März 1657 in Dresden) verh. 20. Februar 1645 mit Elisabeth von Doering (* 20. Dezember 1624 in Böhlen; † 29. November 1684 in Dresden)

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Er war der Sohn des Mainzerischen Rats und kaiserlichen Obristen Heinrich Höe von Höenegg und dessen Frau Catharina Tanndorff, Sein Großvater war Hans Heinrich Höe von Höenegg und dessen Frau hieß Sara Blarr aus Wartensee
  2. Sie war die Tochter des Hauptpostmeisters Paul Wollzogen (1504 in Strengberg;† 6. Oktober 1575 in Wien) und dessen Frau Serapia Habenschott († 7. Dezember 1617 in Wien); dessen Vater war Lorenz Wollzogen (1474; † 4. Januar 1525 in Strengberg) und Barbara Perger (* 1468; † 12. Januar 1548 in Strengberg), die Eltern der Mutter waren der Postmeister Hans von Habenschott und Anna von Zeller (vgl. Karl August Alfred von Wollzogen: Geschichte des Reichsfreiherrlich von Wolzogen'schen Geschlechts. F. A. Brockhaus, Leipzig, 1859, Bd. 1 (Online ))
  3. Aus der Ehe der Eltern gingen 12. Söhne und fünf Töchter hervor, Man kennt Ferdinand Höe von Höenegg († Genau) verh. mit Sophia Golze; Maximilian Höe von Höenegg; Christian Höe von Höenegg; Serapia Höe von Höenegg verh. mit dem Freiherrn in Neuhaus und Burggrafen in Wareszin Wolff Augustin Paradeiser, NN. Höe von Höenegg verh. 19. September 1616 Marx Hildebrand in Walterskirchen
  4. Album Academiae Vitebergensis Volumen Secundum, Halle (Saale), 1894, S. 440
VorgängerAmtNachfolger
Paul JenischOberhofprediger in Dresden
16121645
Jakob Weller


Kategorien: Keine Kategorien vorhanden!

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Matthias Hoë von Hoënegg (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.