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Massenhausen (Neufahrn)


Massenhausen ist ein Dorf der Gemeinde Neufahrn bei Freising in Oberbayern mit ca. 1000 Einwohnern. In unmittelbarer Umgebung im Osten und Süden des Ortes liegt das Freisinger Moos. In nordöstlicher Richtung beginnen die Erhebungen des tertiären Hügellandes, die bis zu 511 m hoch sind. Die Moosach fließt von Süden kommend am Dorfrand Richtung Nordosten weiter nach Freising. Der Ort liegt 474 m über NN (Kirche).

Geschichte

Erste Siedlungsspuren stammen aus der La-Tène-Zeit (500 v. bis 100 n. Chr.; jüngere Eisenzeit) von den Kelten.[1] Spuren römischer Siedlungstätigkeit wurden bisher keine gefunden, aber man kann von einer langen Siedlungstradition ausgehen, da bereits 887 Massenhausen als Massinhuson in einer Schenkungsurkunde des Freisinger Bischofs Waldo erwähnt wurde.[2] Bedeutung erlangte der Ort im Mittelalter als Sitz des Adelsgeschlechtes der Massenhauser (Burg Massenhausen). Dieses stieg im Laufe des 13. Jahrhunderts zum vornehmsten bairischen Turnieradel auf und hatte das Marschallamt des bairischen Herzogs in seinem Besitz.[3] Unter diesen bildete sich die Herrschaft Massenhausen heraus.

Nachdem die Massenhauser im Mannesstamm ausgestorben waren, erbte 1431 Hans von Fraunberg zu Haag die Herrschaft Massenhausen; die Fraunberger verkauften sie 1490 an die Grafen von Hardeck.[4]

Fürstbischof Philipp von der Pfalz erwarb für das Hochstift Freising 1499 die – nördlich der älteren freisingischen Hofmark Ottenburg angrenzende – Hofmark Massenhausen mit umfangreichem Besitz und zahlreichen Dörfern.[5] Es war eine geschlossene Hofmark; der Pfleger der freisingischen Hofmark Massenhausen hatte seinen Sitz im herrschaftlichen Schloss Massenhausen.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf 1632 von den Schweden unter Gustav II. Adolf und 1634 durch den Herzog Wilhelm von Sachsen-Weimar verwüstet. Auch unter dem Österreichischen Erbfolgekrieg 1740–1748 litt das Dorf; das Schloss wurde zerstört und der Pfleger zog nach Freising um.

Durch die Säkularisation 1803 kam Massenhausen an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des 2. Gemeindeedikts von 1818 wurde Massenhausen eine selbständige Gemeinde. Am 1. Januar 1972 wurde die Nachbargemeinde Giggenhausen nach Massenhausen eingemeindet.[6] Durch die kommunale Gebietsreform wurde Massenhausen am 1. Mai 1978 in die Gemeinde Neufahrn zwangseingemeindet.[7]

1760 bestand Massenhausen aus 24 Anwesen[8], 1976 hatte die Gemeinde Massenhausen 1.361 Einwohner auf einer Fläche von 23,41 km², das sind 58 Ew/km².[9] 2013 hatte der Ort 1.011 Einwohner; 539 männlich und 472 weiblich.[10] Seit der Eröffnung des Großflughafens München II leidet der Ort stark unter dem Lärm der startenden und landenden Flugzeuge.

Grundherrschaft

Die Grundherrschaft Massenhausen entstand im 13. Jahrhundert. Man vermutet, dass die Grafen von Andechs die Vogtei über die Güter der heutigen Grundherrschaft hatten. 1248 starben die Gafen von Andechs in der männlichen Linie aus und das Gebiet erbten die Herzöge von Bayern, die es an die Massenhauser weitergaben.[11] Die freisingische Hofmark Massenhausen umfasste neben dem herrschaftlichen Schloss und dem Ort selbst auch Schloss Dasing (Täsingen) und Liegenschaften in Ainhofen, Aiterbach, Allershausen, Appercha (heute Gemeinde Fahrenzhausen), Ast bei Kranzberg, Bergkirchen, Fürholzen (heute Gemeinde Neufahrn), Gertlshausen, Gesseltshausen (heute Gemeinde Fahrenzhausen), Greißbach, Gremertshausen, Hagenau bei Kranzberg, Haindlfing, Hetzenhausen, Hörenzhausen; Jarzt, Klein- und Großeisenbach, Klein- und Großnöbach, Leonhardsbuch (alle Gemeinde Fahrenzhausen), Neufahrn, Pippenried, Schlipps, Thurnsberg (Gemeinde Kranzberg), Tötenried, Unterbruck (Gemeinde Fahrenzhausen), Wenig, Wengenhausen, und Zell. Ferner gehörten Häuser in Freising und Landshut dazu.[12]

Religion

Da der überwiegende Teil der Bevölkerung katholisch ist, gibt es nur eine katholische Kirche am Ort, die Kirche Mariä Heimsuchung. Es handelt sich um ein spätgotisches Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert, das im 17. Jahrhundert im barocken Stil innen und außen (Fenster) umgebaut und vergrößert wurde. Daneben gibt es noch eine kleine Kapelle beim Petrihof aus dem Jahre 1936. Die Schlosskapelle Heilig Kreuz im ehemaligen Schloss wurde im 18. Jahrhundert durch Kriegseinwirkung zerstört und nicht mehr aufgebaut. Massenhausen gehört zum gleichnamigen Pfarrverband, zu dem auch St. Georg in Sünzhausen (Stadt Freising), St. Nikolaus in Gremertshausen (Gemeinde Kranzberg) und St. Stephanus in Fürholzen (Gemeinde Neufahrn) gehören.[13]

Kultur

Die Grundschule Massenhausen wurde nach der Eingemeindung geschlossen, es gibt keine Schulen mehr im Ort, aber einen Kindergarten („St. Elisabeth“). Folgende Vereine sind in Massenhausen ansässig:

  • Bienenzuchtverein Massenhausen, gegründet 1905
  • Burschenverein Massenhausen, gegründet 1921
  • Freiwillige Feuerwehr Massenhausen
  • Krieger- und Soldatenverein Massenhausen, gegründet 1875
  • Ländl. Reit- und Fahrverein Massenhausen e. V.
  • Obstbauverein Massenhausen
  • Sportclub Massenhausen, gegründet 1961, mit den Abteilungen Fußball, Skisport und Tennis
  • Schützengesellschaft Massenhausen, gegründet 1866

Politik

Einziger Massenhauser Vertreter im Neufahrner Gemeinderat ist Michael Rottenkolber von den Freien Wählern. Bei der letzten Landtagswahl in Bayern 2013 wurde im Stimmkreis Massenhausen folgendes Ergebnis erzielt (Ergebnis von 2008 in Klammern): CSU 46,8 % (27,1 %) SPD 19,6 % (14,9 %) Freie Wähler 11,6 % (28,0 %) Grüne 8,3 % (14,6 %) FDP 2,1 % (9,2 %) Die Linke 1,8 % (3,3 %) ÖDP 0,6 % (1,5 %) REP 1,2 (0,3 %) BP 5,5 % (0,6 %) Piraten 2,1 % (–) Die Wahlbeteiligung lag bei 48,3 % (51,5 %).[14]

Sport

Massenhausen besitzt außerdem einen Sportverein, den SC Massenhausen e.V., welcher hauptsächlich der Ausübung des Fußballsports dient und zwei Herren- so wie einige Jugendmannschaften stellt.

Einzelnachweise

  1. August Alckens: Landkreis Freising, Freising 1962, S. 22.
  2. Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 33.
  3. Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 11–12, S. 199.
  4. Eintrag zu Massenhausen (Neufahrn) bei „Alle Burgen“ (Ein Verzeichnis der festen Häuser), Zugriff am 12. September 2015.
  5. Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 11–12, S. 198.
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 464.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 575.
  8. Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 11–12, S. 197.
  9. Der Landkreis Freising informiert, Freising, Ausgabe 1977.
  10. http://www.neufahrn.de/index.php?id=0,35
  11. Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 11–12, S. 199f.
  12. Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 11–12, S. 200ff.
  13. http://www.erzbistum-muenchen.de/Pfarrei/Page001721.aspx
  14. http://www.neufahrn.de/wahlen/L_MAIN_E.html

Quellen

  • Helmut Modlmayr: Chronik von Massenhausen. 1970.
  • Helmut Stahleder, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 33 Hochstift Freising, München 1956
  • Pankraz Fried, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe I, Heft 11–12 Die Landgerichte Dachau und Kranzberg, München 1958

Weblinks

 Commons: Massenhausen (Neufahrn)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Landkreis Freising | Ehemalige Gemeinde (Landkreis Freising) | Neufahrn bei Freising

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Massenhausen (Neufahrn) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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